Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung in Deutschland

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Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (Duales System)

 

Unter der dualen Ausbildung versteht man die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Voraussetzung für eine Berufsausbildung im dualen System ist in Deutschland ein Berufsausbildungsvertrag und in Österreich, der Schweiz und Südtirol ein Lehrvertrag mit einem Betrieb.

 

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung sind Kaufleute des nationalen und internationalen Güterverkehrs. Sie sind in Unternehmen tätig, die den Transport von Gütern und sonstige logistische Dienstleistungen organisieren, steuern, überwachen und abwickeln. Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung arbeiten vor allem in den Bereichen Leistungserstellung, Auftragsabwicklung und Absatz. Sie nehmen ihre Aufgaben im Rahmen betrieblicher Anweisungen und der maßgebenden Rechtsvorschriften selbstständig wahr und treffen Vereinbarungen mit Geschäftspartnern.

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung:

  • nutzen Möglichkeiten der Zusammenfassung von Sendungen zu größeren Ladeeinheiten
  • besorgen den Versicherungsschutz
  • berücksichtigen Zoll- und außenwirtschaftliche Bestimmungen
  • nutzen Informations- und Kommunikationstechnologien
  • beschaffen Informationen und stellen sie zur Verfügung
  • korrespondieren und kommunizieren mit ausländischen Geschäftspartnern und Kunden in englischer Sprache und bearbeiten englischsprachige Dokumente
  • ermitteln Kundenwünsche, beraten und betreuen Kunden
  • ermitteln und bewerten Leistungsangebote auf dem Transport- und Logistikmarkt
  • kalkulieren Preise
  • erarbeiten Angebote und bereiten Verträge vor
  • bearbeiten Kundenreklamationen und Schadenmeldungen und veranlassen Schadenregulierungen
  • wickeln Zahlungsvorgänge und Vorgänge des Mahnwesens ab
  • wirken bei der Ermittlung von Kosten und Erträgen sowie der kaufmännischen Steuerung mit
  • beobachten den Markt und wirken an der Weiterentwicklung des Leistungsangebots ihres Unternehmens mit
  • wirken beim Aufbau von Netzwerken zur Zusammenfassung, Beförderung und Auslieferung von Ladungen mit
  • wirken bei der Entwicklung von Logistikkonzepten mit

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf Kaufmann/-frau für Spedition und Ligistikdienstleistung ist teilweise vergleichbar mit den polnischen Berufen:

  • Techniker – Kaufmann für Spedition (poln. technik spedytor), Ausbildungsart – vierjährige technische Sekundarschule (poln. technikum).
  • Techniker – Kaufmann für Logistik (poln. technik logistyk), Ausbildungsart – vierjährige technische Sekundarschule (poln. technikum).

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte” und „Stundenpensum” zu finden.

Ausbildungsstätten

In der Region bilden unter anderem die aufgelisteten Betriebe und Schulen im BerufKaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung aus.

Oberstufenzentrum II Potsdam
Wirtschaft und Verwaltung
Zum Jagenstein 26
14478 Potsdam
Deutschland
Tel.: +49 (0) 331 2 89 72 00
Tel.: +49 (0) 331 2 89 72 01
E-mail: osz2.potsdam@t-online.de
Homepage

Oberstufenzentrum Lotis
Logistik, Touristik, Immobilien, Steuern
Dudenstraße 35/37
10965 Berlin
Deutschland
Tel.: +49 (0) 30 / 786 045-21
E-mail: leitung(at)osz-lotis.de
Homepage

LEIPA Georg Leinfelder GmbH
Postfach 10 01 55
16284 Schwedt/Oder
Deutschland
Tel.: +49 3332 24-3170
Homepage

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Auszubildende mit einem qualifizierten Hauptschulabschluss oder einem mittleren Bildungsabschluss ein.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Verkürzung:
Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich.

