Fachkraft im Fahrbetrieb in Deutschland

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (Duales System)

Unter der dualen Ausbildung versteht man die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Voraussetzung für eine Berufsausbildung im dualen System ist in Deutschland ein Berufsausbildungsvertrag mit einem Betrieb.

Abschluss: Fachkraft im Fahrbetrieb

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Fahrtantritt überprüfen Fachkräfte im Fahrbetrieb die Betriebssicherheit und Sauberkeit der Fahrzeuge. Sie führen die Verkehrsmittel wie Busse, Straßen- oder U-Bahnen entsprechend den Fahrplänen. Als Fahrer/innen oder Servicepersonal verkaufen sie Fahrkarten, beraten Kunden über Verbindungen oder Fahrpreise und müssen zuweilen Konfliktsituationen, z.B. unter Fahrgästen, entschärfen. Im Falle von Betriebsstörungen informieren Fachkräfte im Fahrbetrieb die Fahrgäste und die Leitstelle, beseitigen kleinere Fahrzeugstörungen selbst, sichern Unfallstellen ab oder leisten im Notfall auch Erste Hilfe. Im Innendienst steuern sie den Fahrzeugpark und planen den Personaleinsatz. Außerdem wirken sie bei Kalkulationen, Marketing-Maßnahmen z.B. zur Verkaufsförderung und Kundenbindung sowie der Fahrplangestaltung mit und sind in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Im technischen Service sorgen sie für die Betriebs- und Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge.

Quelle: BERUFENET

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf Fachkraft im Fahrbetrieb ist teilweise vergleichbar mit  polnischen Berufen:

  • Busfahrer (poln. kierowca autobusu) – zur Ausübung des Berufs ist, neben dem Führerschein entsprechender Klasse (D) und positiven Ergebnissen einer leistungspsychologischen Untersuchung, Absolvierung eines gesetzlich vorgeschriebenen Qualifizierungskurses (280 Stunden) notwendig.
  • Straßenbahnfahrer (poln. motorniczy tramwaju) – zur Ausübung des Berufs ist positiver Abschluss eines Lehrgangs für Straßenbahnfahrer notwendig. Die Lehrgänge (ca. 200 Stunden Theorie und Praxis) werden von speziellen Schulungszentren für Straßenbahnfahrer angeboten. Aufnahmevoraussetzungen sind: Mindestalter von 20 Jahren und positive Ergebnisse einer leistungspsychologischen Untersuchung. Abschlussprüfungen finden in den örtlich zuständigen Zentren für Straßenverkehr.

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte“ und „Stundenpensum“ zu finden.

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Duale Ausbildung

Grundsätzlich wird – wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen – keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Fachkräfte mit mittlerem Bildungsabschluss ein.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Verkürzung der Ausbildung:

Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Die Verkürzungsdauer beträgt meist 6 Monate.

Ausbildungsinhalte

Während der ersten 18 Monate lernen die Auszubildenden z.B.:

  • wie man Busse, Straßenbahnen bzw. U-Bahnen im Netz des Unternehmens führt und dabei auf Sicherheit, Kundenfreundlichkeit, Umweltbelange und Wirtschaftlichkeit achtet
  • wie tarifrechtliche, gesetzliche und vertragliche Bestimmungen im Personennahverkehr anzuwenden sind
  • was in Gefahrensituationen und bei Unfällen zu tun ist
  • was man bei der Planung und Steuerung des Fahrzeug-, Personal- und Mitteleinsatzes beachten muss
  • wie man für Fahrzeugservice und -bereitstellung einschließlich Kontrolle der Verkehrs- und Betriebssicherheit sorgt
  • welche Informationsmedien es gibt und wie man sie einsetzt
  • wie man Auskünfte in einer Fremdsprache erteilt
  • wie Leistungen verkauft werden
  • wie die erforderlichen Abrechnungen durchgeführt und Kalkulationen erstellt werden
  • wie man Beschwerden auswertet
  • wie man Kundenbedürfnisse ermittelt und bei der kundengerechten Weiterentwicklung der Produkte des Unternehmens sowie bei der Qualitätskontrolle mitwirkt
  • wie die Kontrollinstrumente überwacht und bedient werden
  • wie man Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzt

Während der zweiten 18 Monate lernen die Auszubildenden z.B.:

  • was man bei der Kundenberatung beachten muss und wie man über Tarife und Linienverbindungen sowie Zusatzangebote des öffentlichen Personennahverkehrs Auskunft gibt
  • was bei der Erstellung der Fahrpläne zu beachten ist
  • wie Kunden im Normalverkehr und bei Störungen informiert werden
  • wie die Wartung und Instandsetzung der Fahrzeuge veranlasst wird

Quelle: BERUFENET

Stundenpensum (Theorie)

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf:

 

  1. Das eigene Verkehrsunternehmen repräsentieren (40 h)
  2. Fahrzeuge pflegen und warten (40 h)
  3. Betriebsbereitschaft des KOM überprüfen (120 h)
  4. Mit Kunden der Verkehrsunternehmen umgehen (80 h)
  5. Dienstleistungen von Verkehrsunternehmen anbieten und erbringen (80 h)
  6. Personenverkehr durchführen (80 h)
  7. Betriebsbereitschaft von Schienenfahrzeugen überprüfen (80 h)
  8. Bei der Gestaltung von Betriebsabläufen mitwirken (40 h)
  9. Die Arbeitsbedingungen mitgestalten (40 h)
  10. Fahrzeuge auf dem Schienennetz einsetzen (40 h)
  11. Kostenbewusst handeln (80 h)
  12. Fahrzeuge sicher und kundenfreundlich führen (80 h)
  13. Elektronische Geräte einsetzen (40 h)

 

Gesamtstunden: 840 Stunden

Stundenpensum (Praxis)

In der Regel arbeitet der Auszubildende an drei bis vier Tagen in der Woche im Betrieb, wo er die praktischen Fähigkeiten seines Ausbildungsberufes erlernt.

