Bäcker / Bäckerin in Deutschland

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (Duales System)

Unter der dualen Ausbildung versteht man die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Voraussetzung für eine Berufsausbildung im dualen System ist in Deutschland ein Berufsausbildungsvertrag mit einem Betrieb.

Abschluss: Bäcker / Bäckerin

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Um unterschiedliche Bäckereiprodukte wie Brot, Brötchen, Feinbackwaren aus Blätter-, Mürbe- oder Hefeteig sowie Torten herzustellen, wiegen und messen sie z.B. Mehl, Milch, Eier, Hefe, Gewürze und Zucker ab. Diese Zutaten mischen Bäcker/-innen anschließend nach Rezept zusammen. Sie überwachen die Teigbildungs- und Gärungsvorgänge und beschicken die Öfen. Zuletzt glasieren oder garnieren sie die Waren, um diese zu verfeinern und noch appetitlicher aussehen zu lassen. Außerdem wirken sie bei der Warenpräsentation im Laden, beim Verkauf der Backwaren und der Kundenberatung mit.

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf Bäcker / Bäckerin ist vergleichbar mit dem polnischen Beruf:

  • Bäcker (poln. piekarz), Ausbildungsniveau – dreijährige Berufsgrundschule (polnische Bezeichnung: zasadnicza szkoła zawodowa)

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte” und „Stundenpensum“ zu finden.

Ausbildungsstätten

Oberstufenzentrum II Barnim
Alexander-von-Humboldt-Straße 40
16225 Eberswalde
Deutschland
Tel.: +49 (0) 33 34 63 97 0
Tel.: +49 (0) 33 34 63 97 19
E-mail: osz2-sekretariat(at)barnim.de
Homepage

Oberstufenzentrum 2 des Landkreises Spree-Neiße
Makarenkostr. 8/9
03050 Cottbus
Deutschland
Tel.: +49355 86694-0
Tel.: +49355 86694-34090
Homepage

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Duale Ausbildung

Grundsätzlich wird – wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen – keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Bäcker/-innen mit mittlerem Bildungsabschluss ein.

Die Anforderungen an das Personal beim Umgang mit Lebensmitteln nach dem Infektionsschutzgesetz müssen erfüllt sein.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Verkürzung der Ausbildung

 

Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Die Verkürzungsdauer beträgt meist 6 Monate.

Ausbildungsinhalte

Während der beruflichen Grundbildung im 1. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:

  • wie man die Zutaten für Weizenbrote und Brötchen auswählt, die Teige herstellt und backt
  • welche Herstellungsarten von Blätterteigen, Mürbeteigen, Hefeteigen und Plunderteigen es gibt und wie man sie verwendet
  • wie und mit welchen Zutaten Massen hergestellt und weiterverarbeitet werden
  • wie man Gebäcke aprikotiert und glasiert, Cremes und Füllungen herstellt
  • nach welchen Kriterien man Kundenerwartungen einschätzt und den Verkauf durchführt
  • was bei der Lagerung und Kontrolle von Rohwaren, Halbfabrikaten und Fertigerzeugnissen wichtig ist
  • wie man Arbeitsabläufe vorbereitet, Rezepte liest und die Arbeit im Team plant
  • wie man Backöfen und andere Maschinen, Anlagen und Geräte handhabt
  • was bei der Umsetzung von Hygienevorschriften und der Qualitätssicherung zu beachten ist

Im 2. und 3. Ausbildungsjahr wird den Auszubildenden während der beruflichen Fachbildung unter anderem vermittelt:

  • wie man Vorteige und Sauerteige ansetzt und unterschiedliche Weizen-, Roggen-, Vollkorn-, Schrot- und Spezialbrote mischt und backt
  • was bei der Herstellung von Teegebäck, Lebkuchenmasse und Stollen, Nussecken, Bienenstich- und Baiser-Masse, Glasuren und Sahnecreme, süßen und pikanten Füllungen und Buttercreme zu beachten ist
  • wie Torten entworfen und hergestellt werden, wie sie dekoriert und garniert werden
  • wie man Backwarensnacks belegt und kleine Gerichte wie Strudel, Eierspeisen, Toast, Salate, Gemüsekuchen und Quiches zubereitet
  • wie Backwaren im Verkaufsraum präsentiert sowie ansprechend und transportsicher verpackt werden können und wie man Kunden berät und verkaufsfördernde Aktionen durchführt
  • welche Arten von Partykleingebäck und Pasteten es gibt und wie sie hergestellt werden
  • wie man kalte und gefrorene Süßspeisen und süße Eierspeisen zubereitet

Stundenpensum (Theorie)

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf Bäcker / Bäckerin:

  1. Unterweisen einer neuen Mitarbeiterin/eines neuen Mitarbeiters (60 h)
  2. Herstellen einfacher Teige/Massen (100 h)
  3. Gestalten, Werben, Beraten und Verkaufen (80 h)
  4. Herstellen von Feinen Backwaren aus Teigen (80 h)
  5. 5Herstellen von Weizenbrot und Weizenkleingebäck (80 h)
  6. Herstellen von Backwarensnacks (40 h)
  7. Herstellen und Verarbeiten von Sauerteig (80 h)
  8. Herstellen von roggenhaltigem Brot und Kleingebäck (80 h)
  9. Herstellen von Schrot-, Vollkorn- und Spezialbroten (60 h)
  10. Herstellen von Feinen Backwaren aus Massen (60 h)
  11. Herstellen von Torten und Desserts (80 h)
  12. Herstellen von kleinen Gerichten (40 h)
  13. Planen und Durchführen einer Aktionswoche (40 h)

Gesamtstunden: 880 Stunden

Stundenpensum (Praxis)

In der Regel arbeitet der Auszubildende an drei bis vier Tagen in der Woche im Betrieb, wo er die praktischen Fähigkeiten seines Ausbildungsberufes erlernt.

