Tiermedizinische/-r Fachangestellte/-r in Deutschland

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (duales System)

Beim Ausbildungsberuf Tiermedizinischer Fachangestellter bzw. Tiermedizinische Fachangestellte handelt es sich um eine duale Ausbildung, die im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule stattfindet.

Der Monoberuf wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten im Bereich Freie Berufe ausgebildet.

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Bei Behandlungen und chirurgischen Eingriffen assistieren Tiermedizinische Fachangestellte Tierärzten und Tierärztinnen. Sie betreuen Tiere vor, während und nach einer Behandlung, fertigen Röntgenaufnahmen an, führen Laborarbeiten aus und kümmern sich um Tiere auf der Krankenstation. Sie beraten Tierhalter/-innen in Fragen der richtigen Haltung, zur Prävention von Krankheiten und über Möglichkeiten der Rehabilitation. Darüber hinaus sorgen sie für Hygiene in der Praxis, verwalten die tierärztliche Apotheke und können bei Notfällen Erste Hilfe leisten.

Verwaltungsarbeiten und die Organisation der Praxisabläufe gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben: Sie vergeben Termine, empfangen die Tierhalter/innen und ihre Tiere, dokumentieren Behandlungsabläufe für die Patientenakten sowie erbrachte Leistungen für die Abrechnung.

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf tiermedizinische/-r Fachangestellte/-r ist teilweise vergleichbar mit dem polnischen Beruf:

  • Techniker für Tiermedizin (poln. technik weterynarii), Ausbildungsniveau – postsekundäre berufliche Schule (poln. szkoła policealna) oder fünfjährige technische Sekundarschule (poln. technikum).

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte” und „Stundenpensum“ zu finden.

Ausbildungsstätten

Die Ausbildungsstätte ist im dualen System in erster Linie der Betrieb. Zusätzlich gibt es Berufsschulen (in Brandenburg heißen sie "Oberstufenzentren"). Das Ausbildungsunternehmen informiert, welche die entsprechende Schule für diesen Beruf in der Region ist.

Oberstufenzentrum Johanna Just Potsdam
Monika Landvoigt
Berliner Straße 114 – 115
14467 Potsdam
Deutschland
Tel.: +49331 - 289 73 00
Tel.: +49331 - 289 73 47
E-mail: info@osz-j-just.de
Homepage

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Medizinische Fachangestellte mit Hochschulreife ein.

Weitere Ausbildungsvoraussetzungen:


Vor Beginn der Ausbildung ist die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs in Form eines ärztlichen Attests nachzuweisen.

Jugendliche (Personen unter 18 Jahren), die in das Berufsleben eintreten, dürfen nach § 32 des Jugendarbeitsschutzgesetzes nur dann beschäftigt werden, wenn sie dem Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung vorlegen.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Verkürzung der Ausbildungszeit:

  • Die zuständige Stelle hat auf gemeinsamen Antrag von Auszubildenden und Ausbildenden die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Die Verkürzungsdauer ist unterschiedlich und hängt von der Vorbildung ab. Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit beziehen (Teilzeitberufsausbildung).
  • Die Landesregierungen können über die Anrechnung von Bildungsgängen berufsbildender Schulen oder einer Berufsausbildung in sonstigen Einrichtungen bestimmen. Voraussetzung ist ein gemeinsamer Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden an die zuständige Stelle.
  • Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Die Verkürzungsdauer beträgt meist 6 Monate.

Verlängerung der Ausbildungszeit:

  • In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle die Ausbildungszeit verlängern, wenn dies erforderlich ist.

Ausbildungsinhalte

In den ersten 18 Monaten lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:

  • wie Tiere bei stationärer Behandlung artgemäß und tierschutzgerecht gehalten, versorgt und gepflegt werden
  • wie man Tierhalter- und Patientendaten aufnimmt und elektronisch verarbeitet
  • welches die wichtigsten artspezifischen Tierkrankheiten sind
  • wie Praxis- und Laborinstrumente unter Beachtung des Umweltschutzes und nach den gebräuchlichen Verfahren gepflegt, desinfiziert, gereinigt und sterilisiert werden
  • wie man Waren und Materialien für die Praxis bestellt und verwaltet
  • welche Arzneimittel und Impfstoffe es gibt und wie man sie richtig lagert
  • was zu beachten ist, wenn Zahlungsvorgänge abgewickelt werden
  • wie man mit Infektionskrankheiten umgeht und welche Schutzmaßnahmen man gegen Seuchen ergreift
  • welche Rechtsvorschriften das Veterinärwesen regeln

In der zweiten Hälfte ihrer betrieblichen Ausbildung lernen die Auszubildenden u.a.:

  • wie man Tiere vor, während und nach der Behandlung betreut
  • was zu beachten ist, wenn man dem Tierarzt bei der Behandlung assistiert
  • wie man Laboruntersuchungen durchführt
  • was man beachten muss, wenn man Tierhalter berät und betreut
  • wie der Praxisbetrieb effizient organisiert wird
  • welche Sicherheitsvorschriften im Umgang mit Röntgengeräten einzuhalten sind
  • welche Möglichkeiten es gibt, Tierkrankheiten vorzubeugen
  • welche Ziele und Möglichkeiten der Prävention und Rehabilitation es gibt
  • wie man die Qualität im eigenen Arbeitsbereich sichert und die Kundenzufriedenheit ermittelt

Stundenpensum (Theorie)

Der theoretische Unterricht gliedert sich in folgende Lernfelder:

  1. Die eigene Berufsausbildung mitgestalten und sich im Gesundheits- und im Veterinärwesen orientieren: 60 h
  2. Patienten und Klienten empfangen und bis zur Behandlung begleiten: 80 h
  3. Bei der Verhütung und Erkennung von Infektionskrankheiten mitwirken und erbrachte Leistungen abrechnen: 80 h
  4. Zwischenfällen vorbeugen und in Notfallsituationen Hilfe leisten: 60 h
  5. Gebrauchs- und Verbrauchsgüter beschaffen und verwalten: 80 h
  6. Bei Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Haut und der Sinnesorgane mitwirken: 60 h
  7. Bei der Diagnostik und der Therapie von Erkrankungen des Harn- und Verdauungstraktes mitwirken: 80 h
  8. Praxisabläufe organisieren: 60 h
  9. Bei der Diagnostik und der Therapie von Erkrankungen des Bewegungsapparates mitwirken sowie Röntgen- und Strahlenschutzmaßnahmen durchführen: 80 h
  10. Bei operativen Eingriffen assistieren, das Tier postoperativ betreuen und die erbrachten Leistungen abrechnen: 80 h
  11. Klienten beraten und betreuen: 40 h
  12. Praxisprozesse im Team planen und gestalten und bei Marketingmaßnahmen mitwirken: 80 h

 

Summe: insgesamt 840 Stunden

Stundenpensum (Praxis)

Die wöchentliche Arbeitszeit ist abhängig vom Ausbildungsjahr und bewegt sich im Rahmen von 26 bis 32 Wochenarbeitsstunden (3 Tage pro Woche), neben der Berufsschule (2 Tage pro Woche).

Summe: ca. 4000 Stunden – Der praktische Teil der Ausbildung macht in der Regel ca. 80% der Gesamtausbildungszeit aus.

Kosten der Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Förderungsmöglichkeiten:

Unter bestimmten Bedingungen können Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten. Informationen hierzu erteilen die örtlichen Agenturen für Arbeit. Über Voraussetzungen und Höhe einer möglichen Beihilfe informieren das entsprechende Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit sowie der BAB-Rechner.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Ausbildungsvergütung

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist abhängig vom Ausbildungsbereich (z.B. Industrie und Handel, Handwerk) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet.

Auch die Stadt/Region ist entscheidend für die Höhe der Ausbildungsvergütung, es kommt immer noch zu Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Die Auszubildenden können monatlich ca. 630 bis 730 € Ausbildungsvergütung erhalten.

Quelle:

 Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Berufs- und Verdienstaussichten

Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen gezahlt. Es treten regional und branchenabhängig große Einkommensunterschiede auf.

Daher kann man die aktuellen regionalen Gehälter am besten auf folgenden Webseiten erfahren:

www.gehalt.de

www.gehaltsvergleich.com

www.nettolohn.de

Tarifliche Regelungen

Der Tarifvertrag gilt für Mitglieder des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte e.V. und Mitglieder des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Weiterbildung kann dazu dienen, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, sich zu spezialisieren, beruflich voranzukommen oder sich selbstständig zu machen.

Qualifizierungslehrgänge:

  • Tiermedizinische Fachangestellte – Fachfortbildung
  • Medizinische Assistenz, medizinisch-technische Fachassistenz
  • Medizinisches Dokumentationswesen
  • Hygiene im Gesundheitsbereich
  • Tiermedizin
  • Strahlenschutz
  • Buchführung und Bilanz – Gesundheitswesen
  • EDV-Anwendungen im Sozial- und Gesundheitswesen
  • Qualitätssicherung, -management, -prüfung – Gesundheitswesen, Medizin, Medizintechnik

Aufstiegsweiterbildungen:

- Fach- und Betriebswirte/-wirtinnen, Fachkaufleute

  • Betriebswirt/Betriebswirtin (Fachschule) für Kommunikation und Büromanagement
  • Bürofachwirt/Bürofachwirtin

Studienfächer:

  • Tiermedizin (Staatsexamen)
  • Biologie (Bachelor)
  • Pharmazie (Bachelor)
  • Pharmazie (Staatsexamen)

Diverse Aufstiegsfortbildungen und Seminare: IHK-Projektgesellschaft mbH www.ihk-projekt.de

Interessante Links

Landestierärztekammer Brandenburg:

http://www.ltk-brandenburg.de/aktuelles1.html

Bundestierärztekammer:

http://www.bundestieraerztekammer.de/

Berufsinformationsseite des Verbands medizinischer Fachberufe:

http://www.vmf-online.de/tfa

Informationen rund um Berufe mit Tieren:

http://www.berufe-mit-tieren.de/ausbildungsberufe/tiermedizinischerfachangestellter.htm

Forum für Angestellte in Arzt-, Zahnarzt- & Tierarztpraxen:

http://www.praxisfit.de/

Job- und Bewerberdatenbanken

Der Treffpunkt für Tierärzte:

http://www.vetcontact.com

Vermittlung und Überlassung von Profis aus Medizin und Pflege:

http://www.stegmed.de

Stellenangebote im Gesundheitswesen:

http://www.medi-jobs.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. Gegliedert nach Berufsfeldern und Regionen:

http://jobboerse.arbeitsagentur.de


Allgemeine Jobbörse, in Berufsfelder gegliedert:

http://www.jobpilot.de

Allgemeine Jobbörse, regionale Suchfunktion:

http://www.jobsuche.de

Unterteilung in Branchen und Regionen:

http://www.jobrobot.de

Große Jobbörse für Gesundheitsberufe:

http://www.stepstone.de

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Frankfurt/Oder
Zehmeplatz 11
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0) 0335/60677-0
Tel.: +49 (0) 0335/60677-77
E-mail: bz.nob@verdi.de
Homepage

DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 21 240 - 0
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

IHK Ostbrandenburg
Puschkinstraße 12b
15236 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49335 5621-1111
Tel.: +49335 5621-1119
E-mail: info@ihk-ostbrandenburg.de
Homepage

Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
Homepage