Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung in Polen

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Eine Ausbildungsart:

 

Technische Sekundarschule(polnische Bezeichnung: technikum) 

Im polnischen Berufsbildungssystem eine für Absolventen der Gymnasien bestimmte Schulart. Nach dem Beenden der technischen Sekundarschule erreichen die Schüler den mittleren Schulabschluss und haben die Möglichkeit, nach bestandener beruflicher Abschlussprüfung, die jeweilige Berufsbezeichnung zu erwerben. Bestandene Reifeprüfung (Abitur) ermöglicht eine Ausbildungsfortsetzung in Hochschulen und Universitäten.

 

Berufsabschluss: Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung (poln. technik górnictwa otworowego)

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Absolventen mit dem Berufsabschluss Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung finden Arbeit in:

  • Unternehmen, die sich mit der Erdöl- und Erdgasförderung beschäftigen oder unterirdische Gasspeicher für Erdgas betreiben,
  • Betrieben, die unterirdische Mineral- oder Heilwasservorräte erschließen, lagern, abfüllen und vertreiben,
  • Unternehmen, die sich mit der Erschließung und Nutzung unterirdischer Trinkwasservorräte, Flächenentwässerung und Entwässerung von Bergwerken unter Anwendung der Tiefbohrtechnik beschäftigen,
  • Unternehmen, die Schwefel- und Steinsalz im Bohrverfahren gewinnen.

Tätigkeitsschwerpunkte der Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung:

  • Maschinen und Anlagen, die bei der bohrtechnischen Erschließung und Nutzung von Lagerstätten bergbaulicher Rohstoffe eingesetzt werden, zu bedienen,
  • technologische Prozesse anhand von Betriebsanweisungen durchzuführen,
  • Maschinen und Anlagen, die bei der Behandlung, Rekonstruktion und Stilllegung von Förderbohrungen eingesetzt werden, sowie Anlagen zur Vorreinigung von Erdöl und Erdgas zu bedienen,
  • Förderbohrungen zu bedienen,
  • grundlegende Messungen technischer und verfahrenstechnischer Werte vorzunehmen und Messdaten aufzunehmen,
  • Messgenauigkeit von Prüf- und Messgeräten zu kontrollieren,
  • Montage-, Demontage-, Wartungs- und Reparaturarbeiten an bergbaulichen Maschinen und Anlagen durchzuführen,
  • Berichte über Fördermengen von Erdöl, Erdgas, Wasser, Schwefel und Salz sowie Kraftstoff- und Materialverbrauch zu erstellen.

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der polnische Beruf Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung (poln. technik górnictwa otworowego) ist teilweise vergleichbar mit folgenden deutschen Berufen:

  • Bergbautechnologe/-technologin der Fachrichtung Tiefbohrtechnik, Ausbildungsniveau – dreijährige Berufsausbildung im dualen System.
  • Stattlich geprüfte/-r Techniker/-in der Fachrichtung Bohrtechnik, Ausbildungsniveau – landesrechtlich geregelte Weiterbildung an Fachschulen. Im Vollzeitunterricht dauert die Weiterbildung 2 Jahre.

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte“ und „Stundenpensum“ zu finden.

Ausbildungsstätten

Im polnischen Teil der Euroregionen Pro Europa Viadrina und Spree-Neiße-Bober gibt es zurzeit keine Ausbildungsstätten, die Ausbildung im Beruf Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung anbieten.

Entsprechende Angebote gibt es u.a. in den Wojewodschaften Wielkopolskie und Podkarpackie:

 

  1. Zespół Szkół Ponadgimnazjalnych, ul. Żwirki i Wigury 2, 62-065 Grodzisk Wielkopolski, www.zspgrodzisk.hekko.pl
  2. Zespół Szkół Ponadgimnazjalnych Nr 4, ul. Bohaterów Westerplatte 20, 38-402 Krosno 5, www.naftowka.pl

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Personen, die eine Ausbildung zum Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung aufnehmen möchten, müssen folgende Aufnahmevoraussetzungen erfüllen:

  • Gymnasiumsabschluss,
  • positive Zeugnisnoten in ausgewählten Schulfächern,
  • andere Erfolge (z.B. Wettbewerbe, Facholympiaden).

