Goldschmied und Juwelier in Polen

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Eine Ausbildungsart:

Berufsgrundschule (polnische Bezeichnung: zasadnicza szkoła zawodowa)

Im polnischen Berufsbildungssystem eine für Absolventen der Gymnasien bestimmte Schulart. Nach dem Schulabschluss dürfen die Schüler zur Prüfung antreten, die ihre beruflichen Qualifikationen in Form eines Abschlussdiploms belegt.

 

Berufsabschluss:Goldschmied und Juwelier (poln. złotnik-jubiler)

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Absolventen mit diesem Berufsabschluss arbeiten in:

 

  • Goldschmied- und Juwelierwerkstätten,  
  • Industriebetrieben der Schmuck- und Juwelierbranche.  

 

Wichtigste Aufgabengebiete im Beruf Goldschmied und Juwelier:

  • eigenen Arbeitsplatz für Goldschmied- und Juwelierarbeiten unter Berücksichtigung von arbeitsorganisatorischen und ergonomischen Gesichtspunkten sowie Vorschriften über Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz, Brandschutz und Umweltschutz zu organisieren und zu nutzen,
  • den Dienstleistungsbetrieb, Produktionsbetrieb oder die Verkaufsabteilung im Handel zu organisieren und zu führen,
  • Werkstoffe, die im Goldschmied- und Juwelierhandwerk verwendet werden (Edelmetalle und Edelmetalllegierungen, Edel-, Halbedel- und synthetische Steine) zu erkennen und zu unterscheiden,
  • Edelmetalllegierungen und -lote mit bestimmten chemischen Parametern und erforderlichen Edelmetallanteilen in Edelmetallschmelzöfen herzustellen,
  • Edelmetalle bzw. Edelmetalllegierungen zu bearbeiten, um Einzelteile des Produkts in ihre grobe Form zu bringen (z.B. durch das Gießen, Schmieden, Pressen, Walzen, Ziehen, Ausschneiden),
  • Einzelteile des Produkts mit Hilfe manueller und maschineller Techniken (z.B. durch das Anreißen, Ausschneiden, Ausrichten, Biegen, Schneiden, Sägen, Bohren, Hämmern, Ziselieren) in die endgültige Form zu bringen
  • Einzelteile des Produkts zusammenzufügen (z.B. durch Löten, Schweißen, Verschrauben, Nieten, Kleben u.ä.),
  • Edelsteine zu bearbeiten, an die Fassung anzupassen und zu fassen,
  • Nachbehandlung von fertigen Erzeugnissen (z.B. Schleifen, Polieren, Bürsten, Sandstrahlen) auch unter Anwendung von chemischen und elektrochemischen Methoden durchzuführen
  • Erzeugnisse mit verschiedenen Techniken zu verzieren,
  • Schmuck zu reparieren, Ringe zu verkleinern bzw. zu vergrößern,
  • neue Produktmuster zu entwerfen,
  • moderne Goldschmied- und Juweliererzeugnisse sowie Erzeugnisse aus verschiedenen historischen Epochen zu begutachten und zu schätzen,
  • mit anderen Mitarbeitern während der Ausführung von beruflichen Aufgaben zusammenzuarbeiten,
  • Mitarbeiterteam zu leiten,
  • Qualität der eigenen Arbeit und das Endprodukt zu beurteilen,
  • Qualität der Arbeit der Untergebenen zu beurteilen.

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der polnische Beruf Goldschmied und Juwelier (poln. złotnik-jubiler) ist teilweise vergleichbar mit folgenden deutschen Berufen:

  • Goldschmied/-in der Fachrichtung Juwelen, Ausbildungsniveau – dreieinhalbjährige Ausbildung im dualen System. 
  • Goldschmied/-in der Fachrichtung Ketten, Ausbildungsniveau – dreieinhalbjährige Ausbildung im dualen System. 
  • Goldschmied/-in der Fachrichtung Schmuck, Ausbildungsniveau – dreieinhalbjährige Ausbildung im dualen System. 
  • Graveur/-in, Ausbildungsniveau – dreijährige Ausbildung im dualen System. 

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte” und „Stundenpensum” zu finden.

