Produktionstechnologe/-technologin in Deutschland

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (Duales System)

Unter der dualen Ausbildung versteht man die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Voraussetzung für eine Berufsausbildung im dualen System ist in Deutschland ein Berufsausbildungsvertrag mit einem Betrieb.

Abschluss: Produktionstechnologe/ Produktionstechnologin

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Von der Entwicklungsabteilung über die Serienproduktion bis zum Support: Produktionstechnologen und -technologinnen setzen ihr Fachwissen in unterschiedlichen Bereichen ein. So simulieren sie z.B. Prozesse, stellen Muster und Prototypen her und testen diese. Ebenso bereiten sie die Inbetriebnahme von Anlagen und den Produktionsanlauf vor. Hierzu fahren sie Testreihen, richten die Anlagen ein und ermitteln Prozessparameter. Produktionstechnologen und -technologinnen programmieren außerdem die Produktionsanlagen und weisen Mitarbeiter in deren Bedienung ein. Um bei Qualitätsabweichungen schnell eingreifen und etwaige Fehler umgehend beseitigen zu können bzw. um Abläufe zu optimieren, überwachen sie stetig den Produktionsprozess. Darüber hinaus dokumentieren sie ihre Arbeit und pflegen Daten für die laufende Produktionsplanung und -steuerung.

Quelle: BERUFENET

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf Produktionstechnologe/-technologin hat kein direktes Pendant unter den polnischen Ausbildungsberufen, ist aber teilweise mit einer Reihe von polnischen Techniker-Berufen vergleichbar, z.B.:

  • Techniker für Holztechnologie (poln. technik technologii drewna), Ausbildungsart – vierjährige technische Sekundarschule (polnische Bezeichnung: technikum).
  • Techniker für Glastechnologie (poln. technik technologii szkła), Ausbildungsart – vierjährige technische Sekundarschule (polnische Bezeichnung: technikum).
  • Techniker für Keramiktechnologie (poln. technik technologii ceramicznej), Ausbildungsart – vierjährige technische Sekundarschule (polnische Bezeichnung: technikum).

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte” und „Stundenpensum” zu finden.

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Duale Ausbildung

Grundsätzlich wird – wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen – keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Produktionstechnologen/- technologinnen mit Hochschulabschluss bzw. mittlerer Reife ein.

Quelle: BERUFENET

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Verkürzung der Ausbildung:

Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Die Verkürzungsdauer beträgt meist 6 Monate.

Ausbildungsinhalte

In den ersten 18 Monaten lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:

  • wie man Werkzeuge, Prüfeinrichtungen und Vorrichtungen auf Einsatzfähigkeit prüft
  • wie Produktionsanlagen beschickt bzw. bedient und Stückzahlvorgaben sichergestellt werden
  • wie man z.B. Betriebs- und Gebrauchsanleitungen liest (auch in englischer Sprache) und Handlungen daraus ableitet
  • was das Durchführen von Funktionsprüfungen umfasst
  • wie Sicherheitseinrichtungen auf ihre Wirksamkeit geprüft werden
  • wie Produktionsanlagen gemäß Vorgaben inspiziert werden
  • wie man Aufgaben im Team plant, abstimmt und Entscheidungen im Team erarbeitet
  • wie Arbeitsschritte festgelegt und erforderliche Abwicklungszeiten eingeschätzt werden
  • wie Vorschriften zum Datenschutz angewendet werden
  • wie Testreihen gefahren und Prozessparameter angepasst werden
  • wie man datenbankgestützte Produktdaten zur Prozessoptimierung nutzt

In den folgenden 18 Monaten wird den Auszubildenden unter anderem vermittelt:

  • wie man technische Prüfungen veranlasst
  • was beim Einrichten von Transport- und Lagersystemen berücksichtigt werden muss
  • worauf zu achten ist, wenn Prozesse kontrolliert, überwacht und protokolliert werden
  • wie Übernahmen dokumentiert werden
  • wie man Reklamationen annimmt
  • wie Abläufe strukturiert und Arbeitspläne erstellt werden
  • worauf bei der Beurteilung des Werkstoffverhaltens bezüglich der Produktionsverfahren und der geforderten Qualität geachtet werden muss
  • wie man Produktionsprozesse anhand von Kennziffern vergleicht und beurteilt
  • wie Versuche zur Prozessoptimierung vorbereitet, durchgeführt, dokumentiert und ausgewertet werden
  • wie man technische Funktionen der Logistikkette für Werkstoffe, Arbeitsstoffe, Werkzeuge und Spannmittel sicherstellt
  • wie Montageverfahren hinsichtlich der Anzahl der zu fügenden Teile, Mengen, Kosten, Flexibilität und Qualität beurteilt werden
  • wie man Produktionstypen, insbesondere Einzel-, Serien- und Massenproduktion, identifiziert

Quelle: BERUFENET

Stundenpensum (Theorie)

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf Produktionstechnologe/-technologin:

 

  1. Analysieren von Funktionszusammenhängen in produktionstechnischen Anlagen: 40 h
  2. Herstellen mechanischer Komponenten im Produktionsprozess: 80 h
  3. Analysieren elektrischer Komponenten von Produktionsmitteln: 100 h
  4. Untersuchen der Energie- und Informationsflüsse in elektrischen, pneumatischen und hydraulischen Baugruppen: 60 h
  5. Nutzen von IT- Systemen: 40 h
  6. Vorbereiten von Produktherstellungsprozessen: 80 h
  7. Strukturieren und Programmieren von technischen Abläufen: 60 h
  8. Auftragsanalyse und Projektmanagement: 60 h
  9. Einrichten von Handhabungs- und Materialflusssystemen: 80 h
  10. Analysieren von Produktionsprozessen: 80 h
  11. Simulieren von Produktionsprozessen: 80 h
  12. Optimieren von Produktionsprozessen: 80 h
  13. Organisieren von Logistikprozessen: 40 h

Gesamtstunden: 880 Stunden

Stundenpensum (Praxis)

In der Regel arbeitet der Auszubildende an drei bis vier Tagen in der Woche im Betrieb, wo er die praktischen Fähigkeiten seines Ausbildungsberufes erlernt.

Kosten der Ausbildung

Duale Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Unter bestimmten Bedingungen können Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist abhängig vom Ausbildungsbereich (z.B. Industrie und Handel, Handwerk) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet. Auch der räumliche Geltungsbereich des entsprechenden Tarifvertrages kann Einfluss auf die Höhe der Ausbildungsvergütung haben. Frei vereinbarte Ausbildungsvergütungen sind möglich, wenn z.B. der Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden ist.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Die Auszubildenden können monatlich z.B. folgende Ausbildungsvergütungen erhalten:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 787 bis € 876
  • 2. Ausbildungsjahr: € 847 bis € 922
  • 3. Ausbildungsjahr: € 900 bis € 1.004

Quelle:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Tarifauswertung – Tarifvertragliche Ausbildungsvergütungen – Stand: Januar 2013

Berufs- und Verdienstaussichten

Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt.

Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt und Urlaubsgeld gezahlt. Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf.

Bei dieser Tätigkeit kann die tarifliche Bruttogrundvergütung in Abhängigkeit von der Branche (hier z.B.: Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitende Industrie) etc. beispielsweise von ca. € 2.166 bis € 3.401 im Monat betragen.

Quelle:Kurzübersicht Tarifentgelte Berlin und Brandenburg

Tarifliche Regelungen

Zu den tariflichen Regelungen informiert das Gemeinsame Tarifregister Berlin und Brandenburg.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Weiterbildung kann dazu dienen, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, sich zu spezialisieren, beruflich voranzukommen oder sich selbstständig zu machen.