Erforderliche Unterlagen:

  • Bewerbungsschreiben und/oder Bewerbungsfragebogen (in Schulsekretariaten oder auf den Internetseiten erhältlich),
  • Gymnasiumsabschlusszeugnis,
  • Bescheinigung über ausführliche Ergebnisse der Gymnasiumsabschlussprüfung, 
  • ärztliches Attest mit Bescheinigung, dass keine Gegenindikationen für die Ausbildung  in dem gegebenen Beruf vorliegen,
  • 3 oder 4 Lichtbilder (45x35 mm).

Ausbildungsdauer

Technische Sekundarschule: Ausbildungsdauer 4 Jahre

Ausbildungsinhalte

Mindestpensum an Stunden der Berufsausbildung*:

 

Das minimale Stundenpensum der Berufsausbildung wurde in der Lehrprogrammgrundlage für den Beruf Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung festgelegt und beträgt für einzelne Ausbildungseffekte bzw. -inhalte:

 

  1. Ausbildungseffekte, die eine Grundlage für die Ausbildung im gegebenen Beruf oder in der gegebenen Berufsgruppe darstellen (berufsübergreifende Ausbildungseffekte und Ausbildungseffekte, die für Berufe aus den Ausbildungsbereichen Mechanik und Bergbau/Hüttenwesen gemeinsam sind) – 480 Stunden
  2. Unterirdische Lagerstätten im Tiefbohrverfahren erschließen und nutzen – 620 Stunden
  3. Erschließung und Nutzung unterirdischer Lagerstätten im Tiefbohrverfahren organisieren und führen – 250 Stunden 

Prüfung zum Abschluss der Qualifikation „Unterirdische Lagerstätten im Tiefbohrverfahren erschließen und nutzen” findet gegen Ende des dritten Schuljahres statt.

Prüfung zum Abschluss der Qualifikation „Erschließung und Nutzung unterirdischer Lagerstätten im Tiefbohrverfahren organisieren und führen ” findet gegen Ende des ersten Semesters des vierten Schuljahres statt.

*) Das Stundenpensum der Berufsausbildung wird in der gegebenen Schule an das in den Vorschriften über Rahmenlehrpläne in den öffentlichen Schulen bestimmte Stundenpensum unter Beibehaltung der in den Tabellen festgelegten, für alle Berufe und für Berufe des gegebenen Ausbildungsbereiches gemeinsamen Ausbildungseffekte, die eine Ausbildungsgrundlage in dem gegebenen Beruf darstellen, entsprechend zu den für den gegebenen Beruf erforderlichen Qualifikationen angepasst.  

Stundenpensum (Theorie)

Gemäß der Verordnung des Bildungsministers vom 7. Februar 2012 über Rahmenlehrpläne in öffentlichen Schulen beträgt das minimale Stundenpensum für die Berufsausbildung in technischen Sekundarschulen mit vierjähriger Ausbildungsdauer 1470 Stunden, wovon 735 Stunden für die theoretische Berufsausbildung vorgesehen sind.

Fächer in der theoretischen Berufsausbildung mit Stundenpensum:

  1. Erschließung und Nutzung von Lagestätten und Bedienung von Förderbohrungen – 240 h
  2. Grundlagen der Maschinentechnik und -konstruktion – 120 h
  3. Grundlagen der Geologie und der Bohrlochförderung – 120 h
  4. Rechtsvorschriften und Arbeitssicherheit im Bergbau – 120 h
  5. Fachbezogene Fremdsprache in der Bohrlochförderung – 120 h
  6. Wirtschaftliche Tätigkeit in der Bohrlochförderung – 30 h

Theoriestunden insgesamt: 750

Stundenpensum (Praxis)

Gemäß der Verordnung des Bildungsministers vom 7. Februar 2012 über Rahmenlehrpläne in öffentlichen Schulen beträgt das minimale Stundenpensum für die Berufsausbildung in technischen Sekundarschulen mit vierjähriger Ausbildungsdauer 1470 Stunden, wovon 735 Stunden für die praktische Berufsausbildung vorgesehen sind.

