Maschinen- und Anlagenführer in der Lebensmittelindustrie in Polen

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Eine Ausbildungsart:

Berufsgrundschule (polnische Bezeichnung: zasadnicza szkoła zawodowa)

Im polnischen Berufsbildungssystem eine für Absolventen der Gymnasien bestimmte Schulart. Nach dem Schulabschluss dürfen die Schüler zur Prüfung antreten, die ihre beruflichen Qualifikationen in Form eines Abschlussdiploms belegt.

Berufsabschluss: Maschinen- und Anlagenführer in der Lebensmittelindustrie (poln. operator maszyn i urządzeń przemysłu spożywczego)

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Absolventen mit diesem Berufsabschluss arbeiten in den unterschiedlichsten Betrieben der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, z.B.:

  • in Betrieben der Fisch-, Fleisch- oder Obst- und Gemüseverarbeitung,
  • in Betrieben des Abfüll- oder Verpackungsgewerbes,
  • in industriellen Großbäckereien und Molkereibetrieben,
  • in der industriellen Herstellung z.B. von Zuckerwaren oder Babynahrung sowie in Kaffeeröstereien oder in der Erfrischungsgetränkeindustrie.

Wichtigste Aufgabengebiete im Beruf Maschinen- und Anlagenführer in der Lebensmittelindustrie:

  • Maschinen und Anlagen auf allen Etappen der Produktion von Lebensmittelprodukten zu bedienen,
  • Rohstoffe, Lebensmittelzusatzstoffe und Hilfsstoffe für die Herstellung von Lebensmittelprodukten auszuwählen und für die Produktion vorzubereiten,
  • technologische Parameter für die Produktion von Lebensmittelprodukten festzulegen,
  • Maschinen und Anlagen für die Vorbereitung von Rohstoffen, Lebensmittelzusatzstoffen und Hilfsstoffen sowie für die Herstellung, Abfüllung, Verpackung und Lagerung von Lebensmittelprodukten (inklusive innenbetriebliche Transportmittel) zu nutzen,
  • Tätigkeiten, die mit dem Produktionsprozess, mit der Lagerung und mit dem Versand von Lebensmittelprodukten verbunden sind, auszuüben,
  • Rohstoffe, Halbprodukte, Fertigprodukte und Lebensmittelzusatzstoffe organoleptisch zu bewerten,
  • Betriebsverlauf von Maschinen und Anlagen nach HACCP-Grundsätzen (engl. Hazard Analysis and Critical Control Point) zu dokumentieren,
  • Regeln des GMP (engl. Good Manufacturing Practice) und des GHP (engl. Good Hygiene Practice) während des Produktionsprozesses, der Lagerung und Versandvorbereitung von Lebensmittelprodukten einzuhalten.

      Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

      Der polnische Beruf Maschinen- undAnlagenführer in der Lebensmittelindustrie (poln. operator maszyn i urządzeń przemysłu spożywczego) ist teilweise vergleichbar mit folgenden deutschen Berufen:

      • Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Asubildungsniveau – bundesweit geregelte 3-jährige duale Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).
      • Süßwarentechnologe/-technologin, Ausbildungsniveau – bundesweit geregelte 3-jährige duale Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).
      • Milchtechnologe/-technologin, Ausbildungsniveau – bundesweit geregelte 3-jährige duale Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).

      Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte” und „Stundenpensum” zu finden.

      Ausbildungsstätten

      Im polnischen Teil der Euroregionen Pro Europa Viadrina und Spree-Neiße-Bober gibt es zurzeit keine Ausbildungsstätten, die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer in der Lebensmittelindustrie anbieten.

      Entsprechende Angebote gibt es u.a. in den Wojewodschaften Łódzkie, Pomorskie und Wielkopolskie:

      1. Zespół Szkół Przemysłu Spożywczego, ul. Franciszkańska 137, 91-845 Łódź, www.spozywcza.lodz.pl
      2. Zespół Szkół Ponadgimnazjalnych,ul. Główna 11, 89-650 Czersk, www.malachin.szkolnictwo.pl
      3. Zespół Szkół Spożywczych,ul. Stanisława Polańskiego 3, 77-430 Krajenka, www.zsskrajenka.pl

      Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

      Personen, die eine Ausbildung in der Berufsgrundschule anstreben, haben folgende Unterlagen vorzulegen:

      • Bewerbungsschreiben und/oder Bewerbungsfragebogen (in Schulsekretariaten oder auf den Internetseiten erhältlich),
      • Gymnasiumsabschlusszeugnis,
      • ärztliches Attest mit Bescheinigung, dass keine Gegenindikationen für die Ausbildung  in dem gegebenen Beruf vorliegen,
      • 3 oder 4 Lichtbilder (45x35 mm). 

