Landwirt/-in in Deutschland

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (Duales System)

Unter der dualen Ausbildung versteht man die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Voraussetzung für eine Berufsausbildung im dualen System ist in Deutschland ein Berufsausbildungsvertrag mit einem Betrieb.

Abschluss: Landwirt/-in

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Landwirte und Landwirtinnen erzeugen pflanzliche sowie tierische Produkte und verkaufen diese. Ab­hängig vom jahreszeitlichen Ablauf bearbeiten sie Böden, wählen Saatgut aus, mähen, düngen, pfle­gen Pflanzen und wenden Pflanzenschutzmittel an. Bei ihren Tätigkeiten benutzen sie meist landwirt­schaftliche Nutzfahrzeuge und Anlagen, die sie nicht nur bedienen und überwachen, sondern auch warten. Nach der Ernte lagern oder konservieren sie ihre Erzeugnisse oder vermarkten sie. In der Tierhaltung füttern, tränken und pflegen sie Nutztiere und reinigen Ställe. Auch Buchführungs-­ und Do­kumentationsarbeiten gehören zu ihren Aufgaben.

Quelle: BERUFENET

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf Landwirte und Landwirtinnen ist vergleichbar mit dem polnischen Beruf:

  • Landwirt (poln. rolnik), Ausbildungsniveau – Branchenschule 1. Grades (polnische Bezeichnung: szkoła branżowa I stopnia)
  • Techniker für Landwirtschaft (poln. technik rolnik),Ausbildungsniveau – Branchenschule 2. Grades(polnische Bezeichnung: szkoła branżowa II stopnia)

 Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte” und „Stundenpensum“ zu finden.

Ausbildungsstätten

Die Ausbildungsstätte ist im dualen System in erster Linie der Betrieb. Zusätzlich gibt es Berufsschulen (in Brandenburg heißen sie "Oberstufenzentren"). Das Ausbildungsunternehmen informiert, welche die entsprechende Schule für diesen Beruf in der Region ist.

Konrad-Wachsmann Oberstufenzentrum
Campus für berufliche Bildung
Potsdamer Straße 4
15234 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0)335 606970
Tel.: +49 (0)335 6069719
E-mail: kwosz@schulen-ff.de
Homepage

Oberstufenzentrum Märkisch-Oderland
Wriezener Straße 28
15344 Strausberg
Deutschland
Tel.: +49 (0)3341 34550
Tel.: +49 (0)3341 345544
E-mail: info@oberstufenzentrum-mol.de
Homepage

Oberstufenzentrum Palmnicken
Palmnicken 1
15517 Fürstenwalde
Deutschland
Tel.: +49 (0)3361 3762101
Tel.: +49 (0)3361 3762201
E-mail: sekretariat@osz-palmnicken.biz
Homepage

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Duale Ausbildung

Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Landwirte mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife ein.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Verkürzung der Ausbildung:

Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Die Verkürzungsdauer beträgt meist 6 Monate.

Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb lernen die Auszubildenden beispielsweise:

  • wie Nutztiere gefüttert und betreut werden
  • welche Vorbeugemaßnahmen es gegen Tierkrankheiten gibt
  • wie Lagerräume und Lagerbehälter zu pflegen sind
  • wie man Maschinen für die Bodenbearbeitung, Saat, Düngung und Ernte bedient
  • welche Wartungsvorschriften und Schmierpläne beim Pflegen und Warten von Maschinen und Einrichtungen einzuhalten sind
  • wie man Verkaufsprodukte aufbereitet und dabei Anlagen zum Trocknen, Reinigen, Sortieren, Mahlen und Mischen benutzt
  • was beim Milchmelken und der Euterpflege zu beachten ist
  • wie man Bodenuntersuchungen durchführt und den Nährstoffgehalt des Bodens ermittelt
  • welche Qualitätsnormen und -kontrollen zu beachten sind
  • wie man Futtervoranschlag und Futterberechnungen kalkuliert

Darüber hinaus werden während der gesamten Ausbildung Kenntnisse über Themen wie Rechte und Pflichten während der Ausbildung, Organisation des Ausbildungsbetriebs und Umweltschutz vermittelt.

Quelle: BERUFENET

Stundenpensum (Theorie)

Der Unterricht in der Berufsschule findet ein- bis zweimal pro Woche statt.

