Kanalbauer/-in in Deutschland

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (Duales System)

 

Kanalbauer/-in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Diese bundesweit geregelte 3-jährige Ausbildung wird in Industrie und Handwerk angeboten. Auch eine schulische Ausbildung ist möglich.

Abschluss: Kanalbauer/ Kanalbauerin

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Unter der Erde verlegen Kanalbauer/-innen Rohre aus Beton, Steinzeug, Kunststoff und Metall. Sie bauen Abwassersysteme und -leitungen vom kleinen Hausanschluss bis hin zu großen Abwassersammlern. Dazu vermessen sie zunächst die Arbeitsstrecke und sichern die Baustelle. Dann heben sie Schächte und Gräben aus, legen diese trocken und sichern sie z.B. mit Kanaldielen oder Spundwandprofilen ab. Sie verlegen die Rohre und überprüfen deren Dichtheit, um sicherzustellen, dass keine Abwässer ins Grundwasser sickern. Außerdem halten sie Abwassereinrichtungen instand und sanieren alte Rohre.

Quelle: BERUFENET

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf Kanalbauer/-in ist teilweise vergleichbar mit folgenden polnischen Berufen:

  • Monteur für Sanitärtechnik ( monter sieci i instalacji sanitarnych), Ausbildungsniveau – dreijährige Branchenschule ersten Grades (polnische Bezeichnung: Branżowa Szkoła I Stopnia).
  • Techniker für Sanitärtechnik (poln. Technik inżynierii sanitarnej), Ausbildungsniveau – fünfjährige technische Sekundarschule (polnische Bezeichnung: technikum).

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte” und „Stundenpensum“ zu finden.

Ausbildungsstätten

Die Ausbildungsstätte ist im dualen System in erster Linie der Betrieb. Zusätzlich gibt es Berufsschulen (in Brandenburg heißen sie "Oberstufenzentren"). Das Ausbildungsunternehmen informiert, welche die entsprechende Schule für diesen Beruf in der Region ist.

Konrad-Wachsmann Oberstufenzentrum
Campus für berufliche Bildung
Potsdamer Straße 4
15234 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0)335 606970
Tel.: +49 (0)335 6069719
E-mail: kwosz@schulen-ff.de
Homepage

Oberstufenzentrum Palmnicken
Palmnicken 1
15517 Fürstenwalde
Deutschland
Tel.: +49 (0)3361 3762101
Tel.: +49 (0)3361 3762201
E-mail: sekretariat@osz-palmnicken.biz
Homepage

Oberstufenzentrum Gottfried Wilhelm Leibniz
Waldstraße 10
15890 Eisenhüttenstadt
Deutschland
Tel.: +49 (0)3364 414257
Tel.: +49 (0)3364 2800217
E-mail: kontakt@osz-leibniz.de
Homepage

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Grundsätzlich wird – wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen – keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Kanalbauer/-innen mit Hauptschulabschluss ein.

Quelle: BERUFENET

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Die Verkürzungsdauer beträgt meist 6 Monate.

Ausbildungsinhalte

Während der beruflichen Grundbildung im 1. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:

  • wie Baustellen eingerichtet und gesichert werden
  • welche Werkzeuge, Baugeräte und -maschinen es gibt und wie sie gehandhabt werden
  • wie Baugruben, Gräben und Schalungen hergestellt werden
  • was man beim Herstellen von Mörtel- und Betonmischungen, Bewehrungen, Dämmungen, Wandputz und Estrich beachten muss
  • wie Schlitze geschlossen werden

Zu Beginn der beruflichen Fachbildung (im 2. Ausbildungsjahr) wird den Auszubildenden unter anderem vermittelt:

  • welche Arbeiten beim Aushub, Verbauen und Aussteifen von Gräben erforderlich sind
  • wie Straßendecken, Gleisanlagen, Sickerungen, Abflussrinnen und Rohrleitungen hergestellt werden
  • wie Bohrlöcher verfüllt und verdichtet werden
  • wie Beton zu mischen, zu verdichten und nachzubehandeln ist
  • was beim Verlegen von Platten und Begrenzungssteinen zu beachten ist
  • wie man Pflasterarbeiten ausführt

Im 3. Ausbildungsjahr erfahren die Auszubildenden schließlich:

  • wie man Zementestrich herstellt und nachbehandelt
  • welche Grundregeln für Stahlbetonbewehrungen gelten
  • wie Einstiegschächte, Regeneinläufe und Schachtabdeckungen eingebaut und versetzt werden
  • was beim Einbau von Kanalisationsrohren und -bauteilen wichtig ist
  • wie man Kanalgräben und Schächte aussteift
  • worauf es beim Handhaben von Vermessungsgeräten ankommt

 Quelle: BERUFENET

Stundenpensum (Theorie)

Unterrichtsstunden bezogen auf die 3-jährige Berufsausbildung:

 

1. Einrichten einer Baustelle: 20 h

2. Erschließen und Gründen eines Bauwerks: 60 h

3. Mauern eines einschaligen Baukörpers: 60 h

4. Herstellen einer Holzkonstruktion: 60 h

5. Herstellen eines Stahlbetonbauteiles: 60 h

6. Beschichten und Bekleiden eines Bauteiles: 60 h

 