          Ausbildungsdauer

          Berufsgrundschule (poln. zasadnicza szkoła zawodowa) – Ausbildungsdauer: 3 Jahre

          Ausbildungsinhalte

          Mindestpensum an Stunden der Berufsausbildung*:

          Das minimale Stundenpensum der Berufsausbildung wurde in der Lehrprogrammgrundlage für den Beruf Maschinen- und Anlagenführer in der Lebensmittelindustrie festgelegt und beträgt für einzelne Ausbildungseffekte bzw. -inhalte:

          1. Ausbildungseffekte, die eine Grundlage für die Ausbildung im gegebenen Beruf oder in der gegebenen Berufsgruppe darstellen (berufsübergreifende Ausbildungseffekte und Ausbildungseffekte, die für Berufe aus dem Ausbildungsbereich Tourismus/Gastronomie gemeinsam sind) – 350 Stunden
          2. Lebensmittelprodukte unter Anwendung von Maschinen und Geräten herstellen – 650 Stunden

          Die Prüfung zum Abschluss der Qualifikation „Lebensmittelprodukte unter Anwendung von Maschinen und Geräten herstellen” findet gegen Ende des dritten Schuljahres statt.

          *) Das Stundenpensum der Berufsausbildung wird in der gegebenen Schule an das in den Vorschriften über Rahmenlehrpläne in den öffentlichen Schulen bestimmte Stundenpensum unter Beibehaltung der in den Tabellen festgelegten, für alle Berufe und für Berufe des gegebenen Ausbildungsbereiches gemeinsamen Ausbildungseffekte, die eine Ausbildungsgrundlage in dem gegebenen Beruf darstellen, entsprechend zu den für den gegebenen Beruf erforderlichen Qualifikationen angepasst.

          Stundenpensum (Theorie)

          Gemäß der Verordnung des Bildungsministers vom 7. Februar 2012 über Rahmenlehrpläne in öffentlichen Schulen beträgt das minimale Stundenpensum für die Berufsausbildung in Berufsgrundschulen 1600 Stunden, wovon 630 Stunden für die theoretische Berufsausbildung vorgesehen sind.

          Fächer in der theoretischen Berufsausbildung mit Stundenpensum:

          1. Technik in der Lebensmittelverarbeitung – 160 h
          2. Lebensmittelverarbeitung – 352 h
          3. Wirtschaftliche Tätigkeit im Bereich der Lebensmittelverarbeitung – 96 h
          4. Berufsbezogene Fremdsprache in der Lebensmittelverarbeitung – 32 h

          Theoriestunden insgesamt: 640

          Stundenpensum (Praxis)

          Gemäß der Verordnung des Bildungsministers vom 7. Februar 2012 über Rahmenlehrpläne in öffentlichen Schulen beträgt das minimale Stundenpensum für die Berufsausbildung in Berufsgrundschulen 1600 Stunden, wovon 970 Stunden für die praktische Berufsausbildung vorgesehen sind.

          Fächer in der praktischen Berufsausbildung mit Stundenpensum*:

          1. Lagerwirtschaft in einem Lebensmittelverarbeitungsbetrieb – Praktischer Unterricht – 138 h
          2. Produktionsprozesse bei der Herstellung von Lebensmittelprodukten – 832 h

          Praxisstunden insgesamt: 970

          *) Praktische Berufsausbildung findet in schulischen Fachunterrichtsräumen, in Einrichtungen der praktischen Bildung und in Unternehmen, die als potentielle Arbeitgeber für den jeweiligen Beruf in Frage kommen, statt.

          Kosten der Ausbildung

          Öffentliche Schulen – kostenfrei

          Privatschulen – Informationen sind telefonisch in Schulsekretariaten zu erfragen oder auf Internetseiten zu finden.

          Ausbildungsvergütung und -förderungen

          Im Gegensatz zu dem in Deutschland am meisten verbreiteten dualen System, erhalten Schüler der Berufsschulen in Polen keine gesetzlich geregelte Ausbildungsvergütung.

          Informationen über eventuelle Vergütungen für die Berufspraktika in Arbeitsbetrieben und Stipendienmöglichkeiten sind direkt bei den Arbeitgebern bzw. Schulen zu erfragen.

          Berufs- und Verdienstaussichten

          Eine auf Basis der auf Internet-Jobportalen ausgeschriebenen Stellenangebote durchgeführte Analyse hat gezeigt, dass der Bedarf des Arbeitsmarktes für Fachkräfte mit diesem Abschluss aktuell als durchschnittlich zu bezeichnen ist.

          Das Einkommen der Maschinen- und Anlagenführer in der Lebensmittelindustrie beträgt durchschnittlich ca.1.600 – 3.000  Zloty bruttoim Monat.

          Genaue Informationen über Verdienstmöglichkeiten sind direkt bei den Arbeitgebern zu erfragen.

          Tarifliche Regelungen

          Genauere Informationen über eventuell geltende betriebliche oder überbetriebliche Tarifverträge sind bei den Gewerkschaftsorganisationen einzelner Betriebe zu erfragen.

          Weiterbildungsmöglichkeiten

          Dank einer Teilung der Berufsausbildungen in Qualifikationen bzw. Qualifikationseinheiten ist das Berufsbildungssystem elastischer geworden und erlaubt den Lernenden, ihre Qualifikationen je nach Bedarf des Arbeitsmarkts bzw. gemäß den persönlichen Bedürfnissen und Zielsetzungen zu ergänzen.

