Fachkraft für Wasserwirtschaft in Deutschland

Berufe vergleichen:

Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (Duales System)

 

Fachkraft für Wasserwirtschaft ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Diese bundesweit geregelte 3-jährige Ausbildung wird in der Industrie und im öffentlichen Dienst angeboten.

Abschluss: Fachkraft für Wasserwirtschaft

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

In Zusammenarbeit mit Ingenieuren und Ingenieurinnen konzipieren Fachkräfte für Wasserwirtschaft Anlagen zur Wasserver- und -entsorgung. Sie führen die erforderlichen Berechnungen und Messungen durch, bereiten Ausschreibungsunterlagen vor und überwachen die Baumaßnahmen. Weiterhin sind die Fachkräfte an der Planung von Hochwasser- oder Küstenschutz- sowie Gewässerrenaturierungsmaßnahmen und Wasserschutzgebieten beteiligt, indem sie entsprechende Daten erheben.

Die Messung und Bewertung von wasserwirtschaftlichen Daten gehört zu den Hauptaufgaben von Fachkräften für Wasserwirtschaft. Beispielsweise entnehmen sie Gewässerproben in Seen, Trinkwasserspeichern oder von industriellen Abwässern und kontrollieren die Einhaltung von wasserrechtlichen Vorschriften und Auflagen. Mitunter wirken sie auch an der Durchführung von wasserrechtlichen Verfahren und Abläufen mit, z.B. prüfen sie Bauvorhaben.

Quelle: BERUFENET, http://berufenet.arbeitsagentur.de

Ähnliche Berufe in Deutschland und Polen

Der deutsche Beruf Fachkraft für Wasserwirtschaft ist teilweise vergleichbar mit folgenden polnischen Berufen:

  • Techniker für Sanitärtechnik (poln. technik urządzeń sanitarnych), Ausbildungsniveau – vierjährige technische Sekundarschule (polnische Bezeichnung: technikum).
  • Techniker für Umwelt- und Meliorationstechnik (poln. technik inżynierii środowiska i melioracji), Ausbildungsart – vierjährige technische Sekundarschule(poln. technikum).

Nützliche Informationen zu den Schwerpunkten der Ausbildung sind jeweils unter den Informationskategorien „Ausbildungsinhalte“ und „Stundenpensum“ zu finden.

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Grundsätzlich wird – wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen – keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.

Die Betriebe stellten überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife und mittleren Bildungsabschluss ein.

Quelle: BERUFENET, http://berufenet.arbeitsagentur.de

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Die zuständige Stelle hat auf gemeinsamen Antrag von Auszubildenden und Ausbildenden die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Die Verkürzungsdauer ist unterschiedlich und hängt von der Vorbildung ab. Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit beziehen (Teilzeitberufsausbildung).

Quelle: BERUFENET, http://berufenet.arbeitsagentur.de

Ausbildungsinhalte

Im 1. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb beispielsweise:

  • wie man Überprüfungen an Gewässern durchführt
  • was in Bezug auf den Wasserkreislauf und Wasserhaushalt wichtig ist und welche Messeinrichtungen es gibt
  • welches die Grundlagen für bautechnische Berechnungen sind, z.B. Längen-, Flächen- und Volumenberechnungen
  • wie man Baustoffe und Böden nach Eigenschaften bzw. Verwendung unterscheidet
  • wie man mit Zeichengeräten umgeht und Zeichnungen manuell sowie am Computer erstellt
  • welche technischen Vorschriften oder Gesetze, Regelungen und Verwaltungsvorschriften für die berufliche Tätigkeit von Bedeutung sind
  • was zu tun ist, um Umweltbelastungen zu vermeiden

Während des 2. Ausbildungsjahres wird den Auszubildenden u.a. vermittelt:

  • was bei Wasserstands- und Abflussmessungen zu beachten ist
  • was bei der Bearbeitung und Prüfung von wasserrechtlichen Verfahren, z.B. Genehmigungen, wichtig ist
  • wie man Wasserschutz- und Überschwemmungsgebiete überprüft und entsprechende Daten erhebt
  • was bei der Kontrolle von Abwasser- und Wasserversorgungsanlagen wichtig ist
  • wie beispielsweise Lagepläne von Gewässern oder Planungsunterlagen von wasserwirtschaftlichen Anlagen gezeichnet werden
  • wie Arbeitsaufgaben mithilfe von Informationssystemen gelöst werden können
  • was in den Bereichen Arbeitsorganisation und Kommunikation wichtig ist, z.B. Präsentationsmöglichkeiten nutzen, Schriftverkehr durchführen oder Ablagesysteme verwenden
  • wie man Bauwerkspläne, z.B. von Wasserversorgungsanlagen und Abwasseranlagen, bearbeitet
  • was für die Vorbereitung von Baumaßnahmen wichtig ist

