Medizinische/-r Fachangestellte/-r in Deutschland

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Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (duales System)

Beim Ausbildungsberuf Medizinischer Fachangestellter bzw. Medizinische Fachangestellte handelt es sich um eine duale Ausbildung, die im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule stattfindet.

Der Monoberuf wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten im Bereich Freie Berufe ausgebildet.

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Worum geht es?

Medizinische Fachangestellte assistieren Ärzten und Ärztinnen bei der Untersuchung, Behandlung, Betreuung und Beratung von Patienten und führen organisatorische und Verwaltungsarbeiten durch.

Medizinische Fachangestellte arbeiten vorwiegend in Arztpraxen aller Fachgebiete sowie in Krankenhäusern und anderen Institutionen und Organisationen des Gesundheitswesens. Auch bei ambulanten Pflegediensten bieten sich Einsatzmöglichkeiten. Darüber hinaus können Medizinische Fachangestellte in betriebsärztlichen Abteilungen von Unternehmen, medizinischen Laboren oder Forschungsabteilungen von Pharmafirmen tätig sein.

Organisation und Ordnung in der Praxis

Sie sorgen für einen reibungslosen Praxisbetrieb, sowohl am Empfang als auch im Behandlungszimmer. Noch bevor die ersten Patienten eintreffen, überprüfen sie, ob in den Behandlungsräumen und im Labor die benötigten Instrumente, Arzneimittel und Formulare vorhanden sind und am richtigen Platz liegen. Im gesamten Praxisbereich achten sie auf Hygiene und tragen Praxiskleidung, z.B. weiße Kittel. Wenn sie am Empfangsschalter tätig sind, begrüßen sie die Patienten und bereiten den weiteren Praxisablauf vor. Freundlichkeit und Verständnis sind hierbei unverzichtbar, da Medizinische Fachangestellte oft die ersten Ansprechpartner sind. Sie nehmen über Computer und Chipkarte persönliche Daten in die elektronische Patientenakte auf und achten bei ihrer Tätigkeit stets auf den Datenschutz.

Die Organisation und Verwaltung der ärztlichen Praxis macht einen großen Teil der Arbeit von Medizinischen Fachangestellten aus: Sie schreiben Arztbriefe sowie Überweisungen an Fachärzte oder Kliniken und nehmen Abrechnungen mit Krankenkassen und Privatpatienten vor. Sie wickeln den Schriftverkehr mit Patienten, Behörden, Firmen und Trägern der Sozialversicherung ab, bereiten Atteste vor und führen die Patientenakten. Als Kodierfachkraft bereiten sie die Abrechnungen vor, dokumentieren und kodieren medizinische Diagnosen und Behandlungen. Bei ihrer Arbeit wenden sie die einschlägigen Rechtsvorschriften an. Die Beachtung der ärztlichen Schweigepflicht ist für das Personal in der Arztpraxis selbstverständlich.

Betreuen und assistieren

Medizinische Fachangestellte müssen den Überblick behalten, auch wenn gleichzeitig das Telefon läutet, ein Patient dringend ein Rezept, der andere eine Krankschreibung braucht. Sie müssen Notfälle erkennen und in der Terminplanung berücksichtigen. Dazu ist auch medizinisches Fachwissen gefragt. Zu ihren Aufgaben gehört zudem die Betreuung der Patienten während einer Behandlung. Sie assistieren dem Arzt oder der Ärztin, nehmen Blut ab, legen Verbände an und verabreichen Medikamente und Injektionen. Bei der Prävention beraten sie Patienten über Vor- und Nachsorgemöglichkeiten, ggf. halten sie auch Schulungen zu Gesundheitsthemen in der Praxis ab. Medizinische Fachangestellte führen viele ihrer Aufgaben nach Anweisung des Arztes oder der Ärztin weitgehend eigenständig durch.

