Uhrmacher/-in in Deutschland

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Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (Duales System)

 

Uhrmacher/-in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO).

Beim Ausbildungsberuf Uhrmacher/-in handelt es sich um eine duale Ausbildung, die im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule stattfindet

Diese bundesweit geregelte 3-jährige Ausbildung wird in Industrie und Handwerk angeboten.

Abschluss: Uhrmacher/ Uhrmacherin

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Im Handwerk prüfen, reparieren und warten Uhrmacher/-innen mechanische und elektronische Klein- und Großuhren und stellen Zeitmessgeräte aller Art her. Um Schäden am Uhrwerk feststellen und reparieren zu können, zerlegen sie Klein- und Großuhren, beheben den Fehler, setzen die Uhren wieder zusammen und justieren sie. Einzelteile wie Gehäuse, Uhrzeiger oder Pendel fertigen sie bei älteren Uhren manchmal selbst an, häufig verwenden sie allerdings industriell vorgefertigte Baugruppen. Darüber hinaus restaurieren sie alte Uhren und setzen Schmuckstücke wieder instand. Ihre Kunden bedienen und beraten sie im Laden oder in der Werkstatt.

In der Industrie werden Uhren maschinell sowie in Serie hergestellt. Hier fertigen Uhrmacher/-innen Einzelteile für Klein- und Großuhren an, programmieren und bedienen CNC-Maschinen und überwachen die Produktion.

Quelle: BERUFENET

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf Uhrmacher/ Uhrmacherin ist teilweise vergleichbar mit dem polnischen Beruf:

  • Uhrmacher (poln. zegarmistrz), Ausbildungsart – dreijährige Berufsgrundschule (poln. zasadnicza szkoła zawodowa).

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte” und „Stundenpensum” zu finden.

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Grundsätzlich wird – wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen – keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Im Ausbildungsbereich Handwerk stellen die Betriebe überwiegend angehende Uhrmacher/-innen mit Hauptschulabschluss, im Ausbildungsbereich Industrie und Handel überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife oder mit einem mittleren Bildungsabschluss ein.

Quelle: BERUFENET

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Die Verkürzungsdauer beträgt meist 6 Monate.

Ausbildungsinhalte

Im 1. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:

  • Flächen auf Ebenheit, Winkligkeit und Formgenauigkeit zu prüfen
  • wie man numerisch gesteuerte Werkzeugmaschinen programmiert und handhabt oder wie man mit konventionellen Werkzeugmaschinen spant
  • wie man Schleif- und Poliermittel sowie Werkzeuge und Verfahren nach der herzustellenden Oberflächenqualität auswählt und anwendet
  • wie man Scharniere, Schlösser und Gehäuse instand setzt
  • wie Uhrwerke nach Vorgaben manuell und mit Ultraschall gereinigt werden
  • Werkzeuge, Prüf- und Messmittel festzulegen und betriebsbereit zu machen
  • wie man Informationen beschafft und auswertet, wie man Informationstechniken, insbesondere EDV-Anlagen, nutzt und wie man Daten sichert
  • wie man die Qualität fertiger, vorbehandelter und vorbearbeiteter Produkte beachtet
  • Werkstoffe und Hilfsstoffe zu unterscheiden und zu handhaben
  • Montagewerkzeuge und -hilfsmittel auszuwählen und einzusetzen
  • Bezugsquellen für Ersatzteile zu ermitteln und zu nutzen

Während des 2. Ausbildungsjahres wird den Auszubildenden u.a. vermittelt:

  • wie Teile auf Rundlauf und Seitenschlag geprüft werden
  • wie Maschinengravuren hergestellt werden
  • wie Spannung, Strom, Widerstand und Leistung im Gleichstromkreis gemessen werden
  • wie man die Ganggenauigkeit überprüft
  • wie man Uhren und Uhrenanlagen in Betrieb nimmt und die Endkontrolle durchführt
  • wie man Gespräche mit Vorgesetzten und Mitarbeitern situationsgerecht führt
  • wie man Prüfarten und Prüfmittel auswählt, die Einsatzfähigkeit der Prüfmittel feststellt und dokumentiert, wie man Prüfpläne anwendet
  • wie man die Eigenschaften von Werkstücken und Halbzeugen prüft
  • wie man Werkstücke und Bauteile aus Metall durch Schweißen verbindet
  • wie man Sortiment und Verkaufsangebot mitgestaltet, Waren auszeichnet und präsentiert

