Fachkraft für Abwassertechnik in Deutschland

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Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (Duales System)

 

Unter der dualen Ausbildung versteht man die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Voraussetzung für eine Berufsausbildung im dualen System ist in Deutschland ein Berufsausbildungsvertrag und in Österreich, der Schweiz und Südtirol ein Lehrvertrag mit einem Betrieb.


Ausbildungsordnung für diesen Beruf

Rahmenlehrplan für diesen Beruf

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Fachkräfte für Abwassertechnik arbeiten im Bereich von Entwässerungsnetzen sowie der Abwasser- und Klärschlammbehandlung in kommunalen und industriellen Kläranlagen.

Fachkräfte für Abwassertechnik:

  • planen, überwachen, steuern und dokumentieren die Prozessabläufe
  • erkennen Störungen im Prozessablauf und leiten Maßnahmen zur Störungsbeseitigung ein
  • erkennen Gefährdungen im Arbeitsablauf und führen Schutzmaßnahmen durch 
  • führen Messungen und analytische Bestimmungen zur Prozess- und Qualitätskontrolle durch 
  • bedienen Anlagen und Geräte 
  • inspizieren und warten Maschinen, Geräte, Rohrleitungssysteme und bauliche Anlagen und halten diese instand 
  • kennen die Gefahren im Umgang mit elektrischem Strom, beurteilen Störungen und führen elektrotechnische Arbeiten aus 
  • erfassen Daten, werten sie aus und nutzen die Prozessoptimierung 
  • überwachen und dokumentieren die Einhaltung rechtlicher Anforderungen
  • arbeiten kosten-, umwelt- und hygienebewusst 

Ausbildungsstätten

Kontaktdaten der Arbeitgeber für die praktische Ausbildung sind u. a. hier zu finden.

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Grundsätzlich wird – wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen – keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend angehende Fachkräfte für Abwassertechnik mit einem mittleren Bildungsabschluss ein.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Die zuständige Stelle hat auf gemeinsamen Antrag von Auszubildenden und Ausbildenden die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Die Verkürzungsdauer ist unterschiedlich und hängt von der Vorbildung ab. Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit beziehen (Teilzeitberufsausbildung).

Ausbildungsinhalte

Während der Ausbildung werden folgende Inhalte vermittelt:

  • Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht;
  • Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes; 
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit; 
  • Umweltschutz; 
  • betriebswirtschaftliche Prozesse, Arbeitsorganisation; 
  • Information und Dokumentation, qualitätssichernde Maßnahmen; 
  • Umweltschutztechnik, ökologische Kreisläufe und Hygiene; 
  • Grundlagen der Maschinen- und Verfahrenstechnik, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik; 
  • Umgang mit elektrischen Gefahren 
  • Anwenden naturwissenschaftlicher Grundlagen; 
  • Werk-. Hilfs- und Gefahrstoffe, gefährliche Arbeitsstoffe; Werkstoffbearbeitung; 
  • Lagerhaltung; Arbeitsgeräte und Einrichtungen; 
  • Sicherheitsvorschriften und Betriebsanweisungen; 
  • Betrieb und Unterhalt von Entwässerungssystemen; 
  • Indirekteinleiterüberwachung; 
  • Betrieb und Unterhalt von Abwasserbehandlungsanlagen; 
  • Klärschlammbehandlung und Verwertung von Abfällen aus Abwasseranlagen; 
  • Probenahme und Untersuchung von Abwasser und Schlamm; 
  • Dokumentation, Qualitäts- und Umweltmanagement; 
  • Elektrische Anlagen in der Abwassertechnik; 
  • Rechtsvorschriften und technische Regelwerke; 
  • Vertiefungsphase.

Stundenpensum (Theorie)

Unterrichtsstunden bezogen auf die 3-jährige Berufsausbildung:


Im 1. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden:

- Planen eines Umweltkonzeptes (80)

- Umgehen mit Mikroorganismen (40)

- Umweltchemikalien einsetzen (80)

- Rohrleitungssysteme betreiben (80)

Im 2. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden:

- Untersuchen von Wasser- und Abfallinhaltsstoffen (60)

- Maschinen und Einrichtungen bedienen und

- Instandhalten (80)

- Elektrische Anlagen betreiben und instandhalten (40)

- Entwässerungssysteme betreiben (60)

- Abwasser mechanisch reinigen (40)

Im 3. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden:

- Untersuchen von Abwasser und Schlämmen (60)

- Abwasser und Schlämme biologisch und chemisch behandeln (80)

- Elektrische Geräte anschließen (40)

- Entwässerungssysteme instandhalten und Indirekteinleiter überwachen (60)

- Abwasserbehandlungsanlagen steuern und regeln (40)

Insgesamt: 840 Std.