Wenn sie Arzt oder Ärztin bei der Behandlung assistieren oder im ambulanten Dienst unterwegs sind, tragen Medizinische Fachangestellte Schutzkleidung wie z.B. Einweghandschuhe. Der Anblick von Blut, Körperausscheidungen oder Verletzungen darf sie nicht aus der Fassung bringen. Nach der Behandlung desinfizieren sie die Instrumente, trocknen diese und legen sie in den Sterilisator. Im Labor führen Medizinische Fachangestellte Untersuchungen an Blut, Stuhl oder Harn durch, benutzen Geräte wie Mikroskope und dokumentieren die Ergebnisse. Auch hierbei sind Sachverstand, Sorgfalt und Präzision gefragt.

Medizinische Fachangestellte haben folgende Aufgaben:

- Patienten betreuen

  • Termine telefonisch bzw. in der Praxis festlegen
  • Patienten empfangen
  • Patienten gezielt nach ihren Befindlichkeitsstörungen zur Einschätzung der medizinischen Dringlichkeit bzw. zur Erkennung von Notfällen befragen
  • bei neuen Patienten Krankenblatt anlegen, persönliche Daten und bisherige Krankengeschichte aufnehmen
  • Patienten im Wartezimmer betreuen, ggf. auch nach der Behandlung
  • nach Absprache mit dem Arzt/der Ärztin Rezepte ausgeben
  • Patienten zu Themen der Gesundheitsvorsorge beraten, ggf. auch Schulungen in der Praxis halten
  • Kontakte zu kooperierenden Therapeuten, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen pflegen
  • Patienten über Kursangebote informieren
  • Aufgaben im Rahmen von Disease-Management-Programmen übernehmen
  • Serviceleistungen organisieren und anbieten, z.B. Recall-System zur Erinnerung an Impftermine
  • als mobile/r Praxishelfer/in Patienten besuchen
  • Patientenbefragungen durchführen

- Sprechstundenablauf organisieren

  • Besucherfolge regeln
  • Praxisräume vorbereiten, interne Abläufe planen
  • Postein- und -ausgang sowie Telefonverkehr abwickeln
  • Schriftverkehr erledigen
  • Arznei-, Heil- und Hilfsmittel nach Vorschrift aufbewahren und handhaben, Praxisbedarf bevorraten
  • Teambesprechungen organisieren, um Praxisabläufe zu optimieren

- bei Behandlungen und Untersuchungen assistieren

  • Patientendaten für die Untersuchung bereithalten
  • Instrumente, Geräte und Apparaturen für die Behandlung bereitlegen bzw. vorbereiten
  • bei diagnostischen Maßnahmen mitwirken, z.B. bei EKG, Röntgen oder Endoskopie
  • bei therapeutischen Maßnahmen mitwirken, z.B. bei Injektionen, Verbänden, Spülungen oder kleinen chirurgischen Eingriffen
  • Blutentnahmen für Laboruntersuchungen durchführen
  • in Notfallsituationen assistieren und Hilfe leisten bzw. selbstständig erste Maßnahmen ergreifen

- medizinische Instrumente, Geräte und Apparate anwenden, pflegen und warten

  • bei der Arbeit mit medizinischen Geräten und Apparaten Fehler in der Funktionsweise erkennen, Maßnahmen zu deren Beseitigung ergreifen
  • Instrumente und Geräte desinfizieren, reinigen und sterilisieren
  • bei der Anwendung medizinischer Geräte und Apparate mitwirken, insbesondere bei Diagnose und Therapie

- Laborarbeiten durchführen

  • Urin-, Stuhl- und Blutproben gewinnen und untersuchen, Ergebnisse dokumentieren und protokollieren
  • Labordaten bewerten und dokumentieren
  • Untersuchungsmaterialien aufbewahren, versenden und entsorgen