Im 3. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden:

  • wie man die Funktionsfähigkeit von Baugruppen durch Einstellen mechanischer und elektrischer Werte nach Vorgaben herstellt
  • wie man die Wasserdichtheit überprüft
  • Batterien unter Berücksichtigung der Stromaufnahme von Antriebssystemen zu ersetzen
  • wie man Stoßsicherungen und automatische Aufzugsmechanismen montiert und demontiert
  • wie man Arbeitsergebnisse zusammenführt, erbrachte Leistungen kontrolliert, bewertet und dokumentiert
  • Entwürfe nach Gestaltungsprinzipien anzufertigen
  • Ursachen von Fehlern, Problemen und Qualitätsmängeln systematisch zu suchen, zu beseitigen und zu dokumentieren
  • wie man Programme an numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen erstellt, eingibt, testet, ändert, optimiert und anwendet oder wie man Werkzeugmaschinen einrichtet
  • Aufträge im Zusammenwirken mit Kunden festzulegen und zu dokumentieren
  • wie man die Regeln des Zahlungsverkehrs anwendet

Quelle: BERUFENET

Stundenpensum (Theorie)

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf Uhrmacher:

  1. Systeme der Zeitmessung unterscheiden: 40 h
  2. Werkzeuge und Uhrenteile herstellen: 80 h
  3. Mechanische Großuhren warten und instandsetzen: 120 h
  4. Funktionsprinzipien elektrischer Großuhrwerke analysieren: 40 h
  5. Mechanische Schwingsysteme und Hemmungen in Großuhren warten und instandsetzen: 80 h
  6. Großuhrenteile konstruieren und fertigen: 80 h
  7. Mechanische Kleinuhren warten und instandsetzen: 40 h
  8. Funktionsprinzipien von Uhren mit elektronisch gesteuerten mechanischen Schwingsystemen analysieren: 40 h
  9. Aufgaben im Servicebereich durchführen: 40 h
  10. Funktionen von Zusatzeinrichtungen mechanischer Kleinuhren überprüfen und instandsetzen: 80 h
  11. Schwingsysteme und Hemmungen mechanischer Kleinuhren überprüfen und instandsetzen: 80 h
  12. Bauteile für Kleinuhren konstruieren und fertigen: 40 h
  13. Uhrgehäuse, Ausstattungsteile und industriell gefertigten Schmuck pflegen und aufarbeiten: 40 h
  14. Elektronische Uhren prüfen und instandsetzen: 40 h

Gesamtstunden: 880 h

Eine Übersicht über die Inhalte einzelner Lernfelder befindet sich in der Verordnung über die Berufsausbildung:

http://www.kmk.org/fileadmin/pdf/Bildung/BeruflicheBildung/rlp/uhrmacher.pdf

Stundenpensum (Praxis)

Während einer dualen Ausbildung werden Uhrmacher im Ausbildungsbetrieb praktisch und in der Berufsschule theoretisch ausgebildet.

Der praktische Teil der Ausbildung macht in der Regel ca. 80% der Gesamtausbildungszeit aus.

Kosten der Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei.  Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist abhängig vom Ausbildungsbereich (z.B. Industrie und Handel, Handwerk) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet. Auch der räumliche Geltungsbereich des entsprechenden Tarifvertrages kann Einfluss auf die Höhe der Ausbildungsvergütung haben. Frei vereinbarte Ausbildungsvergütungen sind möglich, wenn z.B. der Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden ist.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Die Auszubildenden in der Schmuck-, Uhren- und Edelmetallindustrie können monatlich z.B. folgende Ausbildungsvergütungen erhalten:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 818
  • 2. Ausbildungsjahr: € 866
  • 3. Ausbildungsjahr: € 942

Im Bereich des Handwerks liegen derzeit keine tarifvertraglichen Vereinbarungen vor.