Im 3. Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden:

  • welche Aufgaben im Hochwasserdienst anfallen
  • was beim Entwurf von Wasserversorgungsnetzen oder Kanalnetzen zu beachten ist
  • wie man Verfahrensunterlagen zu Wasserschutz- und Überschwemmungsgebieten bearbeitet und im Feststellungsverfahren mitwirkt
  • wie man Kontrollen bei gewerblichen und industriellen Abwasseranlagen und -einleitungen durchführt
  • wie man schwierigere wasserrechtliche Verfahren und Abläufe bearbeitet, beispielsweise Unterlagen für Plangenehmigungen
  • wie Datennetze zu nutzen sind
  • wodurch sich unterschiedliche Verfahren für bodenmechanische und statische Berechnungen unterscheiden
  • wie Kalkulationsverfahren angewendet werden
  • wie Probenahmen durchgeführt und dokumentiert werden, z.B. an Gewässern oder bei Altlasten und Grundwasserverunreinigungen
  • wie Unterlagen für Ausschreibungen von Baumaßnahmen bearbeitet werden
  • was für die Aufgaben in der Bauleitung und -überwachung wichtig ist

 

Quelle: BERUFENET, http://berufenet.arbeitsagentur.de

Stundenpensum (Theorie)

Unterrichtsstunden bezogen auf die 3-jährige Berufsausbildung:

  1. Vorbereiten einer Baumaßnahme: 20 h
  2. Erschließen und Gründen eines Bauwerkes: 80 h
  3. Planen eines Erdbauwerkes: 40 h
  4. Herstellen eines Stahlbetonbauteiles: 60 h
  5. Aufmessen und Darstellen eines Geländes: 80 h
  6. Messen, Erfassen und Auswerten wasserwirtschaftlicher Daten: 60 h
  7. Erstellen von wasserwirtschaftlichen Bauwerken und Anlagen: 80 h
  8. Durchführen wasserrechtlicher Verfahren: 60 h
  9. Planen wasserwirtschaftlicher Maßnahmen: 80 h
  10. Planen von Schutz- und Überschwemmungsgebieten: 60 h
  11. Überwachen von Gewässern, Anlagen und Gebieten: 60 h
  12. Planen einer Wasserver- und -entsorgung: 80 h
  13. Naturnahes Umgestalten eines Gewässers: 80 h

Gesamt: 840 h

Eine Übersicht über die Inhalte einzelner Lernfelder befindet sich in der Verordnung über die Berufsausbildung:

http://www.kmk.org/fileadmin/pdf/Bildung/BeruflicheBildung/rlp/FKWasserwirtschaft.pdf

Stundenpensum (Praxis)

Während einer dualen Ausbildung werden Fachkräfte für Wasserwirtschaft im Ausbildungsbetrieb praktisch und in der Berufsschule theoretisch ausgebildet.

Der praktische Teil der Ausbildung macht in der Regel ca. 80% der Gesamtausbildungszeit aus.

Kosten der Ausbildung

Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung. Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist abhängig vom Ausbildungsbereich (z.B. Industrie und Handel, Handwerk) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet. Auch der räumliche Geltungsbereich des entsprechenden Tarifvertrages kann Einfluss auf die Höhe der Ausbildungsvergütung haben. Frei vereinbarte Ausbildungsvergütungen sind möglich, wenn z.B. der Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden ist.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

Die Auszubildenden im öffentlichen Dienst können monatlich z.B. folgende Ausbildungsvergütungen erhalten:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 833
  • 2. Ausbildungsjahr: € 883
  • 3. Ausbildungsjahr: € 929

Im Bereich der Industrie liegen derzeit keine tarifvertraglichen Vereinbarungen vor.

Quellen:

- Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) 

- BERUFENET, http://berufenet.arbeitsagentur.de

Berufs- und Verdienstaussichten

Das Einkommen der Beschäftigten von Bund und Kommunen richtet sich nach der Eingruppierung in die Entgeltgruppen und Stufen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD). Manche Einrichtungen und Arbeitgeber lehnen ihre Vergütungen an die Vereinbarungen im öffentlichen Dienst an. Auch in der privaten Wirtschaft haben Tarifverträge einen maßgeblichen Einfluss auf den Verdienst. Einkommen werden aber auch unabhängig von Tarifverträgen vereinbart.