Kosten der Ausbildung

Duale Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Unter bestimmten Bedingungen können Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist abhängig vom Ausbildungsbereich (z.B. Industrie und Handel, Handwerk) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet. Auch der räumliche Geltungsbereich des entsprechenden Tarifvertrages kann Einfluss auf die Höhe der Ausbildungsvergütung haben. Frei vereinbarte Ausbildungsvergütungen sind möglich, wenn z.B. der Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden ist.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Die Auszubildenden können monatlich z.B. folgende Ausbildungsvergütungen erhalten:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 325 bis € 770
  • 2. Ausbildungsjahr: € 340 bis € 820
  • 3. Ausbildungsjahr: € 371 bis € 860

Quelle:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Tarifauswertung – Tarifvertragliche Ausbildungsvergütungen – Stand: Januar 2013

Berufs- und Verdienstaussichten

Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt.

Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt und Urlaubsgeld gezahlt. Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf.

Tarifbereich öffentlicher Dienst

Bei einer Eingruppierung in die Entgeltgruppe 5, Stufe 3 bis Stufe 6, erhalten Beschäftigte bei den Kommunen ein Monatsbruttoentgelt von € 2.299 bis € 2.544. Das Erreichen der jeweils nächsten Stufe ist von den Zeiten ununterbrochener Tätigkeit in der Entgeltgruppe und der Leistung abhängig.

Quelle:

Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD)

Tarifliche Regelungen

Für Beschäftigte bei den Kommunen oder dem Bund gilt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).

Weiterbildungsmöglichkeiten

Weiterbildung kann dazu dienen, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, sich zu spezialisieren, beruflich voranzukommen oder sich selbstständig zu machen.

Qualifizierungslehrgänge:

  • Transport, Verkehr, Spedition – allgemein
  • Straßenverkehr
  • Schienenverkehr
  • Arbeitssicherheit, Arbeitsschutz – Transport, Verkehr
  • Unfallverhütung

Aufstiegsweiterbildungen:

- Meister/-innen:

  • Geprüfter Meister/Geprüfte Meisterin für Kraftverkehr

-Techniker/-innen:

  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Verkehrstechnik Schwerpunkt Verkehrsmanagement
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Verkehrstechnik Schwerpunkt Eisenbahnbetrieb

- Fach- und Betriebswirte/-wirtinnen, Fachkaufleute:

  • Geprüfter Verkehrsfachwirt/Geprüfte Verkehrsfachwirtin
  • Technischer Fachwirt/Technische Fachwirtin

- Sonstige Aufstiegsweiterbildungen:

  • Ausbilder/Ausbilderin für anerkannte Ausbildungsberufe (Weiterbildung)

Studienfächer:

  • Verkehrsingenieurwesen (Bachelor)
  • Logistik, Supply-Chain-Management (Bachelor)

Diverse Aufstiegsfortbildungen und Seminare finden Sie auch bei der IHK Projektgesellschaft mbH Ostbrandenburg www.ihk-projekt.de.

Interessante Links

http://www.logistiklexikon.de/

Nachschlagewerk für Logistik –Fachtermini

http://www.logistiknetz-bb.de/startseite.html

LogitikNetz Berlin- Brandenburg

http://www.berlinbrandenburglogistik.de/

Die Logistik-Datenbank der Region im Internet

http://www.hallo-ausbildung.de/

Deine Zukunft in der Logistik

http://berufswelt-logistik.de

Das Karriereportal für kluge Köpfe

http://www.planet-beruf.de/Tagesablauf-Fachkraf.7425.0.html?&type=166

Der Tagesablauf einer Fachkraft im Fahrbetrieb

http://www.vsbberlin.de/

Verband Verkehr und Logistik Berlin und Brandenburg e.V.

http://www.vbb.de/

Verkehrsbund Berlin- Brandenburg

http://www.svf-ffo.de

Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder)

http://www.busmol.de

Busverkehr Märkisch-Oderland

http://www.bos-fw.de

Busverkehr Landkreis Oder-Spree

Job- und Bewerberdatenbanken

http://www.logistik-jobs.de/

Jobbörse für Logistikbranche

Logistik- Karriere

http://jobboerse.arbeitsagentur.de
JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. Gegliedert nach Berufsfeldern und Regionen.

http://www.jobpilot.de

allgemeine Jobbörse, in Berufsfelder gegliedert

http://www.jobsuche.de
allgemeine Jobbörse, regionale Suchfunktion

http://www.jobrobot.de
Unterteilung in Branchen und Regionen

http://www.stepstone.de

Große Jobbörse. Die Vielzahl von Angeboten lässt sich durch regionale und branchenbezogene Filterung eingrenzen, außerdem sind Volltextsuche und Zustellung interessierender Stellenausschreibungen per "Jobagent" möglich.

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Frankfurt/Oder
Zehmeplatz 11
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0) 0335/60677-0
Tel.: +49 (0) 0335/60677-77
E-mail: bz.nob@verdi.de
Homepage

DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 21 240 - 0
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

IHK Ostbrandenburg
Puschkinstraße 12b
15236 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49335 5621-1111
Tel.: +49335 5621-1119
E-mail: info@ihk-ostbrandenburg.de
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Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
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