Während der gesamten Ausbildungszeit wird den Auszubildenden vermittelt:

  • wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist und wie Angebot, Beschaffung, Dienstleistung und Verkauf funktionieren
  • welche gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag entstehen
  • wie wesentliche arbeits- und tarifrechtliche Regelungen zustande kommen
  • welche Vorschriften zum Arbeitsschutz und zur Unfallverhütung zu beachten sind
  • wie man Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzt

Kosten der Ausbildung

Duale Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Unter bestimmten Bedingungen können Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Die Auszubildenden im Handwerk können monatlich z.B. folgende Ausbildungsvergütungen erhalten:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 400
  • 2. Ausbildungsjahr: € 500
  • 3. Ausbildungsjahr: € 600

Im Bereich der Industrie liegen derzeit keine tarifvertraglichen Vereinbarungen vor.

Quelle:

Die Angaben orientieren sich an den Informationen der Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) - Stand: Oktober 2012

Berufs- und Verdienstaussichten

Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt.

Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt und Urlaubsgeld gezahlt. Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf.

Bei dieser Tätigkeit kann die tarifliche Bruttogrundvergütung beispielsweise 1.634,22 € im Monat betragen.

Quelle: Tarifregister Berlin/ Brandenburg

Tarifliche Regelungen

Über tarifliche Regulierungen im Bäckerhandwerk informiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sowie der Bäcker- und Konditoren-Landesverband Berlin und Brandenburg e.V..

Da der Tarifvertrag keine Allgemeinverbindlichkeit besitzt, kann der Tarifvertrag angewendet werden, jedoch besteht keine Verpflichtung auf Einhaltung der Tarifstandards, wenn der Betrieb nicht tarifgebunden ist. Des Weiteren bestehen große regionale und standortbezogene Unterschiede.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Weiterbildung kann dazu dienen, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, sich zu spezialisieren, beruflich voranzukommen oder sich selbstständig zu machen.

Aufstiegsweiterbildungen:

- Meister/innen:

  • Konditormeister/Konditormeisterin
  • Bäckermeister/Bäckermeisterin
  • Industriemeister/Industriemeisterin Fachrichtung Süßwaren

- Techniker/innen:

  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Lebensmitteltechnik Schwerpunkt Bäckereitechnik
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Lebensmitteltechnik (ohne Schwerpunkt)
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Lebensmitteltechnik Schwerpunkt Lebensmittelverarbeitungstechnik
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Lebensmitteltechnik Schwerpunkt Systemgastronomie

- Fach- und Betriebswirte/-wirtinnen, Fachkaufleute:

  • Fachkaufmann/Fachkauffrau in der Handwerkswirtschaft

- Sonstige Aufstiegsweiterbildungen:

  • Ausbilder/Ausbilderin für anerkannte Ausbildungsberufe (Weiterbildung)
  • Betriebsassistent/Betriebsassistentin im Handwerk

Studienfächer:

  • Ernährungswissenschaft, Ökotrophologie (Bachelor)
  • Lebensmitteltechnologie (Bachelor)

Interessante Links

Das Fachportal für Hotel und Gastronomie

http://www.ahgz.de

Deutsche Gesellschaft für Ernährung

http://www.dge.de/

Bestes vom Bauern

http://www.cma.de

Aktuelle Lebensmittelthemen, ausführliche Informationen zum Thema Essen & Trinken und Lexikon für Küchenfachbegriffe

http://www.exquisine.de/

Marktplatz Gastgewerbe

http://www.dehoga.org/marktplatz.htm

Das Konditorenhandwerk

http://www.konditoren.de/

Bäcker und Konditoren Landesverband Brandenburg

http://www.baecker-brandenburg.de/

Das Portal für die Lebensmittelbranche-  z.B. Rund ums Konditorhandwerk

http://www.lebensmittelwelt.de

Der Tagesablauf eines Bäckers

http://www.planet-beruf.de:8080/Tagesablauf-Baecker.9317.0.html?&type=20

Akademie des deutschen Bäckerhandwerks Berlin/ Brandenburg

http://www.adb-bb.de/

Job- und Bewerberdatenbanken

http://www.backjob.de/

Stellenangebote für Bäckermeister und Konditoren

http://www.lebensmitteljob.de

Jobs in der Lebensmittelwirtschaft

http://www.job-hotel.eu

Beruflich die Welt erobern

http://www.baeckerhandwerk.de/

Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V.

http://www.hogastjob.com

Das Tourismus Job-Portal

http://www.hogapage.de/

Jobbörse für Hotel und Gastronomie

http://jobboerse.arbeitsagentur.de
JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. Gegliedert nach Berufsfeldern und Regionen.

http://www.jobpilot.de

allgemeine Jobbörse, in Berufsfelder gegliedert

http://www.jobsuche.de
allgemeine Jobbörse, regionale Suchfunktion

http://www.jobrobot.de
Unterteilung in Branchen und Regionen

http://www.stepstone.de

Große Jobbörse. Die Vielzahl von Angeboten lässt sich durch regionale und branchenbezogene Filterung eingrenzen, außerdem sind Volltextsuche und Zustellung interessierender Stellenausschreibungen per "Jobagent" möglich.

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
NGG
Gotzkowskystraße 8
10555 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 3999150
E-mail: hauptverwaltung@ngg.net
Homepage

DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 21 240 - 0
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

Handwerkskammer Frankfurt (Oder)
Region Ostbrandenburg
Bahnhofstraße 12
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (3 35) 56 19 0
Tel.: +49 (3 35) 53 50 11
E-mail: info@hwk-ff.de
Homepage

Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
Homepage