 

Fächer in der praktischen Berufsausbildung mit Stundenpensum:

  1. Bergbaumaschinen und -geräte – 210 h
  2. Technische und Physikalisch-technische Untersuchungen von bergbaulichen Rohstoffen – 120 h
  3. EDV-Unterstützung in Bergbauberufen – 60 h
  4. Technologien der Suche, Erschließung und Nutzung von bergbaulichen Rohstoffen – 120 h
  5. Behandlung von Förderbohrungen – 90 h
  6. Bewirtschaftung und Aufbereitung von bergbaulichen Rohstoffen – 160 h

Praxisstunden insgesamt: 760

*) Praktische Berufsausbildung findet in schulischen Fachunterrichtsräumen, in Einrichtungen der praktischen Bildung und in Unternehmen, die als potentielle Arbeitgeber für den jeweiligen Beruf in Frage kommen, statt.

Kosten der Ausbildung

Öffentliche Schulen – kostenfrei

Privatschulen – Informationen sind telefonisch in Schulsekretariaten zu erfragen oder auf Internetseiten zu finden.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Im Gegensatz zu dem in Deutschland am meisten verbreiteten dualen System, erhalten Schüler der Berufsschulen in Polen keine gesetzlich geregelte Ausbildungsvergütung.

Informationen über eventuelle Vergütungen für die Berufspraktika in Arbeitsbetrieben und Stipendienmöglichkeiten sind direkt bei den Arbeitgebern bzw. Schulen zu erfragen.

Berufs- und Verdienstaussichten

Eine auf Basis der auf Internet-Jobportalen ausgeschriebenen Stellenangebote durchgeführte Analyse hat gezeigt, dass der Bedarf des polnischen Arbeitsmarktes für Fachkräfte mit diesem Abschluss aktuell als durchschnittlich zu bezeichnen ist.

Das Einkommen der Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung beträgt durchschnittlich ca.2.000 – 3.000 Zloty bruttoim Monat.

Genaue Informationen über Verdienstmöglichkeiten sind direkt bei den Arbeitgebern zu erfragen.

Tarifliche Regelungen

Genauere Informationen über eventuell geltende betriebliche oder überbetriebliche Tarifverträge sind bei den Gewerkschaftsorganisationen einzelner Betriebe zu erfragen.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung, Absolventen einer vierjährigen technischen Sekundarschule mit bestandener Reifeprüfung (Hochschulzugangsberechtigung) haben die Möglichkeit, ihre Ausbildung in Hochschulen und Universitäten fortzusetzen. Naheliegend ist es dabei, sich für einen der verwandten Studiengänge, z.B. Bergbau und Geologie, zu entscheiden.

Im polnischen Teil der Euroregionen Pro Europa Viadrina und Spree-Neiße-Bober gibt es zurzeit keine Hochschulen, die verwandte Studiengänge anbieten.

Entsprechende Möglichkeiten gibt es z.B. in den Wojewodschaften Małopolskie, Dolnosląśkie und Śląskie:

1. Akademia Górniczo-Hutnicza im. Stanisława Staszica, Wydział Górnictwa i Geologii [Akademie für Bergbau und Hüttenwesen in Kraków, Fakultät für Bergbau und Geologie],  Al. Mickiewicza 30, 30-059 Kraków, www.agh.edu.pl 

Studiengang: Bergbau und Geologie

2. Politechnika Wrocławska, Wydział Górnictwa i Geologii [Technische Universität in Wrocław, Fakultät für Bergbau und Geologie], ul. Wybrzeże Wyspiańskiego 27, 50-370 Wrocław, www.pwr.edu.pl

Studiengang: Bergbau und Geologie

3. Politechnika Śląska, Wydział Górnictwa i Geologii [Technische Universität in Gliwice, Fakultät für Bergbau und Geologie],  ul. Akademicka 2a, 44-100 Gliwice,  www.polsl.pl

Studiengang: Bergbau und Geologie

Interessante Links

In Polnisch:

Lehrprogrammgrundlage für den Beruf Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung:

http://koweziu.edu.pl/pp_zawod.php?nr_zawodu=311702

Lehrprogramm für den Beruf Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung:

http://www.koweziu.edu.pl/programy_nauczania/pliki/311702_P.doc

Beschreibung des Berufs Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung:

http://naftowka.pl/zsp4/index.php?option=com_content&task=view&id=149&Itemid=62

Verein der Berbauingenieure und -techniker (Stowarzyszenie Inżynierów i Techników Górnictwa):

www.sitg.pl

Polnische Bergarbeitergewerkschaft (Związek Zawodowy Górników w Polsce):

www.zzg.org.pl

Internetseite mit Informationen über verwandte Studiengänge:

http://www.perspektywy.pl/portal/index.php?option=com_content&view=article&id=2&Itemid=113#top-wyszukiwarka

Job- und Bewerberdatenbanken

In Polnisch:

Stellenangebote im Beruf Bergbautechniker der Fachrichtung Bohrlochförderung:

http://jooble.com.pl/search-vacancy-pl/kw-g%C3%B3rnictwo

Allgemeine Internet-Jobbörsen:

www.telepraca.org.pl

www.eures.praca.gov.pl

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

Eine Liste polnischer Gewerkschaftsorganisationen ist hier zu finden. Darunter einige Kontaktadressen aus der Region:

NSZZ „Solidarność” ZR Gorzów Wlkp.
[związek zawodowy / Gewerkschaft]
ul. E. Borowskiego 31
66-400 Gorzów Wlkp.
[Polska / Polen]
Homepage

NSZZ „Solidarność” ZR Zielona Góra
[związek zawodowy / Gewerkschaft]
ul. Lisowskiego 5
65-072 Zielona Góra
[Polska / Polen]
Homepage

OPZZ Rada Województwa Lubuskiego
[centrala związkowa / Gewerkschaftszentrale]
ul. Wyspiańskiego 130
65-036 Zielona Góra
[Polska / Polen]
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)


Organizacja Pracodawców Ziemi Lubuskiej
[organizacja pracodawców / Arbeitgeberorganisation]
ul. Reja 6
65-076 Zielona Góra
[Polska / Polen]
Homepage

Zachodnia Izba Przemysłowo-Handlowa
[regionalna izba gospodarcza / regionale Industrie- und Handelskammer]
ul. Kazimierza Wielkiego 1
66-400 Gorzów Wlkp.
[Polska / Polen]
Homepage

Izba Rzemiosła i Przedsiębiorców w Gorzowie Wlkp.
[regionalna izba rzemiosła i przedsiębiorczości / regionale Handwerks- und Unternehmerskammer]
ul. Obotrycka 8
66-400 Gorzów Wlkp.
[Polska / Polen]
Homepage

Izba Rzemieślnicza i Przedsiębiorczości w Zielonej Górze
[regionalna izba rzemiosła i przedsiębiorczości / regionale Handwerks- und Unternehmerskammer]
ul. Reja 9
65-076 Zielona Góra
[Polska / Polen]
Homepage

Arbeitsvermittler

Powiatowy Urząd Pracy w Gorzowie Wlkp.
[powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
ul. Walczaka 110
66-400 Gorzów Wlkp
[Polska / Polen]
Homepage

Powiatowy Urząd Pracy w Międzyrzeczu
[powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
Pl. Powstańców Wlkp. 1
66-300 Międzyrzecz
[Polska / Polen]
Homepage

Powiatowy Urząd Pracy w Słubicach
[powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
ul. Mickiewicza 3
69-100 Słubice
[Polska / Polen]
Homepage

Powiatowy Urząd Pracy w Strzelcach Kraj.
[powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
Al. Wolności 39
66-500 Strzelce Krajeńskie
[Polska / Polen]
E-mail: https://strzelcekrajenskie.praca.gov.pl/
Homepage

Powiatowy Urząd Pracy w Sulęcinie
[powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
ul. Lipowa 18 b
69-200 Sulęcin
[Polska / Polen]
E-mail: https://sulecin.praca.gov.pl/
Homepage