Ausbildungsinhalte

Während der beruflichen Grundbildung im 1. Ausbildungsjahr lernen die angehenden Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:

  • wie Speditions- und Frachtverträge abgeschlossen werden

  • wie man Verkehrsverbindungen unter Berücksichtigung verkehrsgeografischer und wirtschaftlicher Gesichtspunkte festlegt

  • wie man Kunden berät, auf Kundenwünsche eingeht und Angebote über Speditionsleistungen erstellt

  • welche güterbezogenen Sicherheitsvorschriften zu beachten sind

  • wie man die englische Sprache bei Fachaufgaben anwendet

  • wie Eingangsrechnungen kontrolliert und bearbeitet werden

  • wie Versendungen durchgeführt werden

  • welche Rechte und Pflichten aus betrieblichen Haftpflicht- und Sachversicherungsverträgen entstehen

  • wie Material und Energie wirtschaftlich und umweltschonend genutzt werden

  • wie man betriebsspezifische und Standardsoftware anwendet, Informationen erfasst, Daten eingibt und pflegt

  • wie die Regelungen des Datenschutzes eingehalten werden


Während des 2. Ausbildungsjahres wird en Auszubildenden u.a. vermittelt:

  • welche Transportmittel sich für bestimmte Güter eignen, welche rechtlichen Bedingungen man berücksichtigen muss und wie man Beschränkungen ermittelt

  • was bei der Auswahl von Dienstleistern, insbesondere Frachtführern und Verfrachtern, zu beachten ist

  • welche Arten der Lagerorganisation es gibt und wie die Arbeitsabläufe im Lager in logistische Arbeitsabläufe eingebunden werden

  • wie man die logistischen Bedürfnisse von Kunden ermittelt, Umsetzungsmöglichkeiten überprüft und Lösungsvorschläge ausarbeitet

  • wie man die Möglichkeiten der Verknüpfung von Leistungen einzelner Verkehrsträger nutzt

  • wie Marktinformationen erschlossen werden

  • wie man Angebote einholt, vergleicht und bewertet

  • wie man Verträge gestaltet und erstellt

  • wie Aufgaben im Team geplant werden und interne und externe Zusammenarbeit im Arbeitsprozess gestaltet werden kann

  • welche Maßnahmen zur Schadensverhütung und Schadensminderung getroffen werden sollen und wie diese überwacht werden

  • wie man qualitätssichernde Maßnahmen im eigenen Arbeitsbereich anwendet

  • wie man Daten für Leistungsabrechnungen und Kalkulationen ermittelt

  • wie man Zahlungsvorgänge bearbeitet und welche Grundsätze bei einer ordnungsgemäßen Kassenführung zu beachten sind


Im 3. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden: 

  • welche Gefahren im Umgang mit Gefahrgut bestehen, welche Gefahrenklassen und -symbole zu beachten sind und wie güterbezogene Sicherheitsvorschriften umzusetzen sind

  • welche Vorschriften man im grenzüberschreitenden Verkehr berücksichtigen muss, welche zoll- und außenwirtschaftlichen Rechtsvorschriften zu berücksichtigen sind und wie das Akkreditivverfahren funktioniert

  • wie man Kunden organisatorische und zeitliche Abläufe sowie Möglichkeiten der Sendungsverfolgung erläutert

  • wie man Kundenreklamationen bearbeitet, Kunden bei Leistungsstörungen informiert und Schadensfälle abwickelt

  • wie man Schadenersatzansprüche prüft, Regressansprüche gegenüber Dritten wahrt und Regulierungen veranlasst

  • welche Maßnahmen bei Zahlungsverzug einzuleiten sind

  • wie man Daten für die Erstellung von Statistiken beschafft, Statistiken erstellt und präsentiert

  • welche Zusammenhänge zwischen Qualität und Kundenzufriedenheit bestehen und welche Auswirkungen dadurch auf das Betriebsergebnis entstehen


Während der gesamten Ausbildungszeit wird den Auszubildenden vermittelt: 

  • welche gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag entstehen

  • wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist

  • wie die Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften angewendet werden

  • welche Umweltschutzmaßnahmen zu beachten sind


Hier
geht's zur Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung/zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung.

Stundenpensum (Theorie)

Der theoretische Unterricht umfasst die folgenden Lernfelder (Zeitrichtwert in Stunden):

Im 1. Ausbildungsjahr:
  • Die Berufsausbildung mitgestalten (40)
  • Im Speditionsbetrieb mitarbeiten (80) 
  • Geschäftsprozesse dokumentieren und Zahlungsvorgänge bearbeiten (40)
  • Verkehrsträger vergleichen und Frachtaufträge im Güterkraftverkehr bearbeiten (80)
  • Speditionsaufträge im Sammelgut- und Systemverkehr bearbeiten (80)


Im 2. Ausbildungsjahr:

  • Frachtaufträge eines weiteren Verkehrsträgers bearbeiten (40)
  • Geschäftsprozesse erfolgsorientiert steuern (80)
  • Betriebliche Beschaffungsvorgänge planen, steuern und kontrollieren (40)
  • Lagerleistungen anbieten und organisieren (40)
  • Exportaufträge bearbeiten (80)


Im 3. Ausbildungsjahr:

  • Importaufträge bearbeiten (40)
  • Beschaffungslogistik anbieten und organisieren (40)
  • Distributionslogistik anbieten und organisieren (80)
  • Marketingmaßnahmen entwickeln und durchführen (40)
  • Speditionelle und logistische Geschäftsprozesse an wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausrichten (80)


Insgesamt: 880 Stunden


Eine Übersicht über die Inhalte einzelner Lernfelder findet sich im Rahmenlehrplan.

Stundenpensum (Praxis)

Während einer dualen Ausbildung werden Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung im Ausbildungsbetrieb praktisch und in der Berufsschule theoretisch ausgebildet.

Der praktische Teil der Ausbildung macht in der Regel ca. 60% der Gesamtausbildungszeit aus.

Kosten der Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Förderungsmöglichkeiten

Unter bestimmten Bedingungen können Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten. Informationen hierzu erteilen die örtlichen Agenturen für Arbeit. Über Voraussetzungen und Höhe einer möglichen Beihilfe informieren das entsprechende Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit sowie der BAB-Rechner.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Ihre Höhe ist abhängig vom Ausbildungsbereich (Industrie und Handel, Handwerk u.a.) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet, sowie vom räumlichen Geltungsbereich des einschlägigen Tarifvertrages. Unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise wenn der Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden ist, sind auch frei vereinbarte Ausbildungsvergütungen möglich.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Die Auszubildenden können in den einzelnen Ausbildungsjahren monatlich folgende Ausbildungsvergütungen erhalten:

1. Ausbildungsjahr: 435 bis 601 €

2. Ausbildungsjahr: 460 bis 677 €

3. Ausbildungsjahr: 505 bis 776 €

Quelle: Tarifregister Berlin Brandenburg

Berufs- und Verdienstaussichten

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen und einen Eindruck von der Bandbreite der Einkommen vermitteln.
Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt.

Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen gezahlt. Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf.


Bei dieser Tätigkeit kann die tarifliche Bruttogrundvergütung beispielsweise € 1.300 bis € 2.200 im Monat betragen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:


LohnSpiegel.de

Tarifspiegel.de

Tarifregister Berlin Brandenburg

Tarifliche Regelungen

Für diesen Beruf gelten die für die jeweilige Branche gültigen Tarifverträge.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Folgende Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen:


  • Staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in, Fachrichtung Verkehr/Logistik (Fachschule)
  • Staatlich geprüfte/r Logistiker/in (Fachschule)
  • Geprüfte/r Verkehrsfachwirt/in (IHK)
  • Geprüfte/r Fachwirt/in für Hafenwirtschaft, Transport und Logistik (IHK)
  • Geprüfte/r Fachkaufmann/frau für Einkauf und Logistik (IHK)
  • Geprüfte/r Fachkaufmann/frau für Außenwirtschaft (IHK)
  • ELA-Zertifizierung: European Junior Logistican (Supervisory/Operational-Level)

Interessante Links

Job- und Bewerberdatenbanken

Branchenspezifische Job- und Ausbildungsbörse:
http://berufswelt-logistik.de

Private Jobbörsen:

www.jobpilot.de

www.jumpforward.de

www.jobscanner.de
www.monster.de

Stellen- und Ausbildungsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit:
www.joboerse.arbeitsagentur.de

Stellenangebote für qualifizierte Fach- und Führungskräfte:
www.jobscout24.de

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Frankfurt/Oder
Zehmeplatz 11
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0) 0335/60677-0
Tel.: +49 (0) 0335/60677-77
E-mail: bz.nob@verdi.de
Homepage

Deutscher Speditions- und Logistikverband e.V.
DSLV
Weberstraße 77
53113 Bonn
Deutschland
Tel.: +49228914400
Tel.: +49228914499
E-mail: info@dslv.spediteure.de
Homepage

DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 21 240 - 0
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

IHK Ostbrandenburg
Puschkinstraße 12b
15236 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49335 5621-1111
Tel.: +49335 5621-1119
E-mail: info@ihk-ostbrandenburg.de
Homepage

Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
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