Quelle:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Tarifauswertung – Tarifvertragliche Ausbildungsvergütungen – Stand: Januar 2013

Berufs- und Verdienstaussichten

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen und einen Eindruck von der Bandbreite der Einkommen vermitteln. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt.

Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen gezahlt. Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf.

Bei dieser Tätigkeit kann die tarifliche Bruttogrundvergütung beispielsweise € 13,82 in der Stunde betragen.

Quelle:

Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2013

Tarifliche Regelungen

Über tarifliche Reglungen informiert die Gewerkschaft IG Metall.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Weiterbildung kann dazu dienen, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, sich zu spezialisieren, beruflich voranzukommen oder sich selbstständig zu machen.

 

Qualifizierungslehrgänge:

  • Feinwerktechnik, -mechanik, Optik
  • Gold- und Silberschmiedetechniken, Schmuck- und Edelsteinbearbeitung
  • Elektronik, Mechatronik
  • NC-/CNC-/DNC-Technik
  • Computer Aided Design – CAD-Anwendungen
  • Waren-, Produkt- und Verkaufskunde – Uhren, Schmuck, Edelsteine
  • Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz

Aufstiegsweiterbildungen (Auswahl):

- Meister/-innen:

  • Uhrmachermeister/Uhrmachermeisterin
  • Industriemeister/Industriemeisterin Fachrichtung Metall

- Techniker/-innen:

  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Feinwerktechnik

- Fach- und Betriebswirte/-wirtinnen, Fachkaufleute:

  • Fachkaufmann/Fachkauffrau in der Handwerkswirtschaft
  • Technischer Fachwirt/Technische Fachwirtin

- Sonstige Aufstiegsweiterbildungen:

  • Betriebsassistent/Betriebsassistentin im Handwerk
  • Ausbilder/Ausbilderin für anerkannte Ausbildungsberufe (Weiterbildung)

Studienfächer (Auswahl):

  • Mikrotechnik, Mikrosystemtechnik (Bachelor)
  • Mechatronik (Bachelor)
  • Schmuckdesign (Bachelor)

Diverse Aufstiegsfortbildungen und Seminare: IHK-Projektgesellschaft mbH www.ihk-projekt.de.

Interessante Links

Kurzbeschreibungen und Informationen von der Arbeitsagentur zu allen Berufen:
http://berufenet.Arbeitsagentur.de

Das Große Schmuck und Uhrenportal

http://www.goettgen.de/

Der Marktplatz für das Kunsthandwerk

http://www.kunsthandwerkernetz.de/

Zentralverband für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik

http://www.zv-uhren.de/

Deutsche Gesellschaft für Chronometrie e.V.

http://www.dg-chrono.info/

Uhrenwerkstattforum

http://www.uhrenwerkstattforum.de/

BASELWORLD – Weltmesse für Uhren und Schmuck

http://www.baselworld.com/

Job- und Bewerberdatenbanken

http://jobboerse.arbeitsagentur.de
JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. Gegliedert nach Berufsfeldern und Regionen.


http://www.jobpilot.de
allgemeine Jobbörse, in Berufsfelder gegliedert


http://www.jobsuche.de
allgemeine Jobbörse, regionale Suchfunktion


http://www.jobrobot.de
Unterteilung in Branchen und Regionen


http://www.stepstone.de
Große Jobbörse für Industrie und Gewerbe. Die Vielzahl von Angeboten lässt sich durch regionale und branchenbezogene Filterung eingrenzen, außerdem sind Volltextsuche und Zustellung interessierender Stellenausschreibungen per "Jobagent" möglich

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 21 240 - 0
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

Handwerkskammer Frankfurt (Oder)
Region Ostbrandenburg
Bahnhofstraße 12
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (3 35) 56 19 0
Tel.: +49 (3 35) 53 50 11
E-mail: info@hwk-ff.de
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Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
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