Medizinisch-technische/-r Radiologieassistent/-in (MTRA) in Deutschland

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Ausbildungsart und Abschluss

Fachschulausbildung

Die Ausbildung ist im Gesetz über technische Assistenten in der Medizin (MTA-Gesetz oder MTAG) geregelt.

Die Abschlussbezeichnung lautet staatlich geprüfter Medizinisch-technische/-r Radiologieassitent/-in (MTRA).

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Medizinisch-technische Radiologieassistenten und -assistentinnen erstellen auf ärztliche Anweisung Röntgenaufnahmen, setzen tomografische Verfahren ein und führen nuklearmedizinische Untersuchungen mithilfe von radioaktiven Substanzen durch, um krankhafte Veränderungen des Körpers oder Verletzungen zu erkennen.

Medizinisch-technische Radiologieassistenten und -assistentinnen arbeiten hauptsächlich in Krankenhäusern und in Facharztpraxen für Radiologie. Darüber hinaus sind sie auch in medizinischen Forschungseinrichtungen oder bei Herstellern von bildgebenden Geräten beschäftigt.

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf medizinisch-technische/-r Radiologieassistent/-in (MTRA) ist vergleichbar mit dem polnischen Beruf:

- Techniker für Elektroradiologie (poln. technik elektroradiolog), Ausbildungsniveau: zweijährige postsekundäre berufliche Schule (poln. szkoła policealna) mit abschließender Qualifikationsprüfung oder Bachelorstudium (3 Jahre) in Elektroradiologie.

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte“ und „Stundenpensum“ zu finden.

Ausbildungsstätten

Medizinische Schule der Carl-Thiem-Klinikum Cottbus gGmbH
Thiemstraße 111
03048 Cottbus
Deutschland
Tel.: (0355) 46-26 14
Tel.: +49355 46-2644
E-mail: Med.Schule@ctk.de
Homepage

Akademie der Gesundheit
https://euro-job.seiweb.de/management/profile.php
Schicklerstrase 14 - 20
16225 Eberswalde
Deutschland
Tel.: 0 33 34 - 2 31 52
E-mail: eberswalde@gesundheit-akademie.de
Homepage

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Vorausgesetzt wird ein mittlerer Bildungsabschluss oder eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die den Hauptschulabschluss erweitert. Auch Schüler/innen mit Hauptschulabschluss können aufgenommen werden, sofern sie zusätzlich eine mindestens zweijährige Berufsausbildung nachweisen.

Vor Ausbildungsbeginn ist ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs erforderlich.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Verkürzung der Ausbildungszeit

Die zuständige Stelle kann auf Antrag eine begonnene oder abgeschlossene Ausbildung als Medizinisch-technische/r Assistent/in für Funktionsdiagnostik, Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in oder Veterinärmedizinisch-technische/r Assistent/in oder eine andere Ausbildung im Umfang ihrer Gleichwertigkeit anrechnen, wenn die Durchführung der Ausbildung und das Erreichen des Ausbildungsziels dadurch nicht gefährdet werden.

Die Verkürzungsdauer ist unterschiedlich, der Vorbildung entsprechend.

Ausbildungsinhalte

Während des theoretischen und praktischen Unterrichts an der Berufsfachschule lernt man beispielsweise:

  • wie die Strahlentherapie funktioniert (z.B. strahlenbiologische, physikalische und apparative Grundlagen, Bestrahlungsmethoden, Einstelltechniken und Lagerungshilfen)
  • was bei der Nuklearmedizin beachtet werden muss (u.a. physikalische, messtechnische und apparative Grundlagen, Gewinnung radioaktiver Nuklide, Markierungstechniken, Qualitätskontrolle der Radiopharmaka)
  • welche physikalischen Eigenschaften die Röntgenaufnahmetechnik besitzt, wie diese sich auswirken und was bei Röntgenaufnahmen beachtet werden muss (z.B. wie Patienten gelagert und betreut werden)
  • welche Spezialaufnahmegeräte und welche speziellen diagnostischen Techniken es gibt und was im Hinblick auf Strahlenphysik, Dosimetrie und Strahlenschutz beachtet werden muss (z.B. ionisierende Strahlen, Dosisbegriffe, Wechselwirkung der Röntgen- und Gammastrahlung)
  • wie Computertomografie, Sonografie, Magnetresonanztomografie, Elektrodiagnostik, Elektrokardiografie und Blutdruckmessung funktionieren
  • was bei der Bildverarbeitung in der Radiologie beachtet werden muss (z.B. Einfluss von Belichtung und Entwicklung, Filmverarbeitung, fotografisch-medizinische Dokumentation)
  • wie man radiologische Diagnosen und andere bildgebende Verfahren erstellt
  • welche Kontrastmittel in der bildgebenden Diagnostik angewendet werden
  • worauf es bei der Medizingeräte-, Röntgen- und Strahlenschutzverordnung ankommt
  • welche physikalischen Grundlagen in der medizinisch-technischen Assistenz von Bedeutung sind (z.B. Größen und Einheiten, elektromagnetische Erscheinungen)
  • wie man mit Gleichungen, Tabellen und grafischen Darstellungen umgeht, mit welchen Methoden Untersuchungsergebnisse statistisch ausgewertet werden können
  • was bei Sterilisation und Desinfektion beachtet werden muss
  • wie man mithilfe der elektronischen Datenverarbeitung beispielsweise Patientendaten und Untersuchungsergebnisse aufbereitet und dokumentiert
  • wie chemische Reaktionen gesetzmäßig ablaufen
  • welche medizinischen Fachbegriffe, Richtungs- und Lagebezeichnungen es gibt
  • wie Mensch und Umwelt zusammenspielen, wie genetische Merkmale vererbt werden und zu welchen Besonderheiten bzw. Störungen es bei der Vererbung kommen kann, welche Möglichkeiten die Gentechnologie schafft und welche Risiken sie birgt
  • wie der menschliche Körper aufgebaut ist und funktioniert (Physiologie)
  • welche Krankheiten es gibt und wie sie verursacht werden
  • wie die körpereigene Abwehr funktioniert (Immunologie)

