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Transfer-Treffen mit Bildungsexperten aus der Großregion

Deutsch-französische Delegation interessiert sich für die Doppelstadt

Was in der Region rund um Schengen, im Herzen der «alten» EU schon erreicht wurde, kann für die «jüngere» EU an der deutsch-polnischen Peripherie sehr gut als Vorbild dienen. Gleichzeitig liefert die östliche Grenzregion Deutschlands viele neue Impulse für die schon länger zusammengewachsene Region im Südwesten des Landes.

So die Idee der Partnerschaft zwischen der Großregion (DE, FR, LUX, BE) und der Region pro Europa Viadrina (DE, PL). Nach einem ersten Besuch aus Frankfurt und Slubice in Trier vor zwei Jahren brachten uns vom 22.-24.09.2021 sieben VertreterInnen der Großregion wertvolle Impulse mit an die Oder. In ihrem INTERREG-Bildungsprojekt « SESAM’GR », dem größten seiner Art Europas, steht genau wie bei «Grenzenlos lernen - arbeiten - leben» das Thema Berufsorientierung im Fokus.

Nach einer spannenden Stadtführung durch die europäischen Höhepunkte Frankfurts, einer Begrüßung im Rathaus und der ersten Diskussionsrunde bei der IHK-Projektgesellschaft, waren die Gäste eingeladen zum 4. deutsch-polnischen Bildungsforum in die Konzerthalle.

Projektkoordinator Volker Staudt stellte dort vor, wie das Betriebspraktikum grenzüberschreitend genutzt werden könnte. Ein gutes Netzwerk mit Betrieben und Schulen sei dafür ebenso unabdingbar wie eine umfangreiche Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung des Praktikums auf Seiten der Schule und in den Betrieben. Teilweise gab es auch in der Großregion Hürden zu überwinden, wie bei dem national unterschiedlichen Verständnis des Schülerpraktikums. In einem der ersten Praktika in Frankreich bemängelten die deutschen SchülerInnen z.B., dass sie zu wenig selbst in Aktion treten könnten. Es wurde deutlich, dass der „Stage“ in Frankreich als Beobachtungspraktikum ausgelegt war. Dank besserer Absprachen konnten die deutschen PraktikantInnen später deutlich mehr in den französischen Betrieben mitgestalten.

Auch mehrsprachige Vorlagen, die die wichtigsten Dokumente wie Rechtsgrundlagen, Anschreiben und Elternbriefe umfassen, können das Praktikum unterstützen. Diese befinden sich im Handbuch der Großregion, das ein wichtiges Ergebnis des SESAM’GR-Projekts darstellt. Insgesamt etwa 25.000 SchülerInnen können inzwischen jährlich an den Praktika in den Ländern Deutschland, Belgien, Luxemburg und Frankreich teilnehmen.
An der deutsch-polnischen Grenze entdeckten wir in Gesprächen mit Schulen auf beiden Seiten der Doppelstadt auch Optionen das Betriebspraktikum in der hiesigen Region zu stärken.

Das Karl-Liebknecht-Gymnasium beispielsweise hat durch seine zahlreichen deutsch-polnischen Ansätze beste Voraussetzungen, um erfolgreich Praktikanten in Słubice unterzubringen. Nachdem das Schulamt nun auch versicherungstechnisch keine Bedenken hegt, könnten deutsche Jugendliche in der 9. Klasse ihren ersten Einblick in den Beruf mit dem Einblick in eine andere Kultur verbinden.

Auch die Berufsschule in Słubice entsendet weiterhin gern Praktikanten nach Deutschland. Ein guter Grund also nach der Coronapause wieder die deutsch-polnischen Beziehungen auf der Ebene der Berufsorientierung auszubauen. Die Gäste betonten, dass sie gute Impulse mitgenommen hätten und luden zum nächsten Treffen in Metz ein.

 

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