- Büro-, Verwaltungs- und Abrechnungsarbeiten durchführen

  • Patientenakte pflegen, Patientendokumentation organisieren
  • Schriftverkehr z.B. mit Patienten/Patientinnen, Behörden, Berufsorganisationen, Leistungsträgern erledigen
  • Arzt- und Überweisungsschreiben sowie Befunde und Krankheitsberichte schreiben und anfordern
  • Zahlungsvorgänge abwickeln und überwachen
  • ggf. als Kodierfachkraft Abrechnungen vorbereiten, medizinische Leistungen dokumentieren und Diagnosen kodieren
  • Abrechnungen mit gesetzlichen Krankenkassen und anderen Kostenträgern durchführen
  • Quartalsabrechnungen durchführen
  • Rechnungen ausstellen
  • ggf. die Praxis-Homepage pflegen und aktualisieren (z.B. zu Pollenflug)

- Bei Tätigkeit an Klinikinstituten

  • Studien koordinieren
  • Kongresse und auswärtige Termine organisieren
  • Lehrveranstaltungen planen (z.B. Räume reservieren)
  • Dienstreise- und sonstige Kosten abrechnen

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf medizinische/-r Fachangestellte/-r ist teilweise vergleichbar mit dem polnischen Beruf:

- Krankenschwester / Krankenpfleger (poln. pielęgniarka / pielęgniarz), Ausbildungsniveau – Hochschulausbildung: ein Bachelorstudium (3 Jahre) und eventuell ein Magisterstudium (2 Jahre) als Aufbaustudium

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte” und „Stundenpensum“ zu finden.

Ausbildungsstätten

Konrad-Wachsmann Oberstufenzentrum
Campus für berufliche Bildung
Potsdamer Straße 4
15234 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0)335 606970
Tel.: +49 (0)335 6069719
E-mail: kwosz@schulen-ff.de
Homepage

OSZ I Barnim
Cordula Barthel
Hans-Wittwer-Str. 7
16356 Bernau bei Berlin
Deutschland
Tel.: +493338-709310
E-mail: osz1-barnim.schulleitung@schulen.kvbarnim.de
Homepage

Oberstufenzentrum Johanna Just Potsdam
Monika Landvoigt
Berliner Straße 114 – 115
14467 Potsdam
Deutschland
Tel.: +49331 - 289 73 00
Tel.: +49331 - 289 73 47
E-mail: info@osz-j-just.de
Homepage

Oberstufenzentrum Teltow-Fläming
An der Stiege 1
14943 Luckenwalde
Deutschland
Tel.: +49 (0) 3371-40100
Tel.: +49 (0) 3371-401012
Homepage

Oberstufenzentrum 2 des Landkreises Spree-Neiße
Makarenkostr. 8/9
03050 Cottbus
Deutschland
Tel.: +49355 86694-0
Tel.: +49355 86694-34090
Homepage

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Grundsätzlich wird – wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen – keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend angehende Medizinische Fachangestellte mit einem mittleren Bildungsabschluss ein.

 

Weitere Ausbildungsvoraussetzungen:

  • Vor Beginn der Ausbildung ist die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs in Form eines ärztlichen Attests nachzuweisen.
  • Jugendliche (Personen unter 18 Jahren), die in das Berufsleben eintreten, dürfen nach § 32 des Jugendarbeitsschutzgesetzes nur dann beschäftigt werden, wenn sie dem Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung vorlegen.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Verkürzung der Ausbildungszeit

Die zuständige Stelle hat auf gemeinsamen Antrag von Auszubildenden und Ausbildenden die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Die Verkürzungsdauer ist unterschiedlich und hängt von der Vorbildung ab. Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit beziehen (Teilzeitberufsausbildung).

Die Landesregierungen können über die Anrechnung von Bildungsgängen berufsbildender Schulen oder einer Berufsausbildung in sonstigen Einrichtungen bestimmen. Voraussetzung ist ein gemeinsamer Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden an die zuständige Stelle.

Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Gesellenprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Die Verkürzungsdauer beträgt meist 6 Monate.

