Pharmazeutisch-kaufmännische,-r Angestellte,-r in Deutschland

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Ausbildungsart und Abschluss

Lehre (Duales System)


Unter der dualen Ausbildung versteht man die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Voraussetzung für eine Berufsausbildung im dualen System ist in Deutschland ein Berufsausbildungsvertrag und in Österreich, der Schweiz und Südtirol ein Lehrvertrag mit einem Betrieb. Die zu besuchende Berufsschule ist abhängig vom Ort bzw. von der regionalen Zugehörigkeit des Betriebes. Der praktische Teil der Ausbildung wird den Auszubildenden in den Betrieben vermittelt, den theoretischen Teil übernimmt die Berufsschule.

Abschluss: Pharmazeutisch-kaumännische,-r Angestellte,-r


Ausbildungsordnung für diesen Beruf  

Einsatzgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte

Der Großteil der Pharmazeutisch-kaumännischen Angestellten (PKA) ist in öffentlichen Apotheken beschäftigt. Hier arbeitet der/die PKA unter Anleitung und Verantwortung des Apothekers und unterstützt diesen bei der Erfüllung seiner Aufgaben, besonders im kaufmännisch-organisatorischen Bereich. Er/Sie überprüft den Arzneimittelbestand, gibt Bestellungen beim Großhandel oder direkt beim Hersteller auf, achtet auf ordnungsgemäße Lagerung der Arzneimittel und bearbeitet Rechnungen und Lieferscheine. Außerdem ist er/sie für die Präsentation der Waren im Verkaufsraum zuständig und darf apothekenübliche Waren, wie Körper- und Säuglingspflegemittel, Diätetika und Pflanzenschutzmittel, an die Kunden abgeben. Zur Abgabe von Arzneimitteln ist sie nicht befugt.

Außerhalb der öffentlichen Apotheke
finden die PKA Berufsmöglichkeiten:

- in Krankenhausapotheken
- in der pharmazeutischen Industrie
- in Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens
- im pharmazeutischen Großhandel
- in Drogerien

Ausbildungsstätten

In der Region bilden unter anderem die aufgelisteten Betriebe und Schulen im Beruf Pharmazeutisch-kaumännische,-r Angestellte,-r aus.

Oberstufenzentrum Johanna Just Potsdam
Monika Landvoigt
Berliner Straße 114 – 115
14467 Potsdam
Deutschland
Tel.: +49331 - 289 73 00
Tel.: +49331 - 289 73 47
E-mail: info@osz-j-just.de
Homepage

Oberstufenzentrum 2 des Landkreises Spree-Neiße
Makarenkostr. 8/9
03050 Cottbus
Deutschland
Tel.: +49355 86694-0
Tel.: +49355 86694-34090
Homepage

Schulische und sonstige Aufnahmevoraussetzungen

Schulische Voraussetzungen:

Grundsätzlich wird - wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen - keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe überwiegend angehende Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte mit einem mittleren Bildungsabschluss ein: Im Jahr 2009 begannen 1.917 zukünftige Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte ihre Ausbildung. 64 Prozent von ihnen verfügten über einen mittleren Bildungsabschluss, 21 Prozent über den Hauptschulabschluss. Die Hochschulreife besaßen zwölf Prozent, ein Prozent konnte keinen Schulabschluss vorweisen. 


Sonstige Voraussetzungen:

-ärztliches Attest über Erstuntersuchung

Weitere Informationen für die Aufnahme der Ausbildung finden Sie auf den Seiten der Landesapothekenkammer und hier.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungszeit:
Eine Verkürzung kann beantragt werden, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Die Verkürzungsdauer ist unterschiedlich und hängt von der Vorbildung ab. Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit beziehen (Teilzeitberufsausbildung).

Die Landesregierungen können über die Anrechnung von Bildungsgängen berufsbildender Schulen oder einer Berufsausbildung in sonstigen Einrichtungen bestimmen. Voraussetzung ist ein gemeinsamer Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden an die zuständige Stelle.  Auszubildende können nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Die Verkürzungsdauer beträgt meist 6 Monate. In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle die Ausbildungszeit auch verlängern, wenn dies erforderlich ist.

Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb lernen Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte beispielsweise:


- welche Rechtsvorschriften für den Apothekenbetrieb gelten
- wie Preise für Arzneimittel gebildet werden
- was apothekenspezifische Fachbegriffe bedeuten und welche Bezeichnungen es für Stoffe, Drogen (im Sinne von getrockneten Pflanzenteilen zu verstehen) und Zubereitungen gibt
- wie man bei der Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln hilft, sie umfüllt, abpackt, kennzeichnet und zur Abgabe vorbereitet

- wie man Registratur- und Dokumentationsarbeiten durchführt
- wie man Waren annimmt, prüft und Wareneingänge erfasst
- welche Bezugsquellen und Bestellverfahren für die Beschaffung der Waren genutzt werden und wie Bestellungen vorzubereiten und durchzuführen sind
- wie Datenverarbeitungssysteme im Apothekenbetrieb funktionieren
- wie man Waren sachgerecht lagert
- was beim Posteingang und -ausgang sowie bei der Postverteilung zu beachten ist
- was zur Verkaufsvorbereitung gehört (beispielsweise Auszeichnen der Waren)
- welche Maßnahmen zur Werbung und Verkaufsförderung eingesetzt werden
- welche Arzneiformen gebräuchlich sind und wie sie angewendet werden
- auf welche Vorschriften beim Umgang mit Arzneimitteln zu achten ist
- wie man Arbeitsgeräte bedient, pflegt und instand hält
- worauf bei der Rezeptabrechnung zu achten ist
- wie man bei Inventuren mitwirkt
- wie man Verpackungen, Arzneimittel und andere Waren ordnungsgemäß entsorgt
- wie man bei Beratung und Verkauf von apothekenüblicher Ware vorgeht, z.B. Verkaufsangebote unterbreitet oder Kunden über Waren informiert und anschließend den Zahlungsvorgang abwickelt

 
Während der gesamten Ausbildungszeit wird den Auszubildenden vermittelt:


- welche Stellung die Apotheke im System der gesundheitlichen Versorgung und in der Wirtschaft hat
- wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist
- was bei den Themen Arbeitssicherheit, Umweltschutz sowie rationeller Energie- und Materialverwendung zu beachten ist

Zu Beginn des 2. Ausbildungsjahres wird in einer schriftlichen Zwischenprüfung der Ausbildungsstand der PKA-Schüler ermittelt in den Fächern:

- Apothekenbetrieb und spezifische Rechtsvorschriften
- Wareneingang und -lagerung
- Arzneimittel
- Apothekenspezifische Fachsprache
- Wirtschafts- und Sozialkunde

Vor der Apothekerkammer muss am Ende der Ausbildungszeit eine Abschlussprüfung abgelegt werden.


Schriftlich werden geprüft:

- Apothekenbetriebslehre

- Warensortimente und Verkauf

- Wirtschafts- und Sozialkunde

 
Mündlich werden geprüft:

- Warenbewirtschaftung

- Tätigkeiten nach der Apothekenbetriebsordnung

Stundenpensum (Theorie)

Der Berufsschulunterricht findet ein- bis zweimal pro Woche oder als Blockunterricht statt. Hier wird der Unterrichtsstoff eines Jahres in Blöcken von beispielsweise drei oder vier Wochen vermittelt.

 
Während des theoretischen Unterrichts in der Berufsschule erwirbt man grundlegende Kenntnisse in der allgemeinen und speziellen Wirtschaftslehre, Apothekenwarenkunde, dem Rechnungswesen mit Datenverarbeitung, der Informationsverarbeitung, der Daten- und Textverarbeitung.

Eine Übersicht über die Inhalte einzelner Lernfelder findet sich im Rahmenlehrplan.

Stundenpensum (Praxis)

Die praktische Ausbildung findet an den übrigen Wochentagen im Lehrbetrieb statt.

Überwiegend absolvieren Auszubildende ihre Ausbildung in Apotheken oder Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens. Die Auszubildenden arbeiten dabei überwiegend in Verkaufs- und Lagerräumen sowie Büros. Dementsprechend werden Kenntnisse unter anderem zur Warenwirtschaft, z. B. Bestellung der Arzneimittel, Bevorratung und Preisbildung, sowie zur Bearbeitung von Rechnungen und Umgang mit der EDV vermittelt.

Darüber fallen Zuarbeiten zur Herstellung, Prüfung und Abgabe von Arzneimitteln in den Aufgabenbereich der Lehrlinge. Auch über die Besonderheiten des Arbeitsplatzes Apotheke und dessen Stellung im Gesundheitssystem sowie über die für sie relevanten rechtlichen Bestimmungen wird eingehend informiert.

Kosten der Ausbildung

Ausbildungskosten
Die Ausbildung im Betrieb ist für die Auszubildenden kostenfrei. Allerdings können für den Berufsschulunterricht sowie für Lehrgänge in überbetrieblichen Ausbildungsstätten Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen.

Förderungsmöglichkeiten
Unter bestimmten Bedingungen können Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten. Informationen hierzu erteilen die örtlichen Agenturen für Arbeit. Über Voraussetzungen und Höhe einer möglichen Beihilfe informieren das entsprechende Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit sowie der BAB-Rechner: Berufsausbildungsbeihilfe-Rechner (BAB)

Ausbildungsvergütung und -förderungen

Auszubildende, die eine duale Ausbildung durchlaufen, erhalten eine Ausbildungsvergütung.