Während der praktischen Ausbildung im Krankenhaus:

  • werden die im Unterricht erworbenen Kenntnisse vertieft und auf den verschiedenen Stationen des Krankenhauses angewendet.

 

Erwerb von Zusatzqualifikationen:

Je nach Angebot der einzelnen Schulen werden Zusatzkenntnisse vermittelt, die den Erwerb der Fachhochschulreife ermöglichen.

Stundenpensum (Theorie)

Theoretischer und praktischer Unterricht an der Berufsfachschule

  1. Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde (40 h)
  2. Mathematik (40 h)
  3. Biologie und Ökologie (40 h)
  4. Hygiene (40 h)
  5. Physik (140 h)
  6. Statistik (20 h)
  7. EDV und Dokumentation (80 h)
  8. Chemie/Biochemie (100 h)
  9. Anatomie (80 h)
  10. Physiologie (50 h)
  11. Krankheitslehre (60 h)
  12. Erste Hilfe (20 h)
  13. Psychologie (40 h)
  14. Fachenglisch (40 h)
  15. Immunologie (30 h)
  16. Bildverarbeitung in der Radiologie (120 h)
  17. radiologische Diagnostik und andere bildgebende Verfahren (600 h)
  18. Strahlentherapie (340 h)
  19. Nuklearmedizin (340 h)
  20. Strahlenphysik, Dosimetrie und Strahlenschutz (240 h)
  21. Elektrodiagnostik (20 h)
  22. frei verteilbare Stunden (320 h)

Summe: 2.800 h

Stundenpensum (Praxis)

Praktische Ausbildung im Krankenhaus

  1. radiologische Diagnostik und andere bildgebende Verfahren (600 h)
  2. Strahlentherapie (300 h)
  3. Nuklearmedizin (300 h)
  4. Krankenhauspraktikum (230 h)
  5. frei verteilbare Stunden (170 h)

Summe: 1.600 h

Kosten der Ausbildung

Für die Ausbildung können Kosten anfallen, insbesondere Lehrgangsgebühren bzw. Schulgeld (v. a. an privaten Bildungseinrichtungen) sowie Aufnahme- und Prüfungsgebühren. Für den theoretischen Unterricht entstehen Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur). Für die praktische Ausbildung wird Berufskleidung benötigt. Auch Fahrtkosten und Kosten für die auswärtige Unterbringung können anfallen.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Der Besuch von schulischen Einrichtungen wird nicht vergütet.

Für die Ausbildungsdauer kann BaföG beantragt werden.

Berufs- und Verdienstaussichten

Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen gezahlt. Es treten regional und branchenabhängig große Einkommensunterschiede auf.

Daher kann man die aktuellen regionalen Gehälter am besten auf folgenden Webseiten erfahren:

www.gehalt.de

www.gehaltsvergleich.com

www.nettolohn.de

Tarifliche Regelungen

Für medizinisch-technische Radiologieassistenten/-innen kommt überwiegend der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) in Frage.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Der erfolgreiche Einstieg in den Beruf ist erst der Anfang: Eine Voraussetzung für den beruflichen Erfolg ist es, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben und das eigene Fachwissen durch Weiterbildung  kontinuierlich zu ergänzen, zu vertiefen und an neue Entwicklungen anzupassen. Andere Perspektiven im Berufsleben können sein, sich zu spezialisieren, beruflich voranzukommen oder sich selbstständig zu machen.

Wer internationale Erfahrungen sammeln und im Ausland arbeiten möchte, kann seine Fremdsprachenkenntnisse ausbauen und internationale Qualifikationen erwerben.

Qualifizierung und Spezialisierung

Weiterentwicklungen der medizinischen Geräte und Apparaturen oder Veränderungen der Untersuchungsmethoden sind Herausforderungen, denen sich Medizinisch-technische Radiologieassistenten und -assistentinnen immer wieder neu stellen müssen.

