Fachkraft für Express-, Kurier- und Postdienstleistungen in Deutschland

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (Duales System)

Unter der dualen Ausbildung versteht man die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Voraussetzung für eine Berufsausbildung im dualen System ist in Deutschland ein Berufsausbildungsvertrag mit einem Betrieb.

Abschluss: Fachkraft für Express-, Kurier- und Postdienstleistungen

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Meist arbeiten sie in engem Kundenkontakt: Fachkräfte für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen stellen in erster Linie Briefe, Päckchen oder Pakete zu. Dazu leeren sie beispielsweise Briefkästen, sortieren Sendungen, bereiten diese für den weiteren Versandweg vor und planen die Zustellfolge. Freundlich und kompetent beraten sie ihre Kunden. Dabei nehmen sie auch Sendungen entgegen, direkt vor Ort beim Kunden oder – bei Kurierdiensten – zum Teil auch an entsprechenden Annahmestellen im Unternehmen. Außerdem nehmen sie Zahlungen entgegen, rechnen ab, dokumentieren Sendungen bzw. bereiten Zustellungen nach. Bei allen Aufgaben beachten sie sorgfältig berufsbezogene haftungs- und datenschutzrechtliche Regelungen.

Quelle: BERUFENET

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf Fachkraft für Express-, Kurier- und Postdienstleistungen ist im teilweise vergleichbar mit dem polnischen Beruf:

  • Techniker – Kaufmann für Post- und Finanzdienstleistungen (poln. technik usług pocztowych i finansowych), Ausbildungsart – vierjährige technische Sekundarschule (poln. technikum).

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte“ und „Stundenpensum“ zu finden.

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Duale Ausbildung

Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Fachkräfte mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss ein.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 2 Jahre.

Verkürzung der Ausbildung:

Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Die Verkürzungsdauer beträgt meist 6 Monate.

Ausbildungsinhalte

Im 1. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:

  • wie man die Sendungen überprüft und nach Auslieferfolge sortiert
  • was bei Transport und Zustellung der Sendung zu beachten ist und wie man die Zustellung dokumentiert
  • wie man Zahlungen entgegennimmt und dokumentiert
  • was beim Führen von Kundengesprächen wichtig ist
  • wie man die betriebsspezifische Software anwendet, z.B. die Sendungsverfolgungssysteme
  • welche Bestimmungen man über den Datenschutz (Postgeheimnis) kennen muss

Im 2. Ausbildungsjahr erfahren die Auszubildenden z.B.:

  • wie man Kunden über das Angebot des Betriebes informiert, das Entgelt berechnet und die Aufträge und Sendungen annimmt
  • wie man Sendungen auf Maße und Gewichte prüft, Nachentgelte berechnet, Reklamationen und Beschwerden entgegennimmt und weiterleitet
  • was bei der Abholung und der wiederholten Zustellung von Sendungen wichtig ist und wie unzustellbare Sendungen bearbeitet werden
  • was bei der Versendung von Gefahrgut zu beachten ist
  • wie man Abrechnungen und den Kassenabschluss durchführt
  • auf welche Weise man bei der Gestaltung des Dienstleistungsangebotes des Betriebes und der Qualitätssicherung mitwirken kann

Außerdem wird den Auszubildenden z.B. vermittelt:

  • welche gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag entstehen
  • wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist
  • wie die Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften angewendet werden

Quelle: BERUFENET

Stundenpensum (Theorie)

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf:

  1. Im Kurier-, Express-, und Postdienstleistungsunternehmen lernen und arbeiten (80 h)
  2. Transportaufträge und Sendungen für das Unternehmen annehmen (60 h)
  3. Sendungen im Unternehmen bearbeiten und transportieren (60 h)
  4. Sendungen an Empfänger ausliefern (60 h)
  5. Zahlungsvorgänge bearbeiten, dokumentieren und abrechnen (60 h)
  6. Zusätzliche Dienstleistungen vergleichen, bearbeiten und dokumentieren (60 h)
  7. Betriebliche Daten erfassen und aufbereiten (60 h)
  8. Arbeitsabläufe im KEP-Unternehmen gestalten (80 h)
  9. Auslieferungen nachbearbeiten und Kundenkontakte pflegen (80 h)

Gesamtstunden: 600 Stunden

Stundenpensum (Praxis)

In der Regel arbeitet der Auszubildende an drei bis vier Tagen in der Woche im Betrieb, wo er die praktischen Fähigkeiten seines Ausbildungsberufes erlernt.

Kosten der Ausbildung

Duale Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Unter bestimmten Bedingungen können Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist abhängig vom Ausbildungsbereich (z.B. Industrie und Handel, Handwerk) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet. Auch der räumliche Geltungsbereich des entsprechenden Tarifvertrages kann Einfluss auf die Höhe der Ausbildungsvergütung haben. Frei vereinbarte Ausbildungsvergütungen sind möglich, wenn z.B. der Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden ist.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Die Auszubildenden können monatlich z.B. folgende Ausbildungsvergütungen erhalten:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 717
  • 2. Ausbildungsjahr: € 792

Quelle:

Die Angaben orientieren sich an den Informationen der Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) - Stand: Oktober 2012

Berufs- und Verdienstaussichten

Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt.

Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt und Urlaubsgeld gezahlt. Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf.

Bei dieser Tätigkeit kann die tarifliche Bruttogrundvergütung beispielsweise € 1.939 bis € 2.432 im Monat betragen.

Quelle:

Statistisches Taschenbuch Tarifpolitik - WSI-Tarifarchiv 2013

Tarifliche Regelungen

Im Land Brandenburg gibt es einen Flächentarifvertrag für das Speditions- und Logistikgewerbe. Für die meisten Betriebe der DHL gelten bundesweite Haustarifverträge.

Quelle: Ver.di

Weiterbildungsmöglichkeiten

Weiterbildung kann dazu dienen, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, sich zu spezialisieren, beruflich voranzukommen oder sich selbstständig zu machen.

Qualifizierungslehrgänge:

  • Lagerwirtschaft, Lagerlogistik, Versand
  • Logistik
  • Transport, Verkehr, Spedition – allgemein
  • Material- und Warenwirtschaft
  • Service-, Kurierfahrer/innen
  • Umgang mit Gefahrgut, Ladungssicherung
  • Sachkundige/r für Hebezeuge
  • EDV-Anwendungen im Lagerwesen
  • Arbeitssicherheit, Arbeitsschutz – Transport, Verkehr

Fortsetzung der Ausbildung:

  • Kaufmann für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen/Kauffrau für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen

Aufstiegsweiterbildungen:

- Fach- und Betriebswirte/-wirtinnen, Fachkaufleute:

  • Geprüfter Fachkaufmann/Geprüfte Fachkauffrau für Einkauf und Logistik
  • Betriebswirt/Betriebswirtin (Fachschule) für Logistik
  • Geprüfter Fachwirt/Geprüfte Fachwirtin für Güterverkehr und Logistik
  • Geprüfter Verkehrsfachwirt/Geprüfte Verkehrsfachwirtin

- Sonstige Aufstiegsweiterbildungen:

  • Ausbilder/Ausbilderin für anerkannte Ausbildungsberufe (Weiterbildung)

Studienfächer:

  • Logistik, Supply-Chain-Management (Bachelor)
  • Wirtschaftsingenieurwesen (Bachelor)

Diverse Aufstiegsfortbildungen und Seminare finden Sie auch bei der IHK-Projektgesellschaft mbH Ostbrandenburg www.ihk-projekt.de.

Interessante Links

http://www.logistiklexikon.de/

Nachschlagewerk für Logistik–Fachtermini

http://www.logistiknetz-bb.de/startseite.html

LogitikNetz Berlin- Brandenburg

http://www.berlinbrandenburglogistik.de/

Die Logistik-Datenbank der Region im Internet

http://www.hallo-ausbildung.de/

Deine Zukunft in der Logistik

http://www.planet-beruf.de/Tagesablauf-Fachkraf.731.0.html

Der Tagesablauf einer Kurier-, Express- und Postdienstleistungen

http://www.youtube.com/watch?v=5J21AJTqrCE

Ein Kurzfilm über den Beruf (5 min.)

http://www.bmbf.de/pub/jetzt_selbst_ausbilden_kurier-express-postdienstleistungen.pdf

Jetzt selbst ausbilden! Informationen für den Ausbildungsbetrieb

http://www.vsbberlin.de/

Verband Verkehr und Logistik Berlin und Brandenburg e.V.

Job- und Bewerberdatenbanken

http://www.logistik-jobs.de/

Jobbörse für Logistikbranche

Logistik- Karriere

http://jobboerse.arbeitsagentur.de
JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. Gegliedert nach Berufsfeldern und Regionen.

http://www.jobpilot.de

allgemeine Jobbörse, in Berufsfelder gegliedert

http://www.jobsuche.de
allgemeine Jobbörse, regionale Suchfunktion

http://www.jobrobot.de
Unterteilung in Branchen und Regionen

http://www.stepstone.de

Große Jobbörse. Die Vielzahl von Angeboten lässt sich durch regionale und branchenbezogene Filterung eingrenzen, außerdem sind Volltextsuche und Zustellung interessierender Stellenausschreibungen per "Jobagent" möglich.

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Frankfurt/Oder
Zehmeplatz 11
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0) 0335/60677-0
Tel.: +49 (0) 0335/60677-77
E-mail: bz.nob@verdi.de
Homepage

DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 21 240 - 0
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

IHK Ostbrandenburg
Puschkinstraße 12b
15236 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49335 5621-1111
Tel.: +49335 5621-1119
E-mail: info@ihk-ostbrandenburg.de
Homepage

Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
Homepage