Betreuer in stationären Sozialeinrichtungen in Polen

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Eine Ausbildungsart:

 

Postsekundäre berufliche Schule (polnische Bezeichnung: szkoła policealna) 

Im polnischen Berufsbildungssystem eine für Absolventen mit dem mittleren Bildungsabschluss (in Polen z.B. Lyzeen) bestimmte Schulart. Das Reifezeugnis (bestandene Abiturprüfung) wird von den Bewerbern nicht verlangt.

Berufsabschluss: Betreuer in stationären Sozialeinrichtungen (poln. opiekun w domu pomocy społecznej)

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Betreuer in stationären Sozialeinrichtungen, Absolventen einer zweijährigen postsekundären beruflichen Schule finden Beschäftigung in:

  • stationären Sozialeinrichtungen,
  • vollstationären Pflegeeinrichtungen mit medizinischer Betreuung,
  • Hospizen,
  • sozialen Tagesstätten,
  • lokalen Selbsthilfeeinrichtungen,
  • Pflegediensten der Nichtregierungsorganisationen,
  • bei Familien betreuungsbedürftiger Menschen.

 

Zu den wichtigsten beruflichen Aufgaben der Betreuer in stationären Sozialeinrichtungen gehört es u.a.:

  • das Wohnumfeld und die soziale Umgebung des Betreuten zu organisieren,
  • eigene Arbeit zu planen und zu organisieren,
  • den Betreuten an eine selbstständige Lebensführung vorzubereiten,
  • den Betreuten bei Verrichtungen des täglichen Lebens, z.B. bei der Körperpflege, beim Essen oder beim Anziehen, zu unterstützen und zu betreuen,
  • grundlegende Pflegemaßnahmen bei kranken und pflegebedürftigen Betreuten durchzuführen,
  • an Mobilisierungsmaßnahmen bei kranken und behinderten Betreuten mitzuwirken,
  • Kontakte mit Institutionen und sozialen Organisationen verschiedener Art aufzunehmen, um gesundheitliche, finanzielle, familiäre und rechtliche Probleme des Betreuten zu lösen,
  • Probleme des Betreuten im Bereich der Kontakte mit Behörden zu lösen,
  • Qualität der Betreuung und Einhaltung der Prozeduren sicher zu stellen.

    Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

    Der polnische Beruf Betreuer in stationären Sozialeinrichtungen (poln. opiekun w domu opieki społecznej) ist teilweise vergleichbar mit den deutschen Berufen:

    • Altenpflegehelfer/-in, Ausbildungsniveau – in der Regel einjährige, bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung, deren schulischer Teil an Berufsfachschulen für Altenpflege und deren praktischer Teil in Altenpflegeeinrichtungen durchgeführt wird.
    • Altenpfleger/-in, Ausbildungsniveau – dreijährige, bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung, deren schulischer Teil an Berufsfachschulen für Altenpflege und deren praktischer Teil in Altenpflegeeinrichtungen durchgeführt wird.

    Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte“ und „Stundenpensum“ zu finden.

    Ausbildungsstätten

    Ausbildungsstätten im polnischen Teil der Euroregionen Pro Europa Viadrina und Spree-Neiße-Bober, die Ausbildungsmöglichkeiten in dem Beruf Betreuer in stationären Sozialeinrichtungen anbieten:

    1. Ogólnopolska Sieć Szkół Policealnych ŻAK, Szkoła Policealna w Gorzowie Wlkp., ul. Sikorskiego 8, 66-400 Gorzów Wlkp., www.zakedu.pl
    2. AWANGARDA, ul. Młyńska 1, 66-400 Gorzów Wlkp., www.awangarda.edu.pl
    3. COSINUS, ul. Sikorskiego 22, 66-400 Gorzów Wlkp. www.cosinus.pl
    4. Medyczne Studium Zawodowe, ul. Dowgielewiczowej 5, 66-400 Gorzów Wlkp. www.msz.gorzow.pl
    5. AP EDUKACJA, Policealna Szkoła Zawodowa w Gorzowie Wlkp., ul. Pocztowa 3/7, 66-400 Gorzów Wlkp., www.apedukacja.pl
    6. Centrum Kształcenia Ustawicznego i Praktycznego, ul. Staszica 2, 65-175 Zielona Góra, www.cku.zgora.pl
    7. COSINUS, Trasa Północna 15, 65-119 Zielona Góra, www.cosinus.pl

    Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

    Personen, die Ausbildung zum Betreuer in stationären Sozialeinrichtungenin einer zweijährigen postsekundären beruflichen Schule aufnehmen möchten, müssen den mittleren Schulabschluss (nach polnischem System)besitzen. Abitur ist nicht notwendig.