Qualifizierungslehrgänge:

  • Fertigungs-, Produktionstechnik
  • Fertigungs-/Produktionsplanung und -steuerung
  • Wartung, Instandhaltung, Instandsetzung
  • Arbeitsgestaltung, Arbeitsplatzgestaltung, Gestaltung von Arbeitssystemen

Aufstiegsweiterbildungen:

- Meister/-innen:

  • Industriemeister/Industriemeisterin Fachrichtung Metall

- Techniker/-innen:

  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung – Maschinentechnik Schwerpunkt Produktionsorganisation
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Maschinentechnik Schwerpunkt Betriebstechnik
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Maschinentechnik Schwerpunkt Fertigungstechnik
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Maschinentechnik (ohne Schwerpunkt)
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Maschinentechnik Schwerpunkt Entwicklungstechnik

 

- Fach- und Betriebswirte/-wirtinnen, Fachkaufleute:

  • Technischer Fachwirt/Technische Fachwirtin
  • Industrie-Betriebswirt/Industrie-Betriebswirtin

- Sonstige Aufstiegsweiterbildungen:

  • Geprüfter Prozessmanager/Geprüfte Prozessmanagerin – Produktionstechnologie
  • REFA-Prozessorganisator/REFA-Prozessorganisatorin
  • Geprüfter Prozessmanager/Geprüfte Prozessmanagerin – Elektrotechnik
  • Geprüfter Konstrukteur/Geprüfte Konstrukteurin
  • Ausbilder/Ausbilderin für anerkannte Ausbildungsberufe (Weiterbildung)

Studienfächer:

  • Produktionstechnik (Bachelor)
  • Produktentwicklung (Bachelor)
  • Maschinenbau (Bachelor)
  • Mechatronik (Bachelor)

Diverse Aufstiegsfortbildungen und Seminare finden Sie auch bei der IHK Projektgesellschaft mbH Ostbrandenburg www.ihk-projekt.de.

Interessante Links

http://www.produktionstechnologe.de/

HIGHTECH-BERUF MIT PERSPEKTIVEN

http://www.logistiklexikon.de/

Nachschlagewerk für Logistik-Fachtermini

http://www.logistiknetz-bb.de/startseite.html

LogitikNetz Berlin- Brandenburg

http://www.berlinbrandenburglogistik.de/

Die Logistik-Datenbank der Region im Internet

http://www.hallo-ausbildung.de/

Deine Zukunft in der Logistik

http://berufswelt-logistik.de

Das Karriereportal für kluge Köpfe

http://www.vsbberlin.de/

Verband Verkehr und Logistik Berlin und Brandenburg e.V.

Job- und Bewerberdatenbanken

http://www.logistik-jobs.de/

Jobbörse für Logistikbranche

http://www.abi.de/ausbildung/ausbildungsreportagen/it/produktionstechnologin08705.htm

Ausbildungsreportage: Produktionstechnologin

http://www.planet-beruf.de/Tagesablauf-Produkti.7730.0.html

Tagesablauf eines Produktionstechnologen

http://jobboerse.arbeitsagentur.de
JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. Gegliedert nach Berufsfeldern und Regionen.

http://www.jobpilot.de

allgemeine Jobbörse, in Berufsfelder gegliedert

http://www.jobsuche.de
allgemeine Jobbörse, regionale Suchfunktion

http://www.jobrobot.de
Unterteilung in Branchen und Regionen

http://www.stepstone.de

Große Jobbörse. Die Vielzahl von Angeboten lässt sich durch regionale und branchenbezogene Filterung eingrenzen, außerdem sind Volltextsuche und Zustellung interessierender Stellenausschreibungen per "Jobagent" möglich.

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

IG Metall Ostbrandenburg
Peter Ernsdorf
Zehmeplatz 11
D-15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0)335-554990
Tel.: +49 (0)335 - 5549734
E-mail: ostbrandenburg@igmetall.de
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DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
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Tel.: +4930 21 240 - 0
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Arbeitsvermittler

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Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
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