Verlängerung der Ausbildungszeit

In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle die Ausbildungszeit verlängern, wenn dies erforderlich ist.

Ausbildungsinhalte

In den ersten 18 Monaten lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:

  • wie man Patienten vor, während und nach der Behandlung betreut und berät
  • wie man Patientendaten aufnimmt und elektronisch verarbeitet
  • bei der ärztlichen Therapie zu assistieren und z.B. Stütz- und Wundverbände anzulegen oder Wärme-, Kälte- und Reizstromanwendungen durchzuführen
  • Hygienemaßnahmen durchzuführen, Geräte, Instrumente und Apparate zu sterilisieren, kontaminierte Materialien zu entsorgen
  • wie man Infektionskrankheiten erkennt, welche Schutzmaßnahmen ggf. zu ergreifen sind und wie Infektionen vermieden werden können
  • ärztliche Untersuchungen und Behandlungen vorzubereiten, z.B. Patienten zu wiegen oder deren Lungenfunktion zu prüfen
  • worauf bei der Organisation von Hausbesuchen und Notdiensten zu achten ist
  • Patiententermine zu koordinieren, Behandlungsunterlagen zusammenzustellen und weiterzuleiten
  • wie man Waren und Materialien für die Praxis bestellt und verwaltet
  • wie Standard- und Branchensoftware im Praxisalltag eingesetzt wird
  • die Datenschutzvorschriften zu beachten und Dokumente sicher aufzubewahren

In der zweiten Hälfte ihrer betrieblichen Ausbildung lernen die Auszubildenden u.a.:

  • wie man Arzneimittel, Sera, Impfstoffe, Verbands- und Hilfsmittel lagert und überwacht
  • bei Befundaufnahmen und diagnostischen Maßnahmen, z.B. Ultraschalluntersuchungen und Katheterisierungen, zu assistieren und die Geräte und Instrumente zu pflegen und zu warten
  • wie man Laboruntersuchungen durchführt, Labordaten und Untersuchungsergebnisse einstuft und weiterleitet
  • wie man Patienten über Praxisabläufe bezüglich Diagnostik, (Weiter-)Behandlung oder Abrechnung informiert und mit Beschwerden und Konfliktsituationen umgeht
  • worauf bei der Betreuung von speziellen Patientengruppen, etwa Risikopatienten oder chronisch kranken Menschen, zu achten ist
  • wie man Patienten über medizinische Leistungsangebote informiert, bei Patientenschulungen mitwirkt und Marketingmaßnahmen zur Förderung der Patientenzufriedenheit umsetzt
  • wie Patienten bei chirurgischen Behandlungsmaßnahmen vorbereitet werden, wie eine Wunde versorgt und Nahtmaterial entfernt wird
  • wie man Proben für Untersuchungszwecke durch Blutentnahme oder Abstriche gewinnt und Injektionen durchführt
  • die Qualität im eigenen Bereich zu sichern
  • wie medizinische Dokumentations- und Klassifizierungssysteme angewendet und Zahlungsvorgänge abgewickelt werden
  • wie man Notfälle erkennt, welche Sofortmaßnahmen zu veranlassen sind und wie man Erste Hilfe leistet

Während der gesamten Ausbildungszeit wird den Auszubildenden vermittelt:

  • welche gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag entstehen
  • wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist und welche gesetzlichen und vertraglichen Bestimmungen der medizinischen Versorgung zu beachten sind
  • wie die Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften angewendet werden
  • wie Umweltschutzmaßnahmen beachtet und angewendet werden

Stundenpensum (Theorie)

Der theoretische Unterricht gliedert sich in folgende Lernfelder:

  1. Im Beruf und Gesundheitswesen orientieren (60 h)
  2. Patienten empfangen und begleiten (80 h)
  3. Praxishygiene und Schutz vor Infektionskrankheiten organisieren (80 h)
  4. Bei Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Bewegungsapparates assistieren (60 h)
  5. Zwischenfällen vorbeugen und in Notfallsituationen Hilfe leisten (80h)
  6. Waren beschaffen und verwalten (80 h)
  7. Praxisabläufe im Team organisieren (60 h)
  8. Patienten bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen der Erkrankungen des Urogenitalsystems begleiten (60 h)
  9. Patienten bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen der Erkrankungen des Verdauungssystems begleiten (80 h)
  10. Patienten bei kleinen chirurgischen Behandlungen begleiten und Wunden versorgen (40 h)
  11. Patienten bei der Prävention begleiten (80 h)
  12. Berufliche Perspektiven entwickeln (80 h)

Summe: insgesamt 840 Stunden

Stundenpensum (Praxis)

Die wöchentliche Arbeitszeit ist abhängig vom Ausbildungsjahr und bewegt sich im Rahmen von 26 bis 32 Wochenarbeitsstunden (3 Tage pro Woche), neben der Berufsschule (2 Tage pro Woche).

Summe: ca. 4000 Stunden

Kosten der Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Förderungsmöglichkeiten

Unter bestimmten Bedingungen können Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten. Informationen hierzu erteilen die örtlichen Agenturen für Arbeit. Über Voraussetzungen und Höhe einer möglichen Beihilfe informieren das entsprechende Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit sowie der BAB-Rechner.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist abhängig vom Ausbildungsbereich (z.B. Industrie und Handel, Handwerk) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet. Auch der räumliche Geltungsbereich des entsprechenden Tarifvertrages kann Einfluss auf die Höhe der Ausbildungsvergütung haben. Frei vereinbarte Ausbildungsvergütungen sind möglich, wenn z.B. der Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden ist.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Die Auszubildenden können monatlich z.B. folgende Ausbildungsvergütungen erhalten:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 610
  • 2. Ausbildungsjahr: € 650
  • 3. Ausbildungsjahr: € 700

Quelle:

Die Angaben orientieren sich an den Informationen der Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) - Stand: Oktober 2012

Berufs- und Verdienstaussichten

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen und einen Eindruck von der Bandbreite der Einkommen vermitteln. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt.

Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen gezahlt. Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf.

Bei dieser Tätigkeit kann die tarifliche Bruttogrundvergütung beispielsweise € 1.538 (ab 1. Berufsjahr in Tätigkeitsgruppe I) bis € 2.665 (ab 30. Berufsjahr in Tätigkeitsgruppe IV) im Monat betragen.

Quelle:

Statistisches Taschenbuch Tarifpolitik – WSI-Tarifarchiv 2012

Tarifliche Regelungen

Der Tarifvertrag gilt für Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen, die im Bundesgebiet in Einrichtungen der ambulanten Versorgung tätig sind.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Das Themenspektrum für eine fachliche Anpassungsweiterbildung ist breit und reicht von medizinischer Assistenz und Dokumentation über Hygiene bis hin zu Medizintechnik. Auch wenn sich Medizinische Fachangestellte auf Einsatzgebiete spezialisieren möchten, finden sie in Bereichen wie Praxisorganisation oder Wundversorgung bei Diabetes-Patienten entsprechende Angebote.

Aufstieg

Wer sich das Ziel gesetzt hat, beruflich voranzukommen, kann ebenso aus einer Palette an Angeboten zur Aufstiegsweiterbildung auswählen. Naheliegend ist es, die Prüfung als Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung abzulegen. Auf Leitungs- und Spezialfunktionen, z.B. auf der mittleren Führungsebene, bereiten auch andere Weiterbildungen vor, wie beispielsweise Betriebswirt/in für Management im Gesundheitswesen.

Studium

Medizinische Fachangestellte mit Hochschulzugangsberechtigung können studieren und beispielsweise einen Hochschulabschluss im Studienfach Humanmedizin erwerben.

Qualifizierungslehrgänge:

  • Medizinische Assistenz, medizinisch-technische Fachassistenz
  • Medizinisches Dokumentationswesen
  • Hygiene im Gesundheitsbereich
  • Humanmedizin
  • Medizintechnik, Krankenhausbetriebstechnik
  • Erste Hilfe
  • Strahlenschutz
  • Wundmanagement, Verbandstechniken in der Pflege
  • Buchführung und Bilanz – Gesundheitswesen
  • EDV-Anwendungen im Sozial- und Gesundheitswesen
  • Qualitätssicherung, -management, -prüfung – Gesundheitswesen, Medizin, Medizintechnik
  • Kommunikation, Gesprächsführung im Gesundheitswesen

Aufstiegsweiterbildungen:

- Fach- und Betriebswirte/-wirtinnen, Fachkaufleute:

  • Fachwirt/Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung
  • Betriebswirt/Betriebswirtin (Fachschule) für Management im Gesundheitswesen
  • Geprüfter Fachwirt/Geprüfte Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen

Studienfächer:

  • Humanmedizin (Staatsexamen)
  • Gesundheitsmanagement, -ökonomie (Bachelor)
  • Gesundheitswissenschaft, Public Health (Bachelor)
  • Pharmazie (Bachelor)
  • Pharmazie (Staatsexamen)

Interessante Links

Landesärztekammer Brandenburg:

http://www.laekb.de

Bundesärztekammer:

http://www.bundesaerztekammer.de/

Tagesablauf einer Medizinischen Fachangestellten:

http://www.planet-beruf.de/Tagesablauf-Medizini.16011.0.html?&type=63


Berufsinformationsseite des Verbands medizinischer Fachberufe:

www.vmf-online.de

Informationen rund um den Beruf der Medizinischen Fachangestellten:

http://www.medizinische-fachangestellte.de

Forum für Angestellte in Arzt-, Zahnarzt- & Tierarztpraxen:

http://www.praxisfit.de/

Job- und Bewerberdatenbanken

Stellenmarkt für Ärzte und weitere medizinische Berufe:

www.jobcenter-medizin.de

Vermittlung und Überlassung von Profis aus Medizin und Pflege:

http://www.stegmed.de

Stellenangebote im Gesundheitswesen:

http://www.medi-jobs.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. Gegliedert nach Berufsfeldern und Regionen:

http://jobboerse.arbeitsagentur.de


Allgemeine Jobbörse, in Berufsfelder gegliedert:

http://www.jobpilot.de

Allgemeine Jobbörse, regionale Suchfunktion:

http://www.jobsuche.de

Unterteilung in Branchen und Regionen:

http://www.jobrobot.de

Große Jobbörse für Gesundheitsberufe. Die Vielzahl von Angeboten lässt sich durch regionale und branchenbezogene Filterung eingrenzen, außerdem sind Volltextsuche und Zustellung interessierender Stellenausschreibungen per "Jobagent" möglich:

http://www.stepstone.de

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Frankfurt/Oder
Zehmeplatz 11
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0) 0335/60677-0
Tel.: +49 (0) 0335/60677-77
E-mail: bz.nob@verdi.de
Homepage

Verband medizinischer Fachberufe e.V.
Bissenkamp 12-16
44135 Dortmund
Deutschland
Tel.: +492 31 55 69 59-0
Tel.: +492 31 55 35 59
E-mail: info@vmf-online.de
Homepage

DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 21 240 - 0
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

IHK Ostbrandenburg
Puschkinstraße 12b
15236 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49335 5621-1111
Tel.: +49335 5621-1119
E-mail: info@ihk-ostbrandenburg.de
Homepage

Landesärztekammer Brandenburg
Astrid Brieger
Dreifertstrasse 12
03044 Cottbus
Deutschland
Tel.: +49355 78010-26
Tel.: +49355 78010-1101
E-mail: Astrid.Brieger@laekb.de
Homepage

Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
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