Ausbildungsstätten

Im polnischen Teil der Euroregionen Pro Europa Viadrina und Spree-Neiße-Bober gibt es zurzeit keine Ausbildungsstätten, die Ausbildungsmöglichkeiten im Beruf Goldschmied und Juwelier anbieten.

Entsprechende Angebote gibt es z.B. in der Wojewodschaft Wielkopolskie:

 

  1. Zespół Szkół im. Adama Wodniczki, ul. Topolowa 2, 62-050 Mosina, http://zsmosina.powiat.poznan.pl
  2. Zespół Szkół Usługowych, ul. Wolności 12, 63-400 Ostrów Wielkopolski, http://www.zsu.osw.pl
  3. Zespół Szkół Zawodowych Nr 2, ul. Koszarowa 12, 62-300 Września, http://www.zsz2.wrzesnia.pl
  4. Centrum Kształcenia Zawodowego i Ustawicznego w Złotowie, ul. Norwida 10, 77-400 Złotów, http://www.ckziu-zlotow.pl

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Personen, die eine Ausbildung in der Berufsgrundschule anstreben, haben folgende Unterlagen vorzulegen:

  • Bewerbungsschreiben und/oder Bewerbungsfragebogen (in Schulsekretariaten oder auf den Internetseiten erhältlich),
  • Gymnasiumsabschlusszeugnis,
  • ärztliches Attest mit Bescheinigung, dass keine Gegenindikationen für die Ausbildung  in dem gegebenen Beruf vorliegen,
  • 3 oder 4 Lichtbilder (45x35 mm).

Ausbildungsdauer

Berufsgrundschule(poln. zasadnicza szkoła zawodowa) – Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Ausbildungsinhalte

Mindestpensum an Stunden der Berufsausbildung*:

Das minimale Stundenpensum der Berufsausbildung wurde in der Lehrprogrammgrundlage für den Beruf Goldschmied und Juwelier festgelegt und beträgt für einzelne Ausbildungseffekte bzw. -inhalte:

  1. Ausbildungseffekte, die eine Grundlage für die Ausbildung im gegebenen Beruf oder in der gegebenen Berufsgruppe darstellen (berufsübergreifende Ausbildungseffekte und Ausbildungseffekte, die für Berufe aus dem Ausbildungsbereich Kunst gemeinsam sind) – 300 Stunden
  2. Fertigung und Reparatur von Goldschmied- und Juweliererzeugnissen – 800 Stunden

Die Prüfung zum Abschluss der Qualifikation „Fertigung und Reparatur von Goldschmied- und Juweliererzeugnissen” findet gegen Ende des dritten Schuljahres statt.

Das Stundenpensum der Berufsausbildung wird in der gegebenen Schule an das in den Vorschriften über Rahmenlehrpläne in den öffentlichen Schulen bestimmte Stundenpensum unter Beibehaltung der in den Tabellen festgelegten, für alle Berufe und für Berufe des gegebenen Ausbildungsbereiches gemeinsamen Ausbildungseffekte, die eine Ausbildungsgrundlage in dem gegebenen Beruf darstellen, entsprechend zu den für den gegebenen Beruf erforderlichen Qualifikationen angepasst.

Stundenpensum (Theorie)

Gemäß der Verordnung des Bildungsministers vom 7. Februar 2012 über Rahmenlehrpläne in öffentlichen Schulen beträgt das minimale Stundenpensum für die Berufsausbildung in Berufsgrundschulen 1600 Stunden, wovon 640 Stunden für die theoretische Berufsausbildung vorgesehen sind.

Fächer in der theoretischen Berufsausbildung:

  1. Grundlagen des Goldschmied- und Juwelierhandwerks – 192 h
  2. Technologie der Goldschmied- und Juwelierarbeiten – 320 h
  3. Wirtschaftliche Tätigkeit in der Goldschmied- und Juwelierbranche - 64 h
  4. Fachbezogene Fremdsprache im Goldschmied- und Juwelierhandwerk – 64 h

Theoriestunden insgesamt: 640

Stundenpensum (Praxis)

Gemäß der Verordnung des Bildungsministers vom 7. Februar 2012 über Rahmenlehrpläne in öffentlichen Schulen beträgt das minimale Stundenpensum für die Berufsausbildung in Berufsgrundschulen 1600 Stunden, wovon 970 Stunden für die praktische Berufsausbildung vorgesehen sind.

