Fragen rund um Schule und Ausbildung in Deutschland und Polen


Was ist der Unterschied bei den Schulen?

Deutschland:

  • Alles ist dezentral in der Bildung. Deswegen haben die Schulen andere Namen in jedem Bundesland oder bedeuten häufig was anderes. Grundschule und Gymnasium sind meist gleich, nur die Anzahl der Jahre ändert sich.
  • Es gibt viele Namen für die Sekundarstufe: zum Beispiel gibt es Realschulen, Oberschulen, Hauptschulen, Gemeinschaftsschulen, Gesamtschulen etc.  Es gibt zwar ein Abitur, aber sogar hier sind die Anforderungen andere.
  • Man muss schon früher als in PL entscheiden (mit 10 teilweise), welche Schule man als nächstes wählt und damit auch schon grob einen Berufsweg anvisiert.
  • Hier seht ihr als Beispiel das brandenburgische Schulsystem. Dort ist die wichtige Schule für den Berufsstart das „Oberstufenzentrum“, das OSZ, das heißt, es ist eine Art Berufsschule.

Polen:

  • Alles ist zentral geregelt von Warschau aus. Das heißt in ganz Polen heißen die Schulen gleich und haben die gleichen Abschlüsse.
  • Neues Bildungssystem: 2019/20 wurde alles neu benannt, so dass es jetzt keine Gymnasien mehr gibt, sondern nur noch Grundschulen auf diesem Level.
  • Acht Jahre Grundschule sind erst einmal gesetzt. Erst recht spät, mit ungefähr 15 Jahren kommen dann erst die Entscheidungen für den späteren Berufsweg.
  • Für den Beruf gibt es verschiedene Schuloptionen: Meistens lernt man ihn an den 2019/20 neu eingeführten „Branchenschulen“, dem Technikum oder der postgymnasialen Schule (meisten Büro- und Medizinberufe).
  • Branchenschulen haben zwei Stufen, genannt „Grade“: erster Grad (einfachere Tätigkeit), zweiter Grad (kompliziertere Tätigkeit)

 

Was ist der Unterschied bei der Ausbildung?

Deutschland:

  • Duale Ausbildung als Schlagwort, das bedeutet Unternehmen und Schule im Wechsel. Das gilt für fast alle Bereiche, außer z.B. dem medizinischen und sozialen. Doch auch dort wird der Praxisanteil und damit die Vergütung der Ausbildung immer höher. Alle Berufe (außer Pflege/Medizin) sind in ganz Deutschland gleich, da sie nach dem BIBB geordnet sind.
  • Deutsche mögen auch „duale“ Studiengänge: dort können sie die gute Qualität (und Vergütung) ihrer dualen Ausbildung mit einem Studium verbinden. Es kostet natürlich auch doppelte Kraft, weil beides parallel läuft.
  • Starke Spezialisierung: nicht wundern, die deutschen Berufe können manchmal ganz schön lang sein, weil sie gern noch eine bestimmte Fachrichtung haben:  Da gibt es dann zum Beispiel einen Fluggerätmechaniker,-in Fachrichtung: Fertigungstechnik (DE), der in Polen äquivalent nur ein „Fluggerätmechaniker“ wäre.
  • Überall gibt es „Kaufleute“: Deutsche mögen die Bezeichnung Kaufleute, z.B. den Beruf „Kaufmann für Digitalisierungsmanagement“; in Polen wäre ein ähnlicher Beruf der „Techniker für Informatik“.

Polen:

  • Die berufliche Ausbildung ist weitestgehend schulisch. Ob Branchenschule oder Technikum, es gibt viele Möglichkeiten, eine Ausbildung an einer Schule zu machen. Praktika an Unternehmen werden immer wichtiger für die Ausbildung in Polen.
  • Überall gibt es “ Techniker“: viele Berufe heißen „Techniker für …“, weil es auf eine Spezialisierung hinweist, z.B. ist der Techniker – Kaufmann für Kosmetikdienstleistungen (PL) nach deutschem  Verständnis nicht unbedingt ein technischer Beruf
  • Polen studieren sehr gern: es gibt in einigen Bereichen Studiengänge, in denen in Deutschland eine Ausbildung gemacht wird. Dies betrifft die Erziehung/Medizin und Informatik besonders