Stundenpensum (Praxis)

Während einer dualen Ausbildung werden Fachkräfte für Abwassertechnik im Ausbildungsbetrieb praktisch und in der Berufsschule theoretisch ausgebildet. Der praktische Teil der Ausbildung macht in der Regel ca. 80% der Gesamtausbildungszeit aus.

Kosten der Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Ihre Höhe ist abhängig vom Ausbildungsbereich (Industrie und Handel, Handwerk u.a.) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet, sowie vom räumlichen Geltungsbereich des einschlägigen Tarifvertrages. Unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise wenn der Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden ist, sind auch frei vereinbarte Ausbildungsvergütungen möglich.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Die Auszubildenden können in den einzelnen Ausbildungsjahren monatlich folgende Ausbildungsvergütungen erhalten:

1. Ausbildungsjahr: € 703

2. Ausbildungsjahr: € 753

3. Ausbildungsjahr: € 799

 

Quelle: Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Berufs- und Verdienstaussichten

Die Fachkraft für Abwassertechnik findet ihr Arbeitsumfeld sowohl in Unternehmen der Abwasserwirtschaft als auch in der öffentlichen Verwaltung, zum Beispiel in Umweltämtern. Das Gehalt kann entsprechend der Ausrichtung des Betriebes oder des Unternehmens von Arbeitgeber zu Arbeitgeber variieren. Der Verdienst bzw. das Einkommen hängt nicht zuletzt von dem Arbeitsumfang innerhalb eines Unternehmens ab.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen und einen Eindruck von der Bandbreite der Einkommen vermitteln. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Bei dieser Tätigkeit kann die tarifliche Bruttogrundvergütung beispielsweise € 1.400 bis € 2.000 im Monat betragen.

Siehe hierzu: www.LohnSpiegel.de

Tarifliche Regelungen

Je nach Branche richten sich die Gehälter nach den jeweils geltenden Tarifen im Öffentlichen Dienst, Industrie und Handel.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Der erfolgreiche Einstieg in den Beruf ist erst der Anfang: Eine Voraussetzung für den beruflichen Erfolg ist es, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben und das eigene Fachwissen durch Weiterbildung kontinuierlich zu ergänzen, zu vertiefen und an neue Entwicklungen anzupassen. Andere Perspektiven im Berufsleben können sein, sich zu spezialisieren, beruflich voranzukommen oder sich selbstständig zu machen.

Wer internationale Erfahrungen sammeln und im Ausland arbeiten möchte, kann seine Fremdsprachenkenntnisse ausbauen und internationale Qualifikationen erwerben.

Hinweis zu Fördermöglichkeiten

Für besonders begabte junge Fachkräfte besteht die Möglichkeit, ein Stipendium zu erhalten und bei Anpassungs- bzw. Aufstiegsweiterbildungen sowie bei einem Studium gefördert zu werden.

Weitere Informationen: Begabtenförderung berufliche Bildung

 

Weiterbildungen (Auswahl):

Geprüfte(r) Wassermeister/-in (IHK)

Technische(r) Fachwirt/-in

Technische(r) Betriebswirt/-in (IHK)

Eine Übersicht über das Angebot an beruflichen Aufstiegsweiterbildungen bietet die Datenbank KURSNET.

Eine Auswahl an Weiterbildungen gibt es unterwww.ihk-projekt.de.

Interessante Links

Alle Fachinfos rund ums Klärwerk:

http://www.klaerwerk.info/Aktuelles

Planet-Berufe.de – Informationen zum Start in die Ausbildung mit Bewerbungstraining:
http://www.planet-beruf.de

Kurzbeschreibungen und Informationen von der Arbeitsagentur zu allen Berufen:
http://berufenet.Arbeitsagentur.de

Job- und Bewerberdatenbanken

Aktuelle Lehrstellen in Ostbrandenburg:

www.ihk-lehrstellenboerse.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. Gegliedert nach Berufsfeldern und Regionen:

http://jobboerse.arbeitsagentur.de


Allgemeine Jobbörse, in Berufsfelder gegliedert:

http://www.jobpilot.de

Allgemeine Jobbörse, regionale Suchfunktion:

http://www.jobsuche.de

Jobbörse mit Unterteilung in Branchen und Regionen:

http://www.jobrobot.de

Große Jobbörse für Industrie und Gewerbe. Die Vielzahl von Angeboten lässt sich durch regionale und branchenbezogene Filterung eingrenzen, außerdem sind Volltextsuche und Zustellung interessierender Stellenausschreibungen per "Jobagent" möglich:

http://www.stepstone.de

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Frankfurt/Oder
Zehmeplatz 11
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0) 0335/60677-0
Tel.: +49 (0) 0335/60677-77
E-mail: bz.nob@verdi.de
Homepage

DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 21 240 - 0
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

IHK Ostbrandenburg
Puschkinstraße 12b
15236 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49335 5621-1111
Tel.: +49335 5621-1119
E-mail: info@ihk-ostbrandenburg.de
Homepage

Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
Homepage