Fächer in der praktischen Berufsausbildung*/**:

 

  1. Goldschmied- und Juwelierarbeiten – Praktischer Unterricht – 778 h
  2. Schmucksteine fassen – Praktischer Unterricht – 192 h

Praxisstunden insgesamt: 970

 

*) Für Jugendliche wird die Zahl der Tage, die innerhalb einer Woche für die praktische Berufsausbildung bei dem Arbeitgeber vorgesehen sind, von dem Direktor der jeweiligen Schule unter Berücksichtigung von Vorschriften des Arbeitsgesetzbuches festgelegt.

**) Praktische Berufsausbildung findet in schulischen Fachunterrichtsräumen, in Einrichtungen der praktischen Bildung und in Unternehmen, die als potentielle Arbeitgeber für den jeweiligen Beruf in Frage kommen, statt.

Kosten der Ausbildung

Öffentliche Schulen – kostenfrei

Privatschulen – Informationen sind telefonisch in Schulsekretariaten zu erfragen oder auf Internetseiten zu finden.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Im Gegensatz zu dem in Deutschland am meisten verbreiteten dualen System, erhalten Schüler der Berufsschulen in Polen keine gesetzlich geregelte Ausbildungsvergütung.

Informationen über eventuelle Vergütungen für die Berufspraktika in Arbeitsbetrieben und Stipendienmöglichkeiten sind direkt bei den Arbeitgebern bzw. Schulen zu erfragen.

Berufs- und Verdienstaussichten

Eine auf Basis der auf Internet-Jobportalen ausgeschriebenen Stellenangebote durchgeführte Analyse hat gezeigt, dass der Bedarf des Arbeitsmarktes für Fachkräfte mit diesem Abschluss aktuell als gering zu bezeichnen ist.

Das Einkommen der Goldschmiede und Juweliere beträgt durchschnittlich ca.2.000 – 5.100 Zloty bruttoim Monat.

Genaue Informationen über Verdienstmöglichkeiten sind direkt bei den Arbeitgebern zu erfragen.

Tarifliche Regelungen

Genauere Informationen über eventuell geltende betriebliche oder überbetriebliche Tarifverträge sind bei den Gewerkschaftsorganisationen einzelner Betriebe zu erfragen.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Goldschmiede und Juweliere, die ihre Ausbildung in einer dreijährigen Berufsgrundschule abgeschlossen haben, haben keine direkte Möglichkeit ihre Berufsausbildung unter Anerkennung von bislang absolvierten Qualifikationen bzw. Qualifikationseinheiten fortzusetzen. Sie können zusätzlich die Ausbildung in einer vierjährigen technischen Sekundarschule (z.B. mit dem Berufsabschluss Techniker – Mechaniker oder Techniker für Gießereitechnik) oder in einem allgemeinbildenden Lyzeum oder in einem Lyzeum für Bildende Künste aufnehmen und anschließend, nach bestandener Reifeprüfung, sich für einen der verwandten Studiengänge (z.B. Studiengang Bergbau und Geologie mit dem Schwerpunkt angewandte Mineralogie mit Gemmologie oder Kunststudiengänge) entscheiden. Eine andere Möglichkeit der beruflichen Entwicklung ist die Meisterprüfung im Goldschmied- und Juwelierhandwerk.

Ausbildungsstätten im polnischen Teil und in der Nähe der Euroregionen Pro Europa Viadrina und Spree-Neiße-Bober, die o.g. Möglichkeiten der Ausbildungsfortsetzung anbieten:

Technische Sekundarschulen:

 

1. Zespół Szkół Mechanicznych, ul. Dąbrowskiego 32, 66-400 Gorzów Wlkp., www.zsm.edu.gorzow.pl

Fachrichtung: Techniker – Mechaniker (poln. technik mechanik)

2. Zespół Szkół Zawodowych Nr 1,ul. Zamkowa 16a, 82-300 Elbląg, www.zsz1el.pl

Fachrichtung: Techniker für Gießereitechnik (poln. technik odlewnik)

Lyzeen für Bildende Künste:

1. Liceum Plastyczne w Gorzowie Wlkp., ul. Bema 1, 66-400 Gorzów Wlkp., www.lpla.edu.gorzow.pl

2. Zespół Szkół Plastycznych w Zielonej Górze, ul. Batorego 70a, 65-735 Zielona Góra, www.plastyk-zgora.pl

Hochschulen:

1. Akademia Górniczo-Hutnicza im. Stanisława Staszica, Wydział Górnictwa i Geologii [Akademie für Bergbau und Hüttenwesen in Kraków, Fakultät für Bergbau und Geologie],Al. Mickiewicza 30, 30-059 Kraków, www.agh.edu.pl 

Studiengang: Bergbau und Geologie 

Schwerpunkt: Angewandte Mineralogie mit Gemmologie

Interessante Links

In Polnisch:

Lehrprogrammgrundlage für die Ausbildung im Beruf Goldschmied und Juwelier:

http://www.koweziu.edu.pl/pp_zawod.php?nr_zawodu=731305

Lehrprogramm für den Beruf Goldschmied und Juwelier:

http://www.koweziu.edu.pl/programy_nauczania/pliki/731305_P.doc

Beschreibung des Berufs Goldschmied und Juwelier:

http://zielonalinia.gov.pl/default.aspx?docId=2071&dictword=1036

Job- und Bewerberdatenbanken

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

Eine Liste von Gewerkschaftsorganisationen in Polen ist hier zu finden. Darunter einige Kontaktadressen aus der Region:

NSZZ „Solidarność” ZR Gorzów Wlkp.
[związek zawodowy / Gewerkschaft]
ul. E. Borowskiego 31
66-400 Gorzów Wlkp.
[Polska / Polen]
Homepage

NSZZ „Solidarność” ZR Zielona Góra
[związek zawodowy / Gewerkschaft]
ul. Lisowskiego 5
65-072 Zielona Góra
[Polska / Polen]
Homepage

OPZZ Rada Województwa Lubuskiego
[centrala związkowa / Gewerkschaftszentrale]
ul. Wyspiańskiego 130
65-036 Zielona Góra
[Polska / Polen]
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

Organizacja Pracodawców Ziemi Lubuskiej
[organizacja pracodawców / Arbeitgeberorganisation]
ul. Reja 6
65-076 Zielona Góra
[Polska / Polen]
Homepage

Zachodnia Izba Przemysłowo-Handlowa
[regionalna izba gospodarcza / regionale Industrie- und Handelskammer]
ul. Kazimierza Wielkiego 1
66-400 Gorzów Wlkp.
[Polska / Polen]
Homepage

Izba Rzemiosła i Przedsiębiorców w Gorzowie Wlkp.
[regionalna izba rzemiosła i przedsiębiorczości / regionale Handwerks- und Unternehmerskammer]
ul. Obotrycka 8
66-400 Gorzów Wlkp.
[Polska / Polen]
Homepage

Izba Rzemieślnicza i Przedsiębiorczości w Zielonej Górze
[regionalna izba rzemiosła i przedsiębiorczości / regionale Handwerks- und Unternehmerskammer]
ul. Reja 9
65-076 Zielona Góra
[Polska / Polen]
Homepage

Arbeitsvermittler

Powiatowy Urząd Pracy w Gorzowie Wlkp.
[powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
ul. Walczaka 110
66-400 Gorzów Wlkp
[Polska / Polen]
Homepage

Powiatowy Urząd Pracy w Międzyrzeczu
[powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
Pl. Powstańców Wlkp. 1
66-300 Międzyrzecz
[Polska / Polen]
Homepage

Powiatowy Urząd Pracy w Słubicach
[powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
ul. Mickiewicza 3
69-100 Słubice
[Polska / Polen]
Homepage

Powiatowy Urząd Pracy w Strzelcach Kraj.
[powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
Al. Wolności 39
66-500 Strzelce Krajeńskie
[Polska / Polen]
E-mail: https://strzelcekrajenskie.praca.gov.pl/
Homepage

Powiatowy Urząd Pracy w Sulęcinie
[powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
ul. Lipowa 18 b
69-200 Sulęcin
[Polska / Polen]
E-mail: https://sulecin.praca.gov.pl/
Homepage