Sie richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Ihre Höhe ist abhängig vom Ausbildungsbereich (Industrie und Handel, Handwerk u.a.) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet, sowie vom räumlichen Geltungsbereich des einschlägigen Tarifvertrages. Unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise wenn der Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden ist, sind auch frei vereinbarte Ausbildungsvergütungen möglich.


Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.


Die Auszubildenden können in den einzelnen Ausbildungsjahren monatlich folgende Ausbildungsvergütungen erhalten:


1. Ausbildungsjahr: € 523
2. Ausbildungsjahr: € 592
3. Ausbildungsjahr: € 651


Die Angaben orientieren sich an den Informationen der Datenbank Ausbildungsvergütungen (DAV) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) 

Stand: Oktober 2011

Berufs- und Verdienstaussichten

Die Berufsaussichten für PKA sind eng mit der Situation der Apotheken verknüpft. Im Moment sind die langfristigen Auswirkungen der anstehenden Gesundheitsreformen, in deren Ergebnissen mit einem Stellenabbau im Apothekenbereich zu rechnen ist, noch nicht abzuschätzen. Nichtsdestotrotz ist die PKA aufgrund ihrer Qualifizierzung ein unverzichtbarer Bestandteil des Apothekenteams. Der Frauenanteil ist im PKA-Beruf sehr hoch. Flexible Arbeitszeiten und Teilzeitarbeit machen den Beruf gerade für Mütter interessant. 

Bei dieser Tätigkeit kann die tarifliche Bruttogrundvergütung beispielsweise € 1.661 bis € 1.973 im Monat betragen.

 
Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt. Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf.

Quelle: Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

Tarifliche Regelungen

Der Bundesrahmentarifvertrag für pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte wurde im Januar 2011 erneuert und ist hier als pdf oder direkt bei der Apothekengewerkschaft ADEXA (www.adexa-online.de) erhältlich.


Bei weiteren Fragen können Ihnen auch die Landesapothekenkammern weiterhelfen.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Möglichkeiten für Aufstiegsweiterbildungen sind u.a. zu:

- Betriebswirt/Betriebswirtin (Fachschule) für Handel

- Geprüfter Handelsfachwirt/Geprüfte Handelsfachwirtin

- Geprüfter Pharmareferent/Geprüfte Pharmareferentin


Weiter gibt es auch interessante Hochschulbildungswege, z.B.:

- Apotheker/Pharmazeut / Apothekerin/Pharmazeutin

- Ingenieur/Ingenieurin für Pharmatechnik

- Ökotrophologe/Ökotrophologin

 
Verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten finden Sie auch auf dem Portal KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.


Hinweis zu Fördermöglichkeiten

Für besonders begabte junge Fachkräfte besteht die Möglichkeit, ein Stipendium zu erhalten und bei Anpassungs- bzw. Aufstiegsweiterbildungen sowie bei einem Studium gefördert zu werden.

Weitere Informationen: Weiterbildungsstipendium

Interessante Links

Bundesinstitut für Berufsbildung:
http://www.bibb.de 

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie:
http://www.bmwi.de 

BERUFENET - Bundesagentur für Arbeit:
http://infobub.arbeitsagentur.de 

Ausbildungsoffensive Bayern:
http://www.ausbildungsoffensive-bayern.de

Job- und Bewerberdatenbanken

Arbeitnehmervertreter (Gewerkschaften, Berufsverbände)

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Frankfurt/Oder
Zehmeplatz 11
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 (0) 0335/60677-0
Tel.: +49 (0) 0335/60677-77
E-mail: bz.nob@verdi.de
Homepage

Adexa
Die Apothekengewerkschaft
Hudtwalckerstraße 10
22299 Hamburg
Deutschland
E-mail: info@adexa-online.de
Homepage

DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
Kapweg 4
13405 Berlin
Deutschland
Tel.: +4930 21 240 - 0
Homepage

Arbeitgebervertreter (Kammern, Wirtschaftsverbände)

Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V.
Zusammenschluss von Spitzen- und Landesverbänden der Krankenhausträger.
Wegelystraße 3
10623 Berlin
Deutschland
Tel.: +49 (0)30 39801-0
Tel.: +49 (0)30 39801-3000
E-mail: dkgmail@dkgev.de
Homepage

IHK Ostbrandenburg
Puschkinstraße 12b
15236 Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49335 5621-1111
Tel.: +49335 5621-1119
E-mail: info@ihk-ostbrandenburg.de
Homepage

Arbeitsvermittler

EURES-Beratung
Agentur für Arbeit
Heinrich-von-Stephan-Straße 2
15230 Fran Frankfurt (Oder)
Deutschland
Tel.: +49 335 570 3333
E-mail: Frankfurt-Oder.Eures@arbeitsagentur.de
Homepage