Wobei sich der Unterricht in folgende Lernfelder gliedert:

Auszug aus dem Rahmenlehrplan

1. Ausbildungsjahr:

  • Pflanze - Produktionsverfahren/Betriebszweig: Standortaufnahme, Bodenbearbeitung, Aussaat/Pflanzung, Düngung, Bestandspflege, Vermarktung/Betriebserfolg
  • Tier - Produktionsverfahren/Betriebszweig: Standortaufnahme, Fütterung, Züchtung, Haltung, Pflege, Vermarktung/Betriebserfolg

2. und 3. Ausbildungsjahr:

  • Vertiefen der Kenntnisse aus dem 1. Ausbildungsjahr
  • Alternative Landwirtschaft

Zwischenprüfung vor Ende des 2. Ausbildungsjahres

Abschlussprüfung nach dem 3. Ausbildungsjahr

Gesamtstunden: 880 Stunden

Stundenpensum (Praxis)

Ausbildung im Betrieb (berufliche Grundbildung) und nach Bedarf in überbetrieblichen Lehrgängen: Auszug aus dem Ausbildungsrahmenplan

1. Ausbildungsjahr:

  • Techniken und Organisation der betrieblichen Arbeit, Produktion und Vermarktung
  • Pflanzenproduktion
  • Tierproduktion

Ausbildung im Betrieb (berufliche Fachbildung) und nach Bedarf in überbetrieblichen Lehrgängen:

2. und 3. Ausbildungsjahr:

  • Vertiefen der Kenntnisse aus dem 1. Ausbildungsjahr
  • betriebliche Ergebnisse, z.B. Leistungen und Kosten in den Betriebszweigen ermitteln

Kosten der Ausbildung

Duale Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Unter bestimmten Bedingungen können Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Ausbildungsvergütung

 

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist abhängig vom Ausbildungsbereich (z.B. Industrie und Handel, Handwerk) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet.

Auch die Stadt/Region ist entscheidend für die Höhe der Ausbildungsvergütung, es kommt immer noch zu Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Die Auszubildenden können monatlich ca. 600 bis 800 € Ausbildungsvergütung erhalten.

Quelle:

 Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Berufs- und Verdienstaussichten

Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen gezahlt. Es treten regional und branchenabhängig große Einkommensunterschiede auf.

Daher kann man die aktuellen regionalen Gehälter am besten auf folgenden Webseiten erfahren:

www.gehalt.de

www.gehaltsvergleich.com

www.nettolohn.de

Tarifliche Regelungen

Über tarifliche Regulierungen in der Landwirtschaft informiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt.

Da der Tarifvertrag keine Allgemeinverbindlichkeit besitzt, kann der Tarifvertrag angewendet werden, jedoch besteht keine Verpflichtung auf Einhaltung der Tarifstandards, wenn der Betrieb nicht tarifgebunden ist. Des Weiteren bestehen große regionale und standortbezogene Unterschiede.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Weiterbildung kann dazu dienen, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, sich zu spezialisieren, beruflich voranzukommen oder sich selbstständig zu machen.

Anpassungsweiterbildung:

  • Landwirtschaft, Pflanzenschutz, Tierzucht und -haltung

Aufstiegsweiterbildungen:

Meister/-innen:

  • Landwirtschaftsmeister/in
  • Agrarservicemeister/in

Techniker/innen:

  • Techniker/in - Agrartechnik

Fach- und Betriebswirte/-wirtinnen, Fachkaufleute:

  • Betriebswirt/in (Fachschule) - Agrarbetrieb

Sonstige Aufstiegsweiterbildungen:

  • Klauenpfleger

Studienfächer:

  • Agrarmanagement (grundständig)
  • Pferdewirtschaft

Interessante Links

https://www.landwirtschaft.de/

Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

www.bildungsserveragrar.de

Bildungsserver Agrar

www.bauernverband.de

Deutscher Bauernverband e.V. - DBV

Job- und Bewerberdatenbanken

http://jobboerse.arbeitsagentur.de
JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. Gegliedert nach Berufsfeldern und Regionen.

http://www.monster.de
allgemeine Jobbörse, in Berufsfelder gegliedert

http://www.jobs.de
allgemeine Jobbörse, regionale Suchfunktion

http://www.jobrobot.de
Unterteilung in Branchen und Regionen



Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

IG Bauen-Agrar-Umwelt
Bezirksverband Oderland
Zehmeplatz 11
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49335 54 97 25
Tel.: +49335 54 42 28
E-mail: eberswalde@igbau.de
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

Handwerkskammer Cottbus
Altmarkt 17
03046 Cottbus
Deutschland
Tel.: +49355 7835-444
Tel.: +49355 7835-280
E-mail: hwk@hwk-cottbus.de
Homepage

Arbeitsvermittler

Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)
Besucheradresse
Heilbronner Str. 24
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: 01801 555111
E-mail: 1234@agentur.de
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