          Absolventen einer Berufsgrundschule mit dem Berufsabschluss Maschinen- und Anlagenführer in der Lebensmittelindustrie haben nach dem Erwerb zusätzlicher Qualifikationen die Möglichkeit, ein Abschlussdiplom in folgenden Berufen zu erlangen:

          • Techniker für Lebensmitteltechnologie (poln. Bezeichnung: technik technologii żywności) – nach dem Erwerb der Qualifikation „Produktion von Lebensmittelprodukten organisieren und überwachen”.
          • Techniker für Milchverarbeitung (poln. Bezeichnung: technik przetwórstwa mleczarskiego) – nach dem Erwerb der Qualifikation „Produktion von Milchprodukten organisieren und überwachen”.

          Nach dem Erwerb des Technikerabschlusses und erfolgreich bestandener Abiturprüfung kann man die Ausbildung in Hochschulen fortsetzen. Entsprechende Möglichkeiten sind in der Beschreibung der Berufe Techniker für Lebensmitteltechnologie und Techniker für Milchverarbeitung  zu finden. 

          Interessante Links

          In Polnisch:

          Lehrprogrammgrundlage für die Ausbildung im Beruf Maschinen- und Anlagenführer in der Lebensmittelindustrie:

          http://www.koweziu.edu.pl/pp_zawod.php?nr_zawodu=816003

          Lehrprogramm für die Ausbildung im Beruf Maschinen- und Anlagenführer in der Lebensmittelindustrie::

          http://www.koweziu.edu.pl/programy_nauczania/pliki/816003_P.doc

          Beschreibung des Berufs Maschinen- und Anlagenführer in der Lebensmittelindustrie::

          http://spozywcza.lodz.pl/tresc/nabor-2011-zsz-zawod-piekarz-0

          Job- und Bewerberdatenbanken

          Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

          Eine Liste von Gewerkschaftsorganisationen in Polen ist hier zu finden. Darunter einige Kontaktadressen aus der Region:

          NSZZ „Solidarność” ZR Gorzów Wlkp.
          [związek zawodowy / Gewerkschaft]
          ul. E. Borowskiego 31
          66-400 Gorzów Wlkp.
          [Polska / Polen]
          Homepage

          NSZZ „Solidarność” ZR Zielona Góra
          [związek zawodowy / Gewerkschaft]
          ul. Lisowskiego 5
          65-072 Zielona Góra
          [Polska / Polen]
          Homepage

          OPZZ Rada Województwa Lubuskiego
          [centrala związkowa / Gewerkschaftszentrale]
          ul. Wyspiańskiego 130
          65-036 Zielona Góra
          [Polska / Polen]
          Homepage

          Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

          Organizacja Pracodawców Ziemi Lubuskiej
          [organizacja pracodawców / Arbeitgeberorganisation]
          ul. Reja 6
          65-076 Zielona Góra
          [Polska / Polen]
          Homepage

          Zachodnia Izba Przemysłowo-Handlowa
          [regionalna izba gospodarcza / regionale Industrie- und Handelskammer]
          ul. Kazimierza Wielkiego 1
          66-400 Gorzów Wlkp.
          [Polska / Polen]
          Homepage

          Izba Rzemiosła i Przedsiębiorców w Gorzowie Wlkp.
          [regionalna izba rzemiosła i przedsiębiorczości / regionale Handwerks- und Unternehmerskammer]
          ul. Obotrycka 8
          66-400 Gorzów Wlkp.
          [Polska / Polen]
          Homepage

          Izba Rzemieślnicza i Przedsiębiorczości w Zielonej Górze
          [regionalna izba rzemiosła i przedsiębiorczości / regionale Handwerks- und Unternehmerskammer]
          ul. Reja 9
          65-076 Zielona Góra
          [Polska / Polen]
          Homepage

          Arbeitsvermittler

          Powiatowy Urząd Pracy w Gorzowie Wlkp.
          [powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
          ul. Walczaka 110
          66-400 Gorzów Wlkp
          [Polska / Polen]
          Homepage

          Powiatowy Urząd Pracy w Międzyrzeczu
          [powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
          Pl. Powstańców Wlkp. 1
          66-300 Międzyrzecz
          [Polska / Polen]
          Homepage

          Powiatowy Urząd Pracy w Słubicach
          [powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
          ul. Mickiewicza 3
          69-100 Słubice
          [Polska / Polen]
          Homepage

          Powiatowy Urząd Pracy w Strzelcach Kraj.
          [powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
          Al. Wolności 39
          66-500 Strzelce Krajeńskie
          [Polska / Polen]
          E-mail: https://strzelcekrajenskie.praca.gov.pl/
          Homepage

          Powiatowy Urząd Pracy w Sulęcinie
          [powiatowy urząd pracy / Kreisarbeitsamt]
          ul. Lipowa 18 b
          69-200 Sulęcin
          [Polska / Polen]
          E-mail: https://sulecin.praca.gov.pl/
          Homepage