- Tiefbaufacharbeiter/-in, Schwerpunkt Kanalbauarbeiten:

7. Sichern einer Baustelle im Verkehrsraum: 20 h

8. Herstellen eines Rohrgrabens: 60 h

9. Herstellen eines Schachtes: 60 h

10. Einbauen von Freispiegelleitungen: 100 h

11. Wiederherstellen von Pflaster und Plattenbelägen: 40 h

 

- Kanalbauer/-in:

12. Sichern einer Baugrube: 40 h

13. Herstellen eines Absturzbauwerkes: 60 h

14. Einbauen einer Abwasserdruckrohrleitung: 80 h

15. Wiederherstellen von Asphaltdecken: 20 h

16. Sanieren einer Freispiegelleitung: 80 h

 

Gesamtstunden: 880 Stunden

 

Genaue Infos dazu auf den Seiten der Kultusministerkonferenz:

 (Stichwort: “Rahmenlehrplan”)

Stundenpensum (Praxis)

Während einer dualen Ausbildung werden angehende Kanalbauer/-innen im Ausbildungsbetrieb praktisch und in der Berufsschule theoretisch ausgebildet.

Der praktische Teil der Ausbildung macht in der Regel ca. 80% der Gesamtausbildungszeit aus.

Kosten der Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Ausbildungsvergütung

 

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist abhängig vom Ausbildungsbereich (z.B. Industrie und Handel, Handwerk) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet. Auch der räumliche Geltungsbereich des entsprechenden Tarifvertrages kann Einfluss auf die Höhe der Ausbildungsvergütung haben. Frei vereinbarte Ausbildungsvergütungen sind möglich, wenn z.B. der Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden ist.

Auch die Stadt/Region ist entscheidend für die Höhe der Ausbildungsvergütung, es kommt immer noch zu Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Die Auszubildenden können monatlich ca. 600 bis 1000 € Ausbildungsvergütung erhalten.

Quelle:

https://www.ausbildung.de

Berufs- und Verdienstaussichten

Verdienst/Einkommen

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen und einen Eindruck von der Bandbreite der Einkommen vermitteln. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt.

Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen gezahlt. Es treten regional und branchenabhängig große Einkommensunterschiede auf.

Daher kann man die aktuellen regionalen Gehälter am besten auf folgenden Webseiten erfahren:

www.gehalt.de

www.gehaltsvergleich.com

www.nettolohn.de

Tarifliche Regelungen

Über tarifliche Regelungen informiert die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Weiterbildung kann dazu dienen, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, sich zu spezialisieren, beruflich voranzukommen oder sich selbstständig zu machen.

Qualifizierungslehrgänge:

  • Kanalbau
  • Tief- und Ingenieurtiefbau – Fachfortbildung
  • Abwasserkanalanlagen
  • Baumaschinen
  • Vermessungstechnik
  • Fachpersonal zur Baustellenleitung
  • Arbeitssicherheit, Arbeitsschutz – Bauwesen
  • EDV-Anwendungen im Bauwesen und Handwerk

Aufstiegsweiterbildungen:

- Meister/-innen:

  • Geprüfter Polier/Geprüfte Polierin – Tiefbau
  • Industriemeister/Industriemeisterin Fachrichtung Leitungsbau

- Techniker/-innen:

  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Bautechnik Schwerpunkt Tiefbau
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Bautechnik Schwerpunkt Baubetrieb

- Fach- und Betriebswirte/-wirtinnen, Fachkaufleute:

  • Technischer Fachwirt/Technische Fachwirtin

 

- Sonstige Aufstiegsweiterbildungen:

  • Werkpolier/Werkpolierin – Tiefbau
  • Ausbilder/Ausbilderin für anerkannte Ausbildungsberufe (Weiterbildung)

Studienfächer:

  • Bauingenieurwesen (Bachelor)

Diverse Aufstiegsfortbildungen und Seminare: IHK-Projektgesellschaft mbH www.ihk-projekt.de.

Interessante Links

http://www.baunetzwissen.de

Baunetzwissen

http://www.bauexpertenforum.de

Bauexpertenforum

http://www.handwerk-kompakt.de

Das deutsche Handwerk kompakt

http://www.baulinks.de

Das unabhängige Bauportal

Job- und Bewerberdatenbanken

http://www.handwerkerstellen.de

Deutschlands Stellenmarkt für Handwerk und Technik

http://jobboerse.arbeitsagentur.de
JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. Gegliedert nach Berufsfeldern und Regionen.

http://www.jobpilot.de
allgemeine Jobbörse, in Berufsfelder gegliedert


http://www.jobsuche.de
allgemeine Jobbörse, regionale Suchfunktion


http://www.jobrobot.de
Unterteilung in Branchen und Regionen


http://www.stepstone.de
Große Jobbörse für Industrie und Gewerbe.

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

IG Bauen-Agrar-Umwelt
Bezirksverband Oderland
Zehmeplatz 11
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49335 54 97 25
Tel.: +49335 54 42 28
E-mail: eberswalde@igbau.de
Homepage

DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 21 240 - 0
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

Handwerkskammer Frankfurt (Oder)
Region Ostbrandenburg
Bahnhofstraße 12
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (3 35) 56 19 0
Tel.: +49 (3 35) 53 50 11
E-mail: info@hwk-ff.de
Homepage

Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
Homepage