Die Zuordnung zu den tariflichen Vergütungsgruppen hängt beispielsweise davon ab, welche Ausbildung vorliegt, ob Weiterbildungen absolviert wurden, wie komplex die Aufgaben sind, wie groß die Verantwortung ist und welche beruflichen Erfahrungen vorliegen. Auch regionale und branchenspezifische Faktoren spielen eine Rolle bei der Einkommenshöhe.

Die hier genannten beispielhaften Grundvergütungen sollen der Orientierung dienen und einen Eindruck von der Bandbreite der Einkommen vermitteln. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.

Tarifbereich öffentlicher Dienst

Bei einer Eingruppierung in die Entgeltgruppe 8, Stufe 3 bis Stufe 6, erhalten Beschäftigte in technischen Berufen bei den Kommunen ein Monatsbruttoentgelt von € 2.733 bis € 3.025. Das Erreichen der jeweils nächsten Stufe ist von den Zeiten ununterbrochener Tätigkeit in der Entgeltgruppe und der Leistung abhängig.

Tarifbereich Angestellte in Ingenieur-, Architektur- und Planungsbüros

Technische Angestellte mit abgeschlossener Berufsausbildung erhalten ein Monatsbruttogehalt von € 2.213 bis € 2.417.

Quellen:

- Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) 

- Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen 

- BERUFENET, http://berufenet.arbeitsagentur.de

Tarifliche Regelungen

Aktuelle Tarifinformationen für die Region Ostbrandenburg finden Sie im Tarifregister Brandenburg und Tarifinformationen zum TVöD finden Sie hier.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Qualifizierungslehrgänge:

  • Wasserversorgung
  • Grund-, Wasser-, Felsbau
  • Abwasser, Gewässerschutz, Tauchen
  • Bautechnik
  • Technisches Zeichnen, Bauzeichnen
  • Computer Aided Design – CAD-Anwendungen
  • Naturschutz, Landschaftspflege, Arten- und Biotopschutz, Tierschutz
  • Umweltschutz/Ökologie, Umwelttechnik
  • Besonderes Verwaltungsrecht – Umweltrecht
  • Bauprojektleitung, Bauprojektmanagement
  • Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz
  • Finanz- und Rechnungswesen, Kostenwesen und Kalkulation – branchenbezogen

Aufstiegsweiterbildungen:

- Techniker/-innen:

  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Umweltschutztechnik Schwerpunkt Wasserver- und -entsorgungstechnik
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Bautechnik Schwerpunkt Tiefbau
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Bautechnik Schwerpunkt Baubetrieb

- Fach- und Betriebswirte/-wirtinnen, Fachkaufleute:

  • Technischer Fachwirt/Technische Fachwirtin

- Sonstige Aufstiegsweiterbildungen:

  • CAD-Fachkraft Fachbereich Bau
  • Ausbilder/Ausbilderin für anerkannte Ausbildungsberufe (Weiterbildung)

Studienfächer:

  • Bauingenieurwesen (Bachelor)
  • Wasser- und Bodenmanagement, Wassertechnologie (Bachelor)
  • Infrastrukturmanagement (Bachelor)
  • Vermessungstechnik, Geoinformatik (Bachelor)

Diverse Aufstiegsfortbildungen und Seminare: IHK-Projektgesellschaft mbH www.ihk-projekt.de.

Umfassende Informationen zu den Weiterbildungsmöglichkeiten finden Sie auch im Programm KURS der Bundesagentur für Arbeit.

Interessante Links

http://www.aoew.de

Die Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW) e.V.

https://www.bdew.de

Energie Wasser Leben

http://www.wwt-online.de

Das Praxismagazin für Trink- und Abwassermanagement

http://www.nachhaltigkeit.info

Lexikon der Nachhaltigkeit

Job- und Bewerberdatenbanken

http://jobboerse.arbeitsagentur.de
JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit. Gegliedert nach Berufsfeldern und Regionen.

http://www.jobpilot.de
allgemeine Jobbörse, in Berufsfelder gegliedert


http://www.jobsuche.de
allgemeine Jobbörse, regionale Suchfunktion


http://www.jobrobot.de
Unterteilung in Branchen und Regionen


http://www.stepstone.de
Große Jobbörse für Industrie und Gewerbe. Die Vielzahl von Angeboten lässt sich durch regionale und branchenbezogene Filterung eingrenzen, außerdem sind Volltextsuche und Zustellung interessierender Stellenausschreibungen per "Jobagent" möglich

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Frankfurt/Oder
Zehmeplatz 11
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0) 0335/60677-0
Tel.: +49 (0) 0335/60677-77
E-mail: bz.nob@verdi.de
Homepage

Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
Homepage