Das Themenspektrum für eine fachliche Anpassungsweiterbildung ist breit und reicht von der Arbeitsplanung und -steuerung über den Strahlenschutz bis zu Medizintechnik. Auch wenn sich Medizinisch-technische Radiologieassistenten und -assistentinnen auf Einsatzgebiete spezialisieren möchten, finden sie in Bereichen wie Nuklearmedizin entsprechende Angebote.

 

Aufstieg und Studium

Wer sich das Ziel gesetzt hat, beruflich voranzukommen, kann ebenso aus einer Palette an Angeboten zur Aufstiegsweiterbildung auswählen. Naheliegend ist es, die Prüfung als Fachassistent/in für radiologische Diagnostik, für Radioonkologie oder für Nuklearmedizin abzulegen.

Teilweise werden Vorbereitungslehrgänge auf Weiterbildungsprüfungen auch in Form von E-Learning/ Blended Learning angeboten. Hier lernen die Teilnehmer/innen jedoch nicht ausschließlich alleine am Computer. Während des Lehrgangs stehen sie in der Regel in Kontakt mit einem Dozenten, der für inhaltliche und technische Fragen zur Verfügung steht.

Medizinisch-technische Radiologieassistenten und -assistentinnen, die eine schulische Hochschulzugangsberechtigung besitzen, können studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Bereich Medizintechnik oder medizinische Physik erwerben. Unter bestimmten Voraussetzungen ist übrigens auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung ein Studium möglich. Vorausgesetzt werden je nach Bundesland verschiedene berufliche Qualifikationen.

Weitere Informationen: Zugang zur Hochschule in den einzelnen Bundesländern

 

Hinweis zu Fördermöglichkeiten

Für besonders begabte junge Fachkräfte besteht die Möglichkeit, ein Stipendium zu erhalten und bei Anpassungs- bzw. Aufstiegsweiterbildungen sowie bei einem Studium gefördert zu werden.

Weitere Informationen: Begabtenförderung berufliche Bildung

Aufstiegsweiterbildungen (Auswahl):

 

- Techniker/innen:

  • Staatlich geprüfter Kardiotechniker/Staatlich geprüfte Kardiotechnikerin
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Biotechnik

- Fach- und Betriebswirte/-wirtinnen, Fachkaufleute:

  • Fachwirt/Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen
  • Betriebswirt/Betriebswirtin (Fachschule) für Management im Gesundheitswesen

- Sonstige Aufstiegsweiterbildungen:

  • Fachassistent/Fachassistentin für radiologische Diagnostik
  • Fachassistent/Fachassistentin für Radioonkologie
  • Fachassistent/Fachassistentin für Nuklearmedizin
  • Fachassistent/Fachassistentin für klinische Chemie
  • Fachassistent/Fachassistentin für Mikrobiologie
  • Fachassistent/Fachassistentin für Hämatologie
  • Fachassistent/Fachassistentin für Immunhämatologie/Transfusionsmedizin
  • Fachassistent/Fachassistentin für Virologie
  • Fachassistent/Fachassistentin für Histologie
  • Fachassistent/Fachassistentin für Molekularbiologie

Hochschulbildungsgänge:

  • Ingenieur/Ingenieurin für Medizintechnik
  • Physiker/Physikerin für medizinische Physik
  • Arzt/Ärztin

Interessante Links

Eine Information des Verbandes der technischen Assistentinnen und Assistenten in der Medizin e.V.:

www.dvta.de

Dt. Institut zur Weiterbildung Techn. Assistentinnen u. Assistenten i. d. Medizin e.V.:

www.diw-mta.de

Magazin für Labortechnik und Life Sciences:

http://www.labo.de

European Health Management Association:

www.ehma.org

Job- und Bewerberdatenbanken

Arbeiten bei der Caritas, dem größten Wohlfahrtsverband Deutschlands:

www.caritas-soziale-berufe.de

Vermittlung von Fachkräften im Gesundheitswesen:

http://www.medizinjob-agentur.de/

Privates Online-Karriereportal:

www.monster.de

Stellen- und Ausbildungsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit:

www.joboerse.arbeitsagentur.de

Stellenangebote für qualifizierte Fach- und Führungskräfte:

www.jobscout24.de

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Frankfurt/Oder
Zehmeplatz 11
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0) 0335/60677-0
Tel.: +49 (0) 0335/60677-77
E-mail: bz.nob@verdi.de
Homepage

Dachverband für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin Deutschland e.V.
DVTA
Spaldingstraße 110 B
20097 Hamburg
Deutschland
Tel.: +49402351170
Tel.: +4940233373
E-mail: info@dvta.de
Homepage

DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 21 240 - 0
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V.
Zusammenschluss von Spitzen- und Landesverbänden der Krankenhausträger.
Wegelystraße 3
10623 Berlin
Deutschland
Tel.: +49 (0)30 39801-0
Tel.: +49 (0)30 39801-3000
E-mail: dkgmail@dkgev.de
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Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
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