    Erforderliche Unterlagen:

     

    • Bewerbungsschreiben und/oder Bewerbungsfragebogen (in Schulsekretariaten oder auf den Internetseiten erhältlich).
    • Schulabschlusszeugnis,
    • ärztliches Attest mit Bescheinigung, dass keine Gegenindikationen für die Ausbildung in dem gegebenen Beruf vorliegen,
    • 3 oder 4 Lichtbilder (45x35 mm).

      Ausbildungsdauer

      Postsekundäre berufliche Schule (poln. szkoła policealna) – Ausbildungsdauer: 2 Jahre (4 Semester)

      Ausbildungsinhalte

      Mindestpensum an Stunden der Berufsausbildung*

       

       

      Das minimale Stundenpensum der Berufsausbildung wurde in der Lehrprogrammgrundlage für den Beruf Betreuer in stationären Sozialeinrichtungen festgelegt und beträgt für einzelne Ausbildungseffekte bzw. -inhalte:

       

      1. Ausbildungseffekte, die eine Grundlage für die Ausbildung im gegebenen Beruf oder in der gegebenen Berufsgruppe darstellen (berufsübergreifende Ausbildungseffekte und Ausbildungseffekte, die für Berufe aus dem Ausbildungsbereich Medizin und Soziales gemeinsam sind) – 240 Std.
      2. Erbringung von Leistungen im Bereich der Betreuung und Unterstützung für betreuungsbedürftige Menschen – 1000 Std.

      Prüfung zum Abschluss der Qualifikation „Erbringung von Leistungen im Bereich der Betreuung und Unterstützung für betreuungsbedürftige Menschen“ findet gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt.

      *) Das Stundenpensum der Berufsausbildung wird in der gegebenen Schule an das in den Vorschriften über Rahmenlehrpläne in den öffentlichen Schulen bestimmte Stundenpensum unter Beibehaltung der in den Tabellen festgelegten, für alle Berufe und für Berufe des gegebenen Ausbildungsbereiches gemeinsamen Ausbildungseffekte, die eine Ausbildungsgrundlage in dem gegebenen Beruf darstellen, entsprechend zu den für den gegebenen Beruf erforderlichen Qualifikationen angepasst.  

      Stundenpensum (Theorie)

      Gemäß der Verordnung des Bildungsministers vom 7. Februar 2012 über Rahmenlehrpläne in öffentlichen Schulen beträgt das minimale Stundenpensum für die Berufsausbildung in postsekundären beruflichen Schulen mit zweijähriger Ausbildungsdauer 1600 Stunden, wovon 800 Stunden für die theoretische Berufsausbildung vorgesehen sind.

      Fächer in der theoretischen Berufsausbildung:

      1. Organisationsgrundlagen der stationären Sozialeinrichtungen - 96 Std.
      2. Bio-psycho-soziale Natur des Menschen – 224 Std.
      3. Theoretische Grundlagen der Betreuung – 368 Std.
      4. Gebärdensprache – 48 Std. 
      5. Fachliche Fremdsprache für das Sozialwesen – 64 Std.

      Stundenpensum (Praxis)

      Gemäß der Verordnung des Bildungsministers vom 7. Februar 2012 über Rahmenlehrpläne in öffentlichen Schulen beträgt das minimale Stundenpensum für die Berufsausbildung in postsekundären beruflichen Schulen mit zweijähriger Ausbildungsdauer 1600 Stunden, wovon mindestens 800 Stunden für die praktische Berufsausbildung vorgesehen sind.

       

      Fächer in der praktischen Berufsausbildung*:

       

      1. Betreuung und Pflege bedürftiger Menschen – 352 Std.
      2. Soziale Aktivierung des Betreuten – 144 Std.
      3. Training der sozialen Fähigkeiten – 144 Std.
      4. Berufspraktika – 160 Std.

       

       

      *) Praktische Berufsausbildung findet in schulischen Fachunterrichtsräumen, in Einrichtungen der praktischen Bildung und bei Unternehmen, die als potentielle Arbeitgeber für den jeweiligen Beruf in Frage kommen, statt.

      Kosten der Ausbildung

      Öffentliche Schulen – kostenfrei

      Privatschulen – Informationen sind telefonisch in Schulsekretariaten zu erfragen oder auf Internetseiten zu finden.

      Ausbildungsvergütung und -förderungen

      Im Unterschied zu dem in Deutschland am meisten verbreiteten dualen System, erhalten Schüler der Berufsschulen in Polen keine gesetzlich geregelte Ausbildungsvergütung.

      Informationen über eventuelle Vergütungen für die Berufspraktika in Arbeitsbetrieben und Stipendienmöglichkeiten sind direkt bei den Arbeitgebern bzw. Schulen zu erfragen.

      Berufs- und Verdienstaussichten

      Die Alterung der Bevölkerung in Polen schreitet kontinuierlich voran und, wie es prognostiziert wird, wird ihre Intensität in dem zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, wenn die in Jahren des Geburtenhochs der Nachkriegszeit geborenen Menschen das Pensionsalter erreichen, noch zunehmen. Der Prozess wird dabei Merkmale des sog. doppelten Alterns (die Zahl der Menschen im Alter von 80 und mehr Jahren wird sich verdoppeln) aufweisen. Mit dem fortschreitenden Alter wächst auch der Bedarf an ständiger Betreuung und Pflegeleistungen. Ältere Menschen können zu potentiellen Kunden der stationären Sozialeinrichtungen und Einrichtungen mit ähnlichem Leistungsangebot werden. Auch fortschreitende Veränderungen in der traditionellen Familienstruktur und die Mobilität der jungen Generation haben zu Folge, dass ältere Menschen immer häufiger mit der Unterstützung seitens der aktiven Familienmitglieder nicht rechnen können. Immer mehr Menschen werden gezwungen sein, institutionelle Formen der Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen.

      Zu der Bevölkerungsgruppe, für die institutionelle Formen der Betreuung und Pflege erforderlich sind, gehören auch chronisch psychisch kranke Menschen, intellektuell Behinderte sowie Kinder und Jugendliche mit intellektueller Behinderung. Angesichts der Bevölkerungsalterung und sozialer Veränderungen in der Familie besteht die Notwendigkeit, institutionelle Formen zur Unterstützung der Familien im Bereich der Pflege älterer Menschen zu schaffen sowie qualifizierte Fachkräfte für die Arbeit in stationären Sozialeinrichtungen auszubilden.

      Eine auf der Grundlage des Internetportals der öffentlichen Beschäftigungsdienste und des Portals pracuj.pl durchgeführte Analyse der Stellenangebote hat gezeigt, dass qualifizierte Betreuer für die Arbeit in stationären Sozialeinrichtungen oder vollstationären Pflegeeinrichtungen mit medizinischer Betreuung in verschiedenen Regionen Polens und in anderen EU-Ländern gesucht werden.

      Das Einkommen der Betreuer in stationären Sozialeinrichtungen beträgt durchschnittlich ca.1600 Zloty im Monat.

      Genaue Informationen über Verdienstmöglichkeiten sind direkt bei den Arbeitgebern zu erfragen.

      Tarifliche Regelungen

      Genauere Informationen über eventuell geltende betriebliche oder überbetriebliche Tarifverträge sind bei den Gewerkschaftsorganisationen einzelner Betriebe zu erfragen.

      Weiterbildungsmöglichkeiten

      Betreuer in stationären Sozialeinrichtungen, Absolventen einer postsekundären beruflichen Schule, mit bestandener Reifeprüfung (Hochschulzugangsberechtigung) haben die Möglichkeit, ihre Ausbildung in Hochschulen und Universitäten fortzusetzen. Naheliegend ist es dabei, sich für einen der verwandten Studiengänge, z.B. Sonderpädagogik, zu entscheiden.

       

      Im polnischen Teil der Euroregionen Pro Europa Viadrina und Spree-Neiße-Bober gibt es gegenwärtig keine Hochschulen, die entsprechende Möglichkeiten der Ausbildungsfortsetzung anbieten. Studieren kann man z.B. in:

       

      1. Uniwersytet im. A. Mickiewicza w Poznaniu, Wydział Studiów Edukacyjnych [Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań, Fakultät für Bildungsstudien], ul. Szarmarzewskiego 89, 60-568 Poznań, www.amu.edu.pl

      Studiengang: Sonderpädagogik

      Fachrichtung: Bildung und Rehabilitation intellektuell behinderter Menschen 

       

      2. Wyższa Szkoła Pedagogiczna [Hochschule für Pädagogik],ul. Piotrkowska 243, 90-456 Łódź, www.wsp.lodz.pl

      Studiengang: Sonderpädagogik

      Fachrichtung: Beschäftigungstherapie

      Interessante Links

      In Polnisch:

      Lehrprogrammgrundlage für die Ausbildung im Beruf Betreuer in stationären Sozialeinrichtungen:

      http://www.koweziu.edu.pl/pp_zawod.php?nr_zawodu=341203

      Beschreibung des Berufs Betreuer in stationären Sozialeinrichtungen:

      https://zielonalinia.gov.pl/default.aspx?docId=2071&dictword=869

      Internetforum zum Thema Arbeiten in stationären Sozialeinrichtungen:

      http://www.dps.pl/forum/viewtopic.php?t=689

      Job- und Bewerberdatenbanken

      Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

      Eine Liste von Gewerkschaftsorganisationen in Polen ist zu hier finden. Darunter einige Kontaktadressen aus der Region: 

      NSZZ „Solidarność” ZR Gorzów Wlkp.
      [związek zawodowy / Gewerkschaft]
      ul. E. Borowskiego 31
      66-400 Gorzów Wlkp.
      [Polska / Polen]
      Homepage

      NSZZ „Solidarność” ZR Zielona Góra
      [związek zawodowy / Gewerkschaft]
      ul. Lisowskiego 5
      65-072 Zielona Góra
      [Polska / Polen]
      Homepage

      OPZZ Rada Województwa Lubuskiego
      [centrala związkowa / Gewerkschaftszentrale]
      ul. Wyspiańskiego 130
      65-036 Zielona Góra
      [Polska / Polen]
      Homepage

      Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

      Organizacja Pracodawców Ziemi Lubuskiej
      [organizacja pracodawców / Arbeitgeberorganisation]
      ul. Reja 6
      65-076 Zielona Góra
      [Polska / Polen]
      Homepage

      Zachodnia Izba Przemysłowo-Handlowa
      [regionalna izba gospodarcza / regionale Industrie- und Handelskammer]
      ul. Kazimierza Wielkiego 1
      66-400 Gorzów Wlkp.
      [Polska / Polen]
      Homepage

      Izba Rzemiosła i Przedsiębiorców w Gorzowie Wlkp.
      [regionalna izba rzemiosła i przedsiębiorczości / regionale Handwerks- und Unternehmerskammer]
      ul. Obotrycka 8
      66-400 Gorzów Wlkp.
      [Polska / Polen]
      Homepage

      Izba Rzemieślnicza i Przedsiębiorczości w Zielonej Górze
      [regionalna izba rzemiosła i przedsiębiorczości / regionale Handwerks- und Unternehmerskammer]
      ul. Reja 9
      65-076 Zielona Góra
      [Polska / Polen]
      Homepage

      Arbeitsvermittler

      Powiatowy Urząd Pracy w Gorzowie Wlkp.
      [powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
      ul. Walczaka 110
      66-400 Gorzów Wlkp
      [Polska / Polen]
      Homepage

      Powiatowy Urząd Pracy w Międzyrzeczu
      [powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
      Pl. Powstańców Wlkp. 1
      66-300 Międzyrzecz
      [Polska / Polen]
      Homepage

      Powiatowy Urząd Pracy w Słubicach
      [powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
      ul. Mickiewicza 3
      69-100 Słubice
      [Polska / Polen]
      Homepage

      Powiatowy Urząd Pracy w Strzelcach Kraj.
      [powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
      Al. Wolności 39
      66-500 Strzelce Krajeńskie
      [Polska / Polen]
      E-mail: https://strzelcekrajenskie.praca.gov.pl/
      Homepage

      Powiatowy Urząd Pracy w Sulęcinie
      [powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
      ul. Lipowa 18 b
      69-200 Sulęcin
      [Polska / Polen]
      E-mail: https://sulecin.praca.gov.pl/
      Homepage