Binnenschiffer/-in in Deutschland

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (Duales System)

Unter der dualen Ausbildung versteht man die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Voraussetzung für eine Berufsausbildung im dualen System ist in Deutschland ein Berufsausbildungsvertrag mit einem Betrieb.

Abschluss: Binnenschiffer/ Binnenschifferin

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Binnenschiffer/-innen laden im Hafen Güter oder nehmen Passagiere an Bord. Außerdem steuern sie Schiffe vom Steuerhaus aus, arbeiten auf Deck, z.B. bei Ab- oder Anlegemanövern, oder im Maschinenraum, z.B. wenn sie den Ölstand prüfen oder bewegliche Teile abschmieren. Sie betreuen Fahrgäste oder überwachen die Fracht. Darüber hinaus führen sie an Bord Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten aus und reparieren kleinere Schäden.

Quelle: BERUFENET

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf Binnenschiffer/-in ist teilweise vergleichbar mit  dem polnischen Beruf:

  • Techniker für Binnenschifffahrt (poln. technik żeglugi śródlądowej), Ausbildungsart – vierjährige technische Sekundarschule (poln. technikum) oder zweijährige postsekundäre berufliche Schule (poln. szkoła policealna).

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte“ und „Stundenpensum“ zu finden.

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Duale Ausbildung

Grundsätzlich wird – wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen – keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Binnenschiffer/-innen mit mittlerem Bildungsabschluss ein.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Verkürzung der Ausbildung:

Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Die Verkürzungsdauer beträgt meist 6 Monate.

Ausbildungsinhalte

In den ersten 18 Monaten lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:

  • wie man Schiffe los- und festmacht, Ankermanöver durchführt und Wasserfahrzeugverbände zusammenstellt
  • was man als Binnenschiffer/-in über das europäische Wasserstraßennetz, über Fahrwasserzeichen und Fahrregeln, optische und akustische Signale und die Kennzeichen von Wasserfahrzeugen wissen muss
  • wie beim Gütertransport Ladungsgewichte berechnet und Ballast genutzt wird
  • wie der Funkverkehr eingesetzt wird
  • welche Schiffstypen man unterscheidet
  • was bei der Planung der Arbeiten, der Kontrolle der Arbeitsergebnisse und der Qualitätssicherung wichtig ist

In den zweiten 18 Monaten erfahren die Auszubildenden z.B.:

  • wie man beim Steuern und Navigieren eines Binnenschiffes mitwirkt und die elektrischen und elektronischen Anlagen des Schiffes bedient
  • wie mit unterschiedlichen Ladungsarten – z.B. Trockengütern, flüssigen Ladungen, Containern – umzugehen ist, wie man den Ladungsumschlag plant und durchführt, Staupläne erstellt und was beim Transport gefährlicher Güter zu beachten ist
  • wie Verkehrsüberwachungssysteme angewendet werden und was man über Wasserbauwerke wie Schleusen und Hebewerke wissen muss
  • was hinsichtlich gesetzlicher Vorschriften, beispielsweise über Gütertransport und Personenbeförderung, zu beachten ist
  • wie man Kundengespräche führt, Problemlösungen im Gespräch erarbeitet und deutsche und englische Fachbegriffe anwendet

Quelle: BERUFENET

Stundenpensum (Theorie)

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf:

 

  1. Neue Mitarbeiter über Aufbau und Organisation von Schifffahrtsbetrieben informieren: 40 h
  2. Leben und Zusammenarbeit an Bord planen und organisieren: 60 h
  3. Einsatz von Binnenschiffen planen: 40 h
  4. Antriebs- und Vortriebsanlagen bedienen und warten: 60 h
  5. Verhalten von Binnenschiffen im Fahrbetrieb und am Liegeplatz beurteilen: 40 h
  6. Optische und akustische Signale beim Fahren und Stillliegen anwenden: 40 h
  7. Transportprozesse unter rechtlichen und ökonomischen Gesichtspunkten vorbereiten: 40 h
  8. Bordsysteme warten und bedienen: 60 h
  9. Güter transportieren und Personen befördern: 60 h
  10. Auf Wasserstraßen navigieren: 60 h
  11. Hydraulische, pneumatische und elektrische Anlagen bedienen und warten: 60 h
  12. Hilfsmaschinenanlagen einsetzen und warten: 40 h
  13. Schiffskörper und Ausrüstungsgegenstände warten und instand halten: 80 h
  14. Binnenschiffe be- und entladen: 40 h
  15. Maßnahmen bei Störungen im Regelbetrieb einleiten: 80 h
  16. Maßnahmen bei Havarien einleiten und durchführen: 40 h
Gesamtstunden: 840 Stunden

Stundenpensum (Praxis)

In der Regel arbeitet der Auszubildende an drei bis vier Tagen in der Woche im Betrieb, wo er die praktischen Fähigkeiten seines Ausbildungsberufes erlernt.

Kosten der Ausbildung

Duale Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Unter bestimmten Bedingungen können Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist abhängig vom Ausbildungsbereich (z.B. Industrie und Handel, Handwerk) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet. Auch der räumliche Geltungsbereich des entsprechenden Tarifvertrages kann Einfluss auf die Höhe der Ausbildungsvergütung haben. Frei vereinbarte Ausbildungsvergütungen sind möglich, wenn z.B. der Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden ist.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Die Auszubildenden können monatlich z.B. folgende Ausbildungsvergütungen erhalten:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 863
  • 2. Ausbildungsjahr: € 988
  • 3. Ausbildungsjahr: € 1.115
Quelle: Die Angaben orientieren sich an den Informationen der Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) - Stand: Oktober 2012

Berufs- und Verdienstaussichten

Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt.

Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt und Urlaubsgeld gezahlt. Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf.

Bei dieser Tätigkeit kann die tarifliche Bruttogrundvergütung beispielsweise € 1.954 bis € 2.357 im Monat betragen.

Quelle:

Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

Tarifliche Regelungen

Über tarifliche Regelungen informiert die Gewerkschaft ver.di und die Binnenschifffahrts-Verlag GmbH.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Weiterbildung kann dazu dienen, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben, sich zu spezialisieren, beruflich voranzukommen oder sich selbstständig zu machen.

Qualifizierungslehrgänge:

  • Logistik
  • Transport, Verkehr, Spedition – allgemein
  • Schifffahrt
  • Umgang mit Gefahrgut, Ladungssicherung
  • Sachkundige/-r für Hebezeuge
  • Arbeitssicherheit, Arbeitsschutz – Transport, Verkehr
  • Unfallverhütung

Aufstiegsweiterbildungen:

- Meister/-innen:

  • Geprüfter Logistikmeister/Geprüfte Logistikmeisterin

- Fach- und Betriebswirte/-wirtinnen, Fachkaufleute:

  • Technischer Fachwirt/Technische Fachwirtin

- Sonstige Aufstiegsweiterbildungen:

  • Ausbilder/Ausbilderin für anerkannte Ausbildungsberufe (Weiterbildung)

Studienfächer:

  • Nautik (Bachelor)
  • Schiffs-, Reedereimanagement, Hafenwirtschaft (Bachelor)
  • Schiffbau, Meerestechnik (Bachelor)
  • Schiffsbetriebstechnik (Bachelor)

Diverse Aufstiegsfortbildungen und Seminare finden Sie auch bei der IHK-Projektgesellschaft mbH Ostbrandenburg www.ihk-projekt.de.

Interessante Links

http://www.binnenschiffahrtswelt.de

Alles Rund um die Binnenschifffahrt

www.binnenschifferforum.d

Forum für Binnenschiffer

http://www.binnenschiff.de/

Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V.

http://www.logistiklexikon.de/

Nachschlagewerk für Logistik-Fachtermini

http://www.logistiknetz-bb.de/startseite.html

LogitikNetz Berlin-Brandenburg

http://www.berlinbrandenburglogistik.de/

Die Logistik-Datenbank der Region im Internet

http://www.hallo-ausbildung.de/

Deine Zukunft in der Logistik

http://www.vsbberlin.de/

Verband Verkehr und Logistik Berlin und Brandenburg e.V.

Job- und Bewerberdatenbanken

http://www.hafenkarriere.de/

Jobs in der Schifffahrt

http://www.logistik-jobs.de/

Jobbörse für Logistikbranche

Logistik- Karriere

http://jobboerse.arbeitsagentur.de
JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. Gegliedert nach Berufsfeldern und Regionen.

http://www.jobpilot.de

allgemeine Jobbörse, in Berufsfelder gegliedert

http://www.jobsuche.de
allgemeine Jobbörse, regionale Suchfunktion

http://www.jobrobot.de
Unterteilung in Branchen und Regionen

http://www.stepstone.de

Große Jobbörse. Die Vielzahl von Angeboten lässt sich durch regionale und branchenbezogene Filterung eingrenzen, außerdem sind Volltextsuche und Zustellung interessierender Stellenausschreibungen per "Jobagent" möglich.

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft
EVG
Chausseestraße 84
10115 Berlin
Deutschland
Tel.: +493042439075
Tel.: +493042439071
Homepage

DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 21 240 - 0
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

IHK Ostbrandenburg
Puschkinstraße 12b
15236 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49335 5621-1111
Tel.: +49335 5621-1119
E-mail: info@ihk-